Eine neue Ankerkette

Immer noch Karibik??

Ja seit fast vier Monaten sind wir jetzt hier und die Zeit vergeht wie im Flug. Neill hat berechnet, dass wir mehr als 240 mal geankert haben und das letzte mal in einer Marina waren wir notgedrungen, als wir unseren neuen Motor in Martinique bekommen haben. Aber in letzter Zeit war die Ankerei immer mit mehr oder weniger Schwierigkeiten verbunden; die Ankerkette hat sich beim heraus lassen verklemmt und jedesmal musste Neill mir helfen sie wieder gangbar zu machen.

Hier in St. Martin haben wir ein Schwedisches Paar Wim und Elisabeth kennen gelernt als wir mit unseren neuen “Team Shirts” unterwegs waren. Als sie uns an Bord besucht haben, kam das Gespräch auf unser kleines Problem und Wim meinte, ich schau mir die Kette mal an. Als er unseren Rostklumpen sah – lachte er herzhaft und meinte, außer mit einer neuen Kette bekommt ihr niemals Ruhe und so haben wir in den sauren Apfel gebissen und eine neue Ankerkette bestellt und am Donnerstag 9.5. haben wir unser neues Team-Mitglied an Bord genommen.

Sie ist 50 Meter lang, 100 Kg schwer wunderschön galvanisiert und funkelt über den Preis machen wir keine Angaben aber wir schlafen viel viel ruhiger, wenn wir wissen dass der Anker super hält und auch die Verbindung zum Boot stabil ist. Und falls wir vielleicht in der Osterinsel oder Pitcairninseln ankern haben wir genügend Kette und noch ausreichend Seile an Bord.

St. Barts oder St. Barthelemey

Wo isch des jetzt wieder?

St. Barts ist eine kleine Insel in der Karibik neben St. Kitts und Nevis, Montserrat, Saint John’s und ich wusste bis vor 1 Woche auch nicht, dass sie existiert. Diese Insel war früher eine schwedische Kolonie wurde aber 18 Hundert irgendwas wieder an Frankreich zurück gegeben. Genial für uns, denn Frankreich gehört zur EU somit funktionieren unsere Handy-Verträge, man kann in Euro bezahlen und die Auto fahren auf der richtigen Straßenseite – nur mögen die Einheimischen keine Fußgänger auf der Hauptstraße . Diese Insel ist wirklich klein 9 km lang und an der schmalsten Stelle 2 km breit und hügelig – ja ich weiß wovon ich rede, denn wir waren in der Anse Bay vor Anker und wollten etwas von der Insel sehen und entschlossen uns, in die “Hauptstadt” Gustavia zu wandern – ist ja nicht weit aber dafür geht’s auf und ab und nach 12 km und bestimmt 400 Höhenmetern war ich froh wieder an Board unserer Artemis zu sein.

Wir kamen am Flughafen vorbei, der absolut verrückt ist – doch die Einheimischen meinen, der sei ganz normal; die Propeller Maschinen fliegen im Sinkflug an, müssen dann scharf abbremsen, um nicht im Meer zu landen, offenbar passiert das öfters, denn hinter der Rollbahn ist ein Anker Verbot in der Bucht und wir haben auf Youtube ein Video gesehen, das meine Vermutung bestätigt.

Die Angestellten der Hafenmeisterei sind super freundlich, hilfsbereit und das allerbeste an diesem Teil von Frankreich sie sprechen englisch mit dir. Ja ich hab wieder eine neue Insel kennen gelernt von der ich nicht wusste dass es sie gibt und ich glaub dass es noch viele viele mehr gibt auf dieser Welt.

Codrington

Nachdem wir zwei von drei “Sehenswürdigkeiten” in Barbuda abgehakt hatten, wollten wir natürlich auch die Fregattenvögel sehen.

Ein Wassertaxi hatten wir beim Hummer essen bestellt und so wurden wir tatsächlich am Ostersonntag um 9 Uhr am Strand des Sandwalles abgeholt und über die Lagune nach Codrington gebracht. Unser “Taxifahrer” Georg Jeffery ist ein gebürtiger Barbuda und erklärte uns, dass hier das Land den Einwohnern gehört und das schon seit Ende der Sklavenzeit, den zuvor gehörte die ganze Insel einer reichen englischen Familie den Codringtons, die hier Kartoffel und Wurzelgemüse angebaut haben; da staunt ihr, ich lern gerade soviel an Weltgeschichte und das hautnah. Am Kai angekommen vereinbarten wir, wann wir zu den Vögeln fahren wollten doch zuvor inspizierten wir die Haupt- bzw. die einzige Stadt der Insel und die Umgebung. Wir wanderten (bei ca. 12 km kann man das schon so nennen) zum höchsten Punkt der Insel dem Highland House – dem Herrenhaus er Codringtons – und genossen einen Rundumblick über die ganze Insel.

Wir fuhren mit dem Motorboot in die Mangroven um die Fregattenvögel anzuschauen; tausende von Vögel in verschiedenen Altersklassen vom flauschigen Jungvogel, über die weißköpfigen Jungtiere bis hin zu den Alten alles war vertreten. Sie brauchen zwei Jahre um erwachsen zu werden und ihr Futter sind hauptsächlich die fliegenden Fische, die sie im Atlantik fangen. Wir konnten die Vögel fast berühren, so nah stakte uns der Skipper im seichten Wasser heran – unglaublich, wir sahen sogar einen Container in den Mangroven, den der letzte Hurrikan hier her geblasen hat.

Hier in Codrington kann man die Ausmaße des Hurrikans “Irma” von 2017 noch intensiv sehen und erleben; fast jedes Haus ist ohne Dach bzw. nur mit Folie abgedeckt, überall stehen noch Zelte von der UN die kurz nach der Katastrophe vor Ort waren und geholfen haben. Georg Jeffery erzählte uns, daß hier ca. 600 Menschen leben und die Hilfsmaßnahmen der Regierung gegen Null laufen, da man am liebsten die ganze Insel privatisieren möchte um Luxushotels zu bauen und man die einheimische Bevölkerung “loswerden” möchte. Ich kam mir total hilflos vor, inmitten der Häuserruinen denn wenn wir von einem Hurrikan im Fernsehen sehen ist das alles furchtbar schlimm aber soweit weg dass es uns irgendwie nicht so sehr betrifft.

Barbuda

Was machen wir 1 Woche lang?

Antigua ist genial und wir waren auf verschiedenen Inseln und Buchten doch wir haben noch bis 26.4. Zeit denn dann kommt Neil (ein anderer Cruser) mit Ersatzteilen aus England und wir treffen uns in Falmoth Harbour. Barbuda hört sich gut an – 25 Nm von Antigua entfernt – ok gebongt.

Wir machten uns schlau, was es dort alles zu sehen gibt und fanden folgendes:

– traumhaft lange weiße Sandstrände und türkis farbiges Wasser

– Frigattenvögel in rauhen Mengen

– Hummer – den besten in der Karibik bei Onkel Roddy

Wir segelten nach Barbuda und wenn du Noon Site glauben willst, ist das nur etwas für total erfahrene Skipper – was wir ja mittlerweile auch sind – und ankerten in Cocoa Beach am Prinzessin Di Strand – WOW !!

Kilometer lange weiße Sandstrände, türkis farbiges Wasser und keine Leute. Wir ruderten an den Strand und spazierten dort rum, nur am Wasser entlang, denn weiter oben ist ein Luxus Hotel und dort sind andere “Menschen” nicht erlaubt und werden von der Security weggeschickt – uns haben sie zugewunken und keiner hat uns vertrieben, scheinbar schauen wir ganz vertrauensvoll aus. Ein Privatjet landete auf dem Wasser und ein Amphibien Fahrzeug holte die Gäste direkt im Wasser ab. Ein junger Kanadier wollte uns ein Taxi in die Stadt organisieren, dass nur schlappe 80 US $ kosten sollte – nix für unseren Geldbeutel – und das Hummerlokal Onkel Roddy ist seit dem letzten Hurrikan geschlossen. Zurück an Bord gönnten wir uns ein Glas Wein zum Sonnenuntergang.

20.4. Heute wollen wir in die Stadt; mit dem Dinghy durch das Loch im Sandwall und durch die Lagune nach Codrington – easy – zumindest hört es sich so an, denn am Loch brechen die Wellen vom Meer mit den Wellen von der Lagune und das bedeutet, dass es schäumt und bestimmt 1,5 Meter hohe Wellen sich auftürmen. Wir haben es uns angeschaut, wurden klitsch nass und haben uns spontan umentschieden. In der Mitte der Insel gibt es noch einen Ankerplatz Boat Harbour, dann segeln wir eben dort hin; nach 5 Nm waren wir dort und versuchten hinter einem Riff zu ankern, dem einzigen auf unserer Karte. Ich stand vorne am Bug und hielt Ausschau, was bei dem Wellengang alles andere als einfach war, und Neill steuerte und behielt die Tiefenanzeige im Auge; ich sah Felsen auf der steuerbord Seite und Neill fand Korallenköpfe Backbord. Nein hier bleiben wir nicht also raus und etwas weiter vorne nochmal probieren, puh geschafft. Mit dem Dinghy gings dann an Land, wir hörten schon vom Boot aus die Musik und fanden hier Einheimische beim Grillen und Feiern und ihr werdet es kaum glauben, wir haben sogar Hummer bekommen. Genial – mein erster Hummer und er war einfach nur “Sau guat”, ein Einheimischer hat uns für morgen ein Wassertaxi organisiert, damit wir endlich auch die Stadt anschauen können. Danach segelten wir wieder zurück und wir sind neugierig, was uns morgen erwartet.

Faxit von Barbuda: eine geniale wunderschöne Insel nur gestaltet es sich etwas schwierig vom Boot aus an Land zu kommen.

14. April

Irgendwo müssen wir ja zum sparen anfangen 🤭🤭- ja genau wir haben uns ganz spontan für Klamotten entschieden; abgesehen dass ich in Schottland (14.4.18) wahrscheinlich erfroren wäre😨😨 – würde ich jetzt ein Jahr später in der Karibik schmelzen😎😎; wobei ein bisschen schmelzen gar nicht schlecht wäre.😆😆

Schottland und Antigua

Aber genauso wie unsere Kleidung hat sich auch die Vegetation verändert:

Flechte in Schottland. Korallen in Antigua

Heidi reflects on the differences between 14 April last year (in Scotland) and this year in Antigua.

1 Jahr unterwegs

Kaum zu glauben aber vor einem Jahr sind wir in Nesselwang zu unserem großen Abenteuer gestartet; ja und wer mir damals gesagt hätte, dass ich jetzt in der Karibik bin den hätte ich glatt für einen Märchenerzähler gehalten, denn eigentlich hatten wir vor, den ersten Winter im Mittelmeer zu verbringen. Aber wie schon tausend mal gesagt, segeln und planen sind nicht unbedingt kompatibel, oder manchmal treffen wir unsere Entscheidungen sehr spontan (wie bei unserem Weg nach Madeira) oder unter Berücksichtigung von anderen Terminen (Treffen mit den Engels in Teneriffa ).

Aber niemals hätte ich es für möglich gehalten, dass die Welt so kunterbunt und vielfältig ist; nach unserem Start in Schottland bis rauf nach Stornoway hab ich oft gefroren und war nass aber die Landschaft war unbeschreiblich schön und die Einsamkeit der Ankerplätze hab ich in England oft vermisst. Wir waren auf den Kanalinseln – ja jetzt weiß ich dass es sie gibt – in Irland, Insel of Man usw. In Chichester haben wir dann Max und unsere Fahrräder mitgenommen und weiter ging es Richtung Frankreich und dann über den Golf von Biskaya nach Spanien, die ganze Küste entlang und weiter nach Portugal. Die Überfahrten zu den Kanaren verlief dann ein bisschen anders als geplant (eigentlich wollten wir ja über Madeira) aber wir sind unbeschadet und wohlbehalten in Teneriffa angekommen und haben uns mit den Engels getroffen.

Am 20.12. verließ uns Max und wir starteten unsere Atlantiküberquerung über Mindelo (Kapverden ) nach Martinique; eine geniale Überquerung mit ruhiger See und traumhaften Sternenhimmeln und jetzt sind wir seit 24.1.19 in der Karibik. Wir genießen das Radeln, schwimmen, treffen Freunde und Bekannte die wir über die letzten 12 Monate kennengelernt haben; ich hätte mir niemals vorstellen können stundenlang englisch zu sprechen, aber egal ob Polen, Skandinavier, Engländer, Franzosen, Ukrainer, Argentinier, Australier, Afrikaner, Italiener – ich hoffe, dass ich jetzt alle Nationalität aufgelistetet habe, die wir kennen gelernt haben – die ganze Welt spricht englisch und es kommt überhaupt nicht darauf an, ob die Grammatik stimmt oder nicht – du musst nur kommunizieren können und es macht irrsinnig viel Spaß.

Ob wir eine Radtour ins Landesinnere unternehmen oder zu Fuß unterwegs sind, wir haben immer einen Plausch mit den Einheimischen und es ist multikulturell und total bunt gemischt, was den Gesprächsinhalt betrifft. Wir bekommen oft zu hören, dass “weiße” Menschen doch nicht laufen, dann antworten wir aber wir sind doch “jung und fit”, dann haben wir die Lacher schon auf unserer Seite.

Ich hoffe, dass ich alle, die meinem Blog lesen ein bisschen mit auf meine Weltentdeckungsreise nehmen kann und euch auch Neugierig gemacht habe auf die große weite kunterbunte wunderschöne Welt.

Ach und segeln hab ich nach ca. 8000 Nautikel Miles auch gelernt.

Antigua

Am 2.4. entschieden wir uns Guadeloupe zu verlassen um nach Antigua aufzubrechen;

Routenplanung : 42 Nm gegen den Wind also ca. 10 Stunden bei einem Durchschnitt von 4 Knoten / Stunde gegen den Wind

Somit gegen Nachmittag los damit wir dann bei Sonnenaufgang am darauf folgenden Tag in English Harbour ankern können; doch da wir ja inzwischen erfahrene Segler sind -😀😀🤭🤭 – legten wir mittags ab um genug Zeitpuffer für die “Windschatten” der Insel einzuplanen und genau die haben wir auch gebraucht, denn wieder haben wir mehr als eine Stunde rumgetümpelt und sind mehr oder weniger rückwärts gedrifftet anstatt zu segeln. Die Entscheidung die Nacht durchzusegeln hat uns dann eine Leine an unserem Segelsack abgenommen, denn es hatte sich ein Knoten gelöst und es flatterte furchtbar übers gesamte Cockpit, wohl oder übel haben wir dann geankert, repariert und sind nächsten morgen um 6 Uhr weiter. Eine rauhe See mit Wellen von der Seite brachte uns schließlich an unser Ziel; wir wurden von einem anderen englischen Boot überholt und wir machten super Fotos von ihnen, danach rief Neill die Briten über Funk und meinte, wenn wir ihre Mail Adresse bekommen, können wir sie schicken – und unsere Mitsegler haben das gleiche von uns gemacht.

Wir ankerten neben einem australischen Boot und bekamen gleich hilfreiche Tipp fürs Anmelden und wir konnten die beiden dann zum Rumpunsch einladen und eine gemütlichen Abend verbringen; im Boot vor uns ist ist ein junges Paar aus Argentinien und für Freitag Abend haben wir eine Einladung zum BBQ von Neill und Mandy bekommen, die wir in den Tobago Keyes kennen gelernt haben .

Heute am 6.4. wollten wir es mal wieder mit Radeln versuchen und wenn ich euch sage, außer einem Platten gab es keine Katastrophen, keine abgesoffenen Outboard Motoren, kein Regen einfach gar nichts – Langweilig ?? Eher nicht; wir haben eine wunderschöne Tour mit 27 km und 700 Höhenmeter gemacht und waren mittags um 12 Uhr auf der letzten Burg (von 5) und haben uns ein kühles Bier gegönnt und einen traumhaften Blick über die Bucht genossen.

Aprilscherz oder Freitag der 13.

Eigentlich wollten wir heute nur Radeln gehen, nachdem wir gestern an einer Beachbar die Zusage bekommen haben, dass wir unsere Fahrradtaschen und das Dinghy mit Motor dort lassen können, haben wir uns eine Route zusammengestellt – da alle Radtouren im Internet auf der anderen Seite von Guadeloupe sind, mussten wir selber eine machen. Um 6 Uhr ging der Wecker und wir voll motiviert aus dem Bett Räder zum verladen vorbereitet, da stellten wir fest, dass Neill zwei Platten hat – okay macht nix, reparieren wir an Land, sobald wir draußen waren fing es zum regnen an; also doch gleich Platten repariert – wir fanden spitzige Dornen von unserer letzten Tour in Le Marin. Nachdem der Regen durch gezogen war machten wir uns auf den Weg, wir haben extra zwei Fahrten geplant, damit dass Dinghy nicht total überfüllt ist und wir leichter an Land kommen können. Kaum dass ich aus dem Boot springen konnte, erwischte uns eine Welle von hinten und setzte den Motor unter Wasser . Schei…. Aber wir sind ja positiv haben unsere Rahmen ins Trockene gebracht und auf ging es zur zweiten Runde; wir waren fast wieder zurück am Boot, da verweigerte der Motor seinen Dienst also paddeln aber ausgerechnet heute, haben wir die Ruder auf Artemis gelassen also dann mit den Händen und wir haben es geschafft. Motor vom Dinghy, die restlichen Dinge einpacken und wieder in Richtung Strand. Diesmal ging es besser – wir hatten ja auch keinen Motor drauf – und der Barmann Delton wartete auch schon auf uns, doch wir sagten ihm, dass wir bestimmt noch 30 Minuten brauchen bis wir fertig sind, da zeigte er Neill einen Platz, wo wir unsere Taschen hinlegen können und fuhr los. Langsam kehrte die normale Routine ein und als die Fahrräder Start klar waren, zogen wir uns um. Ich packte unsere Radlschuhe aus, als Neill meinte: ” das sind meine Turnschuhe und mit denen kann ich nicht radeln”. Lange Rede kurzer Sinn, er ist wieder zurück gerudert, hat seine Schuhe geholt und dann starteten wir um 8.40 Uhr und es ging Berg auf und steil Berg auf – meine Schaltung hat dann wieder mal zum streiken begonnen und Neill fuhr dann mit meinem Fahrrad um die Einstellungen selbst vorzunehmen, da ich auf seine Fragen in welche Richtung die Kette springt immer nur mit keine Ahnung geantwortet hab.

Wir wollten zum Vulkan und dort oben gibt es wohl einen See und auch warme Quellen; nach etwas mehr als 1000 Höhenmetern durch den Regenwald erreichten wir die Quellen und stellten fest, dass der weitere Weg – aufgrund des letzten Vulkanausbruches beschädigt und deshalb gesperrt ist. Gut dann ab in die warme Quelle aber ausgerechnet da fing es zu regnen an wie aus Eimern und mir wurde kalt; Neill setzte sich in die Wärme, doch als er ausstieg fing er auch an zu frieren. Eigentlich hatte ich mich total auf das Bad gefreut, denn auf dem Weg durch den Regenwald mit der wahnsinnig hohen Luftfeuchtigkeit waren wir wirklich durchgeschwitzt. Wir warteten bis der Regen nachließ, dann machten wir uns auf den Rückweg und ich kann euch sagen, es war eine geniale Abfahrt und zur Feier des Tages haben wir uns dann einen Mojito in der Strandbar gegönnt.

Doch wir mussten ja wieder zurück mit dem ganzen Zeug; erste Runde mit wenig Gepäck und rudern; alles ins trockene bringen und versuchen, den Motor wieder zu starten – Glück gehabt – zurück an Land die restlichen Farradteile einladen und wieder zurück. Am Rückweg hat es dann Gott sei Dank noch zum regnen angefangen und wir und unsere Räder wurden noch ein bisschen nass. Aber nachdem wir wieder alles getrocknet, verräumt, gewaschen und verstaut haben, können wir uns wieder über eine wunderschöne Radtour freuen. Es wäre ja auch zu einfach, wenn immer alles glatt laufen würde.

Radeln mit Hindernissen

Da wir letztes mal in Le Martin nicht zum Radeln gekommen sind, wollten wir es diesmal nachholen; nachdem wir unser Boot bis zum Anschlag mit Lebensmitteln, Wein, Gas, Diesel, Wasser usw. gefüllt haben (denn hier in Le Marin ist es so günstig wie nirgends) war für Sonntag 24.3. eine Radtour geplant, Neill hat wieder eine Route heruntergeladen und laut Wetterbericht sollte es mittags zum regnen anfangen, deshalb stellten wir den Wecker auf 5.30 Uhr, 😩 machten alles fertig und wollten gerade los, da fing es zum regnen an. So dann warten wir eben – um 10 Uhr sah es so aus, als ob der Regen durch wäre und wir machten uns auf die Socken, doch bis das Dingy beladen, wir an Land sind und alles wieder ausgeladen und zusammen gebaut ist, das dauert seine Zeit. Gott sei Dank konnten wir unsere Fahrradsäcke bei einem freundlichen Franzosen im Boot deponieren, damit sie – hoffentlich – nicht nass werden. Los ging es und nach 200 Meter fing es schon zum regnen an und wir suchten uns das erste Dach zum unterstellen; nach 10 Minuten radelten wir weiter doch nach 1,5 km oder so war es schon wieder vorbei. Langsam wurde ich fast ein bisschen sauer, 😠😠😠wir wollten doch den südlichsten Teil der Halbinsel anschauen. Also weiter ging es und das 3. Mal suchten wir Schutz an einer Tankstelle. Aber dann hat uns unser Glück nicht verlassen und wir konnten eine traumhaft schöne Biketour genießen 🌞; am Meer entlang durch tiefen Sand – da brauchst du keinen Berg, der Sand hält dich fest genug und fordert seinen Tribut – durch Mangroven Wälder, Palmenanlagen, steile Küstenwege, Mondlandschaften und vieles mehr.

Nach 36 km und 360 Höhenmetern waren wir wieder zurück, diesmal haben wir gnadenlos ausgenutzt, dass eine Waschanlage direkt neben unserem Dingy Pontoon war und unsere Räder abgespritzt. Ich glaube, das letzte mal waren sie so sauber in England doch kaum fertig mit Waschen, fing es wieder zum regnen an – wir haben Rast bei Mac Donalds gemacht (natürlich nur wegen des freien WiFi) unsere Bilder hochgeladen und unsere Räder trocknen lassen. Unser Weg zum Boot zurück war dann wirklich eine Punktlandung🤭 – kaum hatten wir alles im trockenen fing es wieder an zu regnen, doch jetzt war es uns ziemlich egal und wir genossen bei einer Tasse Kaffee den Regen und waren absolut glücklich und zufrieden mit unserem Sonntag.😀😀😀

Besuch aus England

Nein ihr kein Deschavu und ich hab auch nicht zu tief ins Glas geschaut, 🙈Nein, wir sind wieder in Bequia – wir treffen uns dort mit Dave und Nicola, Freunden aus England, die hier Urlaub machen und uns Tauchermasken und Ersatzteile fürs Boot mitgebracht haben. Dave ist ein erfahrener Segler und für Nicola war es das 1. Mal, dass sie auf einem Segelboot war und zum segeln ging; sie kamen mit dem Taxi von Friendship Bay und Neill holte sie am Steeg mit dem Dinghi ab. Geplant war nach Petit Nevis zu segeln, dort Mittag zu essen, zu schwimmen und wieder zurück. Aber Segeln und planen🙄🙄 – genau das sind zwei Welten, die aufeinander treffen; wir hoben den Anker, motoren raus, da gab unser nagelneuer Motor ein Warngeräusch – zuwenig Öl – kann nicht sein, da Neill morgens den Ölstand überprüft hatte und mehr als genug drin war. Okay, Motor aus und Segel setzten, Dave steuerte unsere Artemis, als ob er nie etwas anderes gemacht hätte und Neill fragte Nicola, ob sie auch mal versuchen möchte. Ganz zaghaft übernahm Sie den Tiller und was soll ich euch sagen, Sie ist ein echtes Naturtalent, denn sie konnte hervorragend den Kurs halten und hatte auch mächtig Spaß dabei. Der Wind blies uns leider immer weiter weg von Petit Nevis sodass wir nach zwei Stunden Plan B in Angriff nahmen und zurück nach Por Elizabeth segelten. Lunch gab’s unterwegs und da wir unseren Motor nochmal testen wollten, verzichteten wir auf viele Tacks und was soll ich euch sagen, der Motor sprang an, als ob nichts gewesen wäre. Auf Nachfragen bei Yanmar sagten die uns, das wir einfach weiter fahren sollen und falls das Problem nochmal auftritt, der 50 Stunden Kundendienst vorher gemacht werden soll.

Als wir wieder am Anker waren, ging es erstmal ins Wasser und hinterher verwöhnten wir die beiden mit Tinkers Kaffee (Kaffee mit Baileys ) und zum Dinner gingen wir gemeinsam in Jaks Restaurant, dort gab’s Büfett und Live Musik – echt cool aber um uns unterhalten zu können, mussten wir uns fast anschreien.

Am nächsten Tag testeten wir die neuen Tauchermasken und ich kann euch sagen, mega klasse toll. Am Rand des Anker Platzes ist ein Felsen und unter den Steinen wimmelt es nur so von Fischen, Seeigeln, Seeeiern und sogar einen Rochen haben wir gesehen. Es macht wirklich unglaublich viel Spaß die Unterwasser Welt zu entdecken und dabei nicht ständig das Gefühl zu haben ab zu saufen. Danke nochmal unseren Kurieren.😘😘

Am 15.3. haben wir Dave und Nikola dann in Friendship Bay besucht; wir sind hingesegelt und haben direkt vor ihrem Hotel geankert, sind rüber geschwommen und ich bin mir fast wie ein Bond Girl vorgekommen; aus dem Wasser steigen und direkt an der Strandbar einen Drink nehmen🍹🍹 – ich sag euch das hat was. Nach einem ausgiebigen Ratsch mit den beiden verabschiedeten wir uns, schwammen zurück an Board und verließen den Strand, da wir in diesem Swell nicht bleiben wollten und motorten die 15 Minuten nach Petit Nevis und ankerten dort.