Besuch aus England

Nein ihr kein Deschavu und ich hab auch nicht zu tief ins Glas geschaut, 🙈Nein, wir sind wieder in Bequia – wir treffen uns dort mit Dave und Nicola, Freunden aus England, die hier Urlaub machen und uns Tauchermasken und Ersatzteile fĂŒrs Boot mitgebracht haben. Dave ist ein erfahrener Segler und fĂŒr Nicola war es das 1. Mal, dass sie auf einem Segelboot war und zum segeln ging; sie kamen mit dem Taxi von Friendship Bay und Neill holte sie am Steeg mit dem Dinghi ab. Geplant war nach Petit Nevis zu segeln, dort Mittag zu essen, zu schwimmen und wieder zurĂŒck. Aber Segeln und planen🙄🙄 – genau das sind zwei Welten, die aufeinander treffen; wir hoben den Anker, motoren raus, da gab unser nagelneuer Motor ein WarngerĂ€usch – zuwenig Öl – kann nicht sein, da Neill morgens den Ölstand ĂŒberprĂŒft hatte und mehr als genug drin war. Okay, Motor aus und Segel setzten, Dave steuerte unsere Artemis, als ob er nie etwas anderes gemacht hĂ€tte und Neill fragte Nicola, ob sie auch mal versuchen möchte. Ganz zaghaft ĂŒbernahm Sie den Tiller und was soll ich euch sagen, Sie ist ein echtes Naturtalent, denn sie konnte hervorragend den Kurs halten und hatte auch mĂ€chtig Spaß dabei. Der Wind blies uns leider immer weiter weg von Petit Nevis sodass wir nach zwei Stunden Plan B in Angriff nahmen und zurĂŒck nach Por Elizabeth segelten. Lunch gab’s unterwegs und da wir unseren Motor nochmal testen wollten, verzichteten wir auf viele Tacks und was soll ich euch sagen, der Motor sprang an, als ob nichts gewesen wĂ€re. Auf Nachfragen bei Yanmar sagten die uns, das wir einfach weiter fahren sollen und falls das Problem nochmal auftritt, der 50 Stunden Kundendienst vorher gemacht werden soll.

Als wir wieder am Anker waren, ging es erstmal ins Wasser und hinterher verwöhnten wir die beiden mit Tinkers Kaffee (Kaffee mit Baileys ) und zum Dinner gingen wir gemeinsam in Jaks Restaurant, dort gab’s BĂŒfett und Live Musik – echt cool aber um uns unterhalten zu können, mussten wir uns fast anschreien.

Am nĂ€chsten Tag testeten wir die neuen Tauchermasken und ich kann euch sagen, mega klasse toll. Am Rand des Anker Platzes ist ein Felsen und unter den Steinen wimmelt es nur so von Fischen, Seeigeln, Seeeiern und sogar einen Rochen haben wir gesehen. Es macht wirklich unglaublich viel Spaß die Unterwasser Welt zu entdecken und dabei nicht stĂ€ndig das GefĂŒhl zu haben ab zu saufen. Danke nochmal unseren Kurieren.😘😘

Am 15.3. haben wir Dave und Nikola dann in Friendship Bay besucht; wir sind hingesegelt und haben direkt vor ihrem Hotel geankert, sind rĂŒber geschwommen und ich bin mir fast wie ein Bond Girl vorgekommen; aus dem Wasser steigen und direkt an der Strandbar einen Drink nehmenđŸčđŸč – ich sag euch das hat was. Nach einem ausgiebigen Ratsch mit den beiden verabschiedeten wir uns, schwammen zurĂŒck an Board und verließen den Strand, da wir in diesem Swell nicht bleiben wollten und motorten die 15 Minuten nach Petit Nevis und ankerten dort.

Granada

Eigentlich wollten wir St. Vincent und die Grenadinen nicht verlassen, aber weil wir Anfang MĂ€rz einen Freund in Bequia treffen, hĂ€tte unser Visum fĂŒrs Boot eh nicht gereicht, deshalb entschlossen wir uns am 26.2. ein neues Land Granada zu erkunden. ?Nachdem wir uns in in Carriacou wieder registrieren haben lassen, machten wir in Ronde Island einen Stop und ankerten ganz allein neben einem Unterwasservulkan – Kick-Ăšm-Jenny, der als aktiver submariner Vulkan gilt; letzte Eruption Juli 2015. Wir versuchten an Land zu rudern, doch die starke Brandung machte uns einen Strich durch die Rechnung, also dann eben nur schwimmen und was besonders fĂŒr Neill total unfassbar war, dort hatten wir kein Internet;? dann ging es weiter downwind nach Prickly Bay – wir hatten entlang des Festlandes immer wieder Beschleunigungszonen sodaß unsere Chiara keine Chance hatte zu steuern, was fĂŒr uns hieß selber ran an den Tiller.?

Von Prickly Bay sind wir nach St. Georg, der Hauptstadt von Granada, mit dem Bus gefahren; voll witzig denn die Kleinbusse fahren die Straße entlang hupen und wenn du winkst, hĂ€lt er an und wenn du raus willst gibst du dem Fahrer ein Zeichen und er hĂ€lt an – mega cool; wir sind durch ein Wohngebiet gedĂŒst und der Fahrer hat die ganze Zeit gehupt damit jeder weiß “He der Bus ist da”. Die Hauptstadt war nicht sonderlich spannend und am Sonntag hatten alle GeschĂ€fte zu, wir schauten uns die Burg und das Hafen Viertel an. Dort lag ein Partyboot und die Jugend wartete auf den Einlass – manchmal ist es echt unglaublich ” wieviel Frau in wie wenig Stoff passt” – aber die MĂ€del haben einfach ein ausgeprĂ€gtes Selbstvertrauen.?? Nachdem wir mit einem Irischen Paar noch ein Bier getrunken hatten machten wir uns auf den Heimweg und segelte am 4.3. weiter; unser nĂ€chster Halt war Halifax Harbour eine kleine Ankerstelle und wir staunten nicht schlecht, als uns eine englische Familie begrĂŒĂŸte, die wir schon zweimal auf den Kanaren getroffen hatten. Wir wurden abends auf ihr Boot eingeladen und trafen dort weitere Cruiser aus England und sogar Deutsche aus Dresden.

Heute 5.3. sind wir zu den Concord Falls gelaufen – endlich mal wieder ein bisschen sportlich betĂ€tigen – denn zum Fahrrad fahren waren die letzten Inseln immer zu klein und der Verkehr hier ist ehrlich gesagt nicht zum radeln bestimmt???. Nach knapp 5 Km erreichten wir den Wasserfall; erst entlang der Hauptstraße und dann eine kleine steil ansteigende Teerstraße durch den “Urwald” – BananenbĂ€ume, bunte Blumen, BambusstrĂ€ucher und vieles mehr, total schön.

Endlich erreichten wir den Wasserfall und konnten es kaum glauben, dass außer uns kein Mensch da war – also schnell umziehen, Badesachen an und rein ins erfrischend kĂŒhle SĂŒĂŸwasser – so cool.?? Nach unserer Badeeinlage haben wir uns am Kiosk ein Bier gegönnt und die Lady hat uns erklĂ€rt, dass an normalen Tagen so ca. 300 Besucher vorbei kommen aber heute sei wohl ein ruhiger Tag – GlĂŒck fĂŒr uns und kurz vorm Sonnenuntergang waren wir wieder daheim auf unserer Artemis.

Union Island

Seit 18.2. sind wir auf Union Island, erst waren wir in Clifton Harbour zum einkaufen und jetzt sind wir einmal um die Insel zur Chatham Bay gesegelt, einer traumhaft schönen kleinen Ankerstelle.

Als wir ums Eck kamen, sagte Neill zu mir, das Boot sieht aus wie ein Rustler und wir nahmen es ganz genau unter die Lupe und siehe da, es war wirklich ein Ruster 36 – das gleiche Boot wie unsere Artemis – und auf ganz englische (vornehme ) Art fuhren wir vorbei und Neill rief den Leuten an Board zu: “Nice Boot” und wir bekamen als Antwort “same as you”; wir haben sie zum Kaffee eingeladen und Neill hat sofort in der Ruster Owner Liste nachgeschaut, wem das Boot gehört. Ich war am Ankerball aufhĂ€ngen und hörte Neill lauthals lachen und als ich fragte warum, meinte er, dass glaubst du nie – darauf ich – warum heißt der Eigner auch Neill und Neill meinte, nein besser er heißt Hogarth. Unglaublich, es gibt zwei Rustler 36 deren Besitzer Hogarth heißen und diese beiden Boote treffen sich – am Ar… der Welt – Wahnsinn oder.??

Die Bucht ist voll schön mit Pelikanen – ich glaub ich hab noch nie einen in echt gesehen, vielen Fischen und Wasserschildkröten und spĂ€ter werden wir wohl wieder versuchen, etwas durch unsere “alte” Taucherbrille zu sehen ohne dass wir ersaufen. Aber die neuen Tauchermasken sind schon bestellt und werden Anfang MĂ€rz eingeflogen per Kurier – Verbindungen sind einfach das halbe Leben.??

Horseschuhreff

Jetzt werden wir die Karibik entdecken, wie sie ĂŒberall beschrieben ist, mit weißen StrĂ€nden, blauem Wasser und Korallenriffen zum schnorcheln. Heute 12.2. wollten wir die beiden Inseln direkt am Horseschuhreff erkunden; wir sind richtig frĂŒh so um 7.30 Uhr aufgestanden, damit wir unser Dinghi aufpumpen und dann auf Erkundungstour gehen können. Um 8.30 Uhr sahen wir eine Squall ĂŒbers Reff hereinziehen und wir waren echt froh, noch an Board zu sein.??

1 Stunde spĂ€ter war alles vorbei und los gingˋs – wohlweislich hatten wir außer unserem Bikini und Badehose nichts angezogen und unsere Handys in PlastiktĂŒten verpackt, denn als wir die kleine Insel erreicht hatten waren wir Patsch naß. ??Wir machten einen Spaziergang auf den höchsten Punkt der Insel und entdeckten einen Leguan (der genauso Foto scheu wie fast alle Tiere war) eine Schlange und eine Schildkröte – gestern haben wir schon mehrere Wasserschildkröten gesehen doch auch die wollten sich nicht fotografieren lassen. Nach einem kurzen Schnorchelgang – ich bekomme die Maske einfach nicht dicht und deshalb ist es meistens ziemlich kurz fĂŒr mich – machten wir uns auf zur nĂ€chsten Insel.

Wir strandeten mit dem Dinghi an einem einsamen Strand und erklommen den Weg bis zum Gipfel um einen genialen Rundblick zu bekommen – das Reff sieht von oben wirklich wie ein Hufeisen aus. Auf der anderen Inselseite fanden wir eine Beachbar und super nette englische Segler – wir haben zusammen Rumpunsch getrunken und der hatte es echt in sich, denn Neill meinte beim zurĂŒck fahren, beim nĂ€chsten mal trinke ich nur einen. Hi – hi – ich muss nur im Dinghi sitzen, da kann ich auch zwei trinken. Die beiden Segler Mandy und Neil kamen am Heimweg noch bei uns auf einen Kaffee vorbei und heute hab ich wieder mein Englisch ausgepackt und ich sag euch nach zwei Rumpunsch lief das fast perfekt.???

Port Elisabeth, Petit Nevis, Friendship Bay

Wir sind am 7.2. in den Grenadinen in Port Elisabeth angekommen und wurden nicht wie in Noonsite berichtet von Einheimischen mombardiert, die uns eine Mooringboje andrehen wollten. Nachdem wir uns vorschriftsmĂ€ĂŸig angemeldet haben – als EU BĂŒrger bekommst du ein 6 Monatsvisum – haben wir neue SIM Karten besorgt, damit wir online und erreichbar sind und uns ganz gemĂŒtlich ein Eis gegönnt.? Beim Brot kaufen hat uns die BĂ€ckerin erzĂ€hlt, dass ihre BĂ€ckerei in Friendship Bay ist und wir meinten, da segeln wir morgen eh hin und dann kommen wir vielleicht mit dem Fahrrad vorbei. Sie war total verwundert, da sie meinte hier sind die Straßen aber alle ziemlich steil doch wir meinten: ” wir sind jung und fit und das macht uns nichts aus.” Aber als wir in Friendship Bay, dass nur auf der anderen Seite von Port Elisabeth ist ankamen, wussten wir, was sie gemeint hat. Ich hab keine Ahnung wie steil aber ich glaub dass von 20% nicht viel fehlt und noch dazu ist alles betoniert; nachdem es in der Bucht doch mehr Swell hat als wir gehofft haben, verlegen wir das Radeln auf eine andere Insel ?

Auf dem Weg nach Friedship, segelten wir an einer kleinen Insel vorbei wo drei Boote an Anker waren; es sah soo schön aus, dass wir uns spontan entschieden haben vor Petit Nevis zu ankern und eine Nacht dort zu verbringen. Wir gingen im blau grĂŒnen Wasser schwimmen und schnorcheln. ? Wie im Internet steht, kann man diese Insel fĂŒr ein “SchnĂ€ppchen” von nur 15 Millionen US Dollar kaufen – so schön ist sie nun auch wieder nicht, dass es diesen Preis rechtfertigen wĂŒrde und was macht man dann damit? Wir sind mit dem Dinghi an den Strand gerudert und haben uns alles genau angeschaut und festgestellt, dass wir die Insel nicht kaufen werden.

Bilder von der Karibik und wenn ihr wollt alle Fotalben nochmal

Endlich sind wir in der Karibik angelangt und natĂŒrlich gibtˋs auch wieder neue Bilder, bisher noch keine TraumstrĂ€nde aber wir sind bemĂŒht.???

Und wer nochmal unsere bisherigen Alben anschauen möchte, hier die Auflistung dazu:

Le Marin

Eigentlich wollte ich ja erst eine richtig schöne Karibik Insel finden und dann tolle Bilder schicken und von neuen Erlebnissen berichten, aber ich muss ! ??euch unbedingt erzĂ€hlen, dass wir heute einen WindfĂ€nger gebaut haben; einen WindfĂ€nger braucht man dazu, um Wind bzw. frische Luft ins Boot zu bekommen, damit wir nicht sooo schwitzen mĂŒssen. Wir haben schon ewig davon gesprochen und auch Max meinte damals (so lange ist das schon her?) dass es sicher gut wĂ€re, ganz vorne bei unserem Kojenhatch bzw. Schlafzimmerdachfenster einen zu installieren. Okay heute 28.1. haben wir mal geschaut, wo man so was bekommen kann und was das kostet. Mir sind fast die Ohren aus dem Kopf gefallen, als uns die Dame in dem Segelladen den Preis genannt hat, stellt auch vor, das Ding sollte fast 60,– Euro kosten. Daraufhin haben wir uns selbst etwas zusammen gezimmert und es schaut nicht nur mega toll aus sondern es funktioniert noch dazu.????

Dieses Transparent hab ich von meinen Turnerkids bekommen bzw. sie waren am Ortsrand von Nesselwang gestanden und haben mich verabschiedet und jetzt kommt es als WindfÀnger zum Einsatz. Mega cool oder.???

Atlantik Überquerung – 2. Teil

Heute 15.1. haben wir die HĂ€lfte unserer Wegstrecke zurĂŒckgelegt und ob ihr es glauben wollt oder nicht, seit heute steht fest, welche Insel wir ansteuern. Neill hat sich ausfĂŒhrlich damit beschĂ€ftigt, wo es am einfachsten ist sich anzumelden – wir bei der Einwanderungsbehörde und unser Boot im Land anmelden. Die Wahl fiel auf Martinique, diese Insel gehört zu Frankreich und ist eine Übersee Region vergleichbar mit Bretagne, die WĂ€hrung ist Euro und wir lassen uns ĂŒberraschen . Aber noch liegen nochmal ca. 1000 Nm vor uns und wenn wir da sind berichte ich euch natĂŒrlich davon ?denn es soll hier super schön sein; von Vulkanen, bis hinzu RegenwĂ€ldern und traumhaften StrĂ€nden.??

17.1. alles ist unverĂ€ndert bei mir, wir segeln seit vier Tagen mit der selben Segelstellung – nur dass wir jeden Tag ein bisschen die Seile verĂ€ndern, damit keines zu viel belastet wird. Ansonsten bin ich sehr im Urlaubsmodus ?was bedeutet: lesen, sonnen, ?schlafen einfach faul sein?.Außer den fliegenden Fischen? (die sind echt cool, denn sie fliegen wirklich von Welle zu Welle und am Anfang hab ich gedacht, dass es Vögel sind) gibtˋs auch keine Tiere, die ich beobachten könnte aber die Fische sind witzig.? Ja nach 1300 Nm gibt es nix neues ??

Uhrzeit

Da momentan nichts Spannendes bei mir passiert, wollte ich euch erzĂ€hlen, wie das bei uns mit der Uhrzeit funktioniert. ⌚Als wir am 6.1.19 um 11 Uhr in Mindelo weggesegelt sind haben wir unsere Uhrzeit nicht umgestellt, da es fĂŒr uns vollkommen egal ist, wie spĂ€t es ist – wichtig ist nur, wann 24 Stunden vorbei sind, damit wir notieren können, wie viele Nautikelmeilen wir geschafft haben.? Den Tagesablauf könnt ihr euch ungefĂ€hr so vorstellen: Aufstehen wenn es hell ist, essen wenn wir hungrig sind und ins Bett gehen wenn es dunkel ist und wir mĂŒde sind. 15 LĂ€ngengrade machen eine Stunde aus und momentan – wir sind bei 50 Grad – sollte unsere Uhr so ca. 3 Stunden vorgestellt werden, aber egal wenn wir in Martinique ankommen werden wir auf jeden Fall kein Jetlag haben.??

20.1. heute haben wir doch tatsĂ€chlich die Segel verĂ€ndert ??ja echt – da der Wind weniger ist, kommt unser Parasailor wieder zum Einsatz; nachdem wir jetzt 1 Woche lang mit den ausgepolten Segeln unterwegs waren durften wir mal wieder “Seglerarbeit ” machen – erst Segel einholen und dann den Parasailor hin?. Als wir auf dem Deck rumgelaufen sind haben wir doch tatsĂ€chlich einen mini kleinen fliegenden Fisch gefunden (er war höchstens 2 cm lang) und ich hab mich echt gefragt, wie er das geschafft hat bei uns aufs Boot zu kommen. Die einzige ErklĂ€rung erscheint mir, dass wir bei der KrĂ€nkung fast die gleiche Höhe wie das Meer hatten und er nicht hoch springen bzw fliegen musste – aber leider hat er es nur aufs Boot und nicht mehr runter geschafft. ? Ja heute war echt ein besonderer Tag; am Nachmittag saßen wir draußen nach dem duschen – wir haben eine super solar Dusche (eigentlich ist es ein schwarzer Sack, in den man Wasser einfĂŒllt und dann in die Sonne legt; danach ist das Wasser echt super heiß und du musst erst prĂŒfen, damit du dich nicht verbrennst) und haben darĂŒber gesprochen, dass es toll wĂ€re ein anderes Schiff zu treffen und nach dem Wetterbericht fragen zu können und kurz danach sah ich wirklich ein Schiff am Horizont; wir haben gleich am EAS geschaut, wie es heißt und dann Kontakt aufgenommen und was soll ich sagen er hat wirklich mit uns gesprochen und uns die neuesten Wind- und Wettervorhersagen mitgeteilt. Danke nochmal Rio Tamara und am Abend kamen die ersten Delphine vorbei und ich hatte schon Angst, dass ich gar keine sehen werde.?? außerdem ist fast Vollmond und draußen ist es Tag hell ??

21.1. In der Nacht ist der Wind so stark geworden, so dass wir den Parasailor weggemacht haben ( mittlerweile sind wir schon Profis im dunklen dieses Segel Weg zu machen ?) und dann nur mit dem Genoa mit 5,5 Ktn. weiter gesegelt sind – vorbei wars mit stabiler und ruhiger Lage. ?Den Wetterbericht, den uns die Rio Tamara mitgeteilt hatte stimmte diesmal wirklich – der Wind frischte auf und die Richtung drehte sich langsam auf Nord – Nordost. Wir haben wieder die Segel ausgepoolt und waren flott unterwegs. Die ganze Nacht war der Wind gleichbleibend bestĂ€ndig und stark, so dass wir echt gut voran kommen. Ja jetzt sind wir fast da – nur noch ca. 250 Nm.??

Am 24.1. um kurz vor 11 Uhr (nach Mindelo Zeit) Ortszeit 6.50 Uhr sind wir in Martinique angekommen; nach 2162 Nm waren wir da !!!!!!!!! ?Echt cool und kaum zu glauben dass wir diese wahnsinnige Strecke in “nur ” 18 Tagen hinter uns gebracht haben. Ein bisschen Stolz bin ich schon – ĂŒber den Atlantik, dass ist von vielen Seglern ein Traum oder eine Wunschvorstellung â›”- und ich (als ganz ” junge Seglerin”- denn dass ich keine Ahnung vom Segeln hab, darf ich ja nicht mehr sagen??) bzw. wir haben es geschafft !!!!! Jetzt muss und darf ich allen Bescheid sagen, dass ich noch am Leben bin und wieder erreichbar.

In den nĂ€chsten Tagen heißt es: sich registrieren lassen; ganz gemĂŒtlich ein Bier trinken und Essen gehen, sich einfach wieder an andere Menschen gewöhnen. Dann unser Boot wieder mit Essen und Wasser voll machen – Tanken brauchen wir nicht, denn wir haben auf die ganze Strecke zwei Motorstunden und somit ist unser Tank noch voll bis oben hin. Und dann suchen wir karibische StrĂ€nde??, denn in dieser Ankerstelle sind außer uns noch mindestens 100 andere Boote.??

1000 Nautikelmiles

Heute 14.1.19 um 20.20 Uhr haben wir unsere ersten 1000 Nm am StĂŒck voll gemacht – cool oder?? – das ist die bisher lĂ€ngste Etappe unserer Reise und es ist noch kein Ende in Sicht. Wir sind jetzt irgendwo im Atlantik genauer gesagt bei: 16°06.605ÂŽN und 041°45.371ÂŽW, aber wir sind ca 1000 Nm von Französisch Guyana und genauso weit von Santo Antao entfernt und morgen irgendwann werden wir dann die HĂ€lfte unserer Wegstrecke haben?. Heute haben wir Besuch von zwei Vögeln gehabt aber kein Boot, kein Schiff und nicht mal ein Flugzeug ist ĂŒber uns am Firmament zu entdecken, es gibt nur fliegende Fische und ganze Teppiche voll Seegras. Zur WĂŒrdigung der 1000 Nm haben wir uns Baileys und Schokoladen Kekse gegönnt ?.

Einsamkeit – nicht wirklich – nur unglaubliche Weite, Ruhe, Zufriedenheit, GlĂŒck und Gelassenheit; ihr fragt euch sicher was wir den ganzen Tag machen aber es gibt immer etwas zu reparieren oder zu verbessern oder einfach nur lesen, ratschen bzw. ich mein Englisch verbessern oder die Weite des Meeres genießen ?; heute abend gabˋs wieder einen mega tollen Sonnenuntergang mit rotem Himmel, rosigen Wolken, die aussehen als ob sie aus Watte wĂ€ren – ich wĂŒnschte ihr könntet es sehen, den auf keinem Foto der Welt kann man diese Stimmung einfangen und wieder geben.?

Das ist unsere Reiseroute:

Atlantik Überquerung

1. Teil

Am 6.1.19 11Uhr starteten wir unseren bisher grĂ¶ĂŸten Törn. Alles vorbereiten, noch einen Kanister Diesel auffĂŒllen, dann den Anker verstauen und los gehtˋs in die Karibik?. Die Wetterprognose ist stabil und sagt uns fĂŒr die nĂ€chste Woche konstanten Wind, nur zu Beginn soll es ein Windloch hinter Santo Antao geben, doch fĂŒr wenig Wind haben wir ja unseren Parasailor und der kam auch gleich zum Einsatz. Ein anderes Boot ĂŒberholte uns gleich am Anfang doch den haben wir dann nach 1 Stunde wieder ĂŒberrundet, mit 4.5 Ktn lief es ganz gut bis der Wind dann wirklich Feierabend machte und wir tĂŒmpelten so dahin.?? Aber der liebe Gott hatte ein Einsehen mit uns und so gegen 19 Uhr kam der Wind zurĂŒck und wurde immer mehr, bis wir dann um 21.10 Uhr den Parasailor weg gepackt haben und das Genoa gesetzt. Ich hab wieder die erste Wache und so sitze ich jetzt hier unterm Sternenhimmel und dĂŒse mit 6 Ktn. dahin – es ist so schön wieder auf Achse zu sein, nachdem wir jetzt acht Tage in Mindelo waren. Gegen 23.30 Uhr sah ich doch wirklich einen anderenen Segler; lange Rede kurzer Sinn ich hab ihn ĂŒberholt und nach einer Weile konnten wir ihn nicht mehr sehen.?

7.1. nach einer ruhigen und wirklich wunderschönen Nacht hiessten wir heut zusĂ€tzlich das Mainsail und wir kommen richtig gut voran. Das schöne am Abwind Segeln ist, dass du ĂŒberhaupt nicht spĂŒrst mit welcher Geschwindigkeit du unterwegs bist. Den ganzen Tag haben wir niemanden gesehen und gegen 20 Uhr waren gleich zwei Boot da – einer ist an uns vorbei gefahren und der andere hat wahrscheinlich das gleiche Ziel wie wir. Dann hoff ich mal auf eine ruhige Nacht. Denkste!! ???Zuerst haben wir das Mainsail weggemacht, weil das Genoa zu floppen anfing, dann hab ich versucht das Genoa straffer zu ziehen, dann die SegelflĂ€che reduziert usw. kurz gesagt ich hab bis 1 Uhr rumgespielt mit kaum Wind und war ziemlich sauer als mein Speed auf 1,5 Ktn. runter ging. Neill gingˋs dann auch nicht viel besser und so haben wir um 8 Uhr am 8.1. den Parasailor gesetzt und jetzt segeln wir bei kaum Wind mit 4,5 Ktn. in die richtige Richtung – easy going ???

Vorher sind doch wirklich ein Schwarm fliegender Fische an uns vorbei gezogen ?das ist echt witzig wie sie aus dem Wasser flattern und als Kind hab ich gedacht, dass man mir einen BĂ€ren aufbinden will, denn so was gibt es doch gar nicht. Aber jetzt weiß ich es besser denn ich hab schon einen aus der NĂ€he gesehen.

Hab ich euch ĂŒberhaupt schon von unserem Wassergenerator erzĂ€hlt? Das ist ein GerĂ€t dass man im Wasser hinter dem Boot herzieht und das durch das Drehen einer Turbine am Ende eines langen Seiles, Strom hersrellt. Heute haben wir mit genau diesem GerĂ€t ein Fischernetz eingefangen und das in 5000 Meter tiefe witzig oder ????

Und dann gingˋs los mit dem morgentlichen Segler Work out: Parasailor runter, Genoa rauf; abwarten: Wind von der Seite Mainsail dazu; abwarten; um 11 Uhr hat sich der Wind wieder gedreht; Mainsail und Genoa weg und Parasailor rauf; wer braucht da schon ein Fitnessstudio. ??Ansonsten verlief unser Tag sehr ruhig; wir waren von der Nachtwache doch beide etwas mĂŒde, aber zum schlafen hat es nicht gereicht. Am frĂŒhen Nachmittag tranken wir Kaffee da meinte Neill, da quietscht etwas an der Rolle vom Parasailor; wir montierten erst ein anderes Sail um den Druck von der Rolle zu nehmen und dann haben wir die ganze Rolle ausgetauscht und bei der Gelegenheit die andere Seite auch noch gleich geĂ€ndert. Brot backen stand auch noch auf unserer Too do Liste und da die Sonne ihren Beitrag in Form von WĂ€rme dazu tun muss durften wir nicht zu spĂ€t starten. Ich hab dann gleich etwas Teig fĂŒr unser Abendessen – es gab Pizza – abgezweigt und um halb acht war ich dann so mĂŒde, dass ich ein SchlĂ€fchen bis um 21.30 Uhr brauchte.? Dann Schichtwechsel, erst lief alles ruhig – Kurs, Geschwindigkeit, WindstĂ€rke alles bestens, doch langsam aber stetig nahm die WindstĂ€rke zu, was bedeutet, dass wir den Parasailor weg machen mĂŒssen. Es ging auf und ab ( 10.1.) und um 1.30 Uhr – es war kein Stern mehr zu sehen – kam eine starke Windboe und Chiara (unsere Windvane) konnte nicht mehr lenken. Ich wollte ihr helfen hab aber in die falsche Richtung gesteuert und so kollabierte das Segel;?? lautstark rief ich nach Neill und nach 10 Minuten war alles wieder unter Kontrolle. Neill meinte, dass es nicht meine Schuld war, denn so eine plötzliche “Windhose” bringt alles durcheinander – ich war doch etwas aufgewĂŒhlt und schickte den KapitĂ€n wieder ins Bett – 2.45 Uhr Schichtwechsel – jetzt bin ich mĂŒde und schlafe ganz schnell ein, um 6.30 Uhr weckt mich Neill – zuviel Wind fĂŒr den Parasailor – wegpacken (mittlerweile lĂ€uft dass fast wie im Schlaf) Genoa rauf und ich ĂŒbernehme die nĂ€chste Schicht.? Heute wollen wir unser Dingi putzen, denn als wirs in Mindelo weggepackt haben war es ganz schmierig vom Hafenwasser; auspacken und aufs Vordeck legen bei etwas Swell war eine kleine Herausforderung – aber alles gemeistert sauber !! und als es trocken war haben wirs wieder verstaut.

11.1.19 Heute Nacht verlief wieder ruhig, außer dass wir etwas durchgeschĂŒttelt wurden ; um kurz vor sieben passierten wir unseren zweiten Wegpunkt nach 600 Nm. Wir haben einen Mitsegler ??? um 7.15 Uhr hab ich hinter uns ein Segelboot entdeckt und gleich auf unserem EAS nachgeschaut was es denn fĂŒr einen Namen hat: Zingay mit der MMSI Nr. 205817510.?? Klar haben wir versucht mit ihm Kontakt aufzunehmen, aber egal ob Neill oder ich es probiert haben ĂŒber normalen Funk oder ĂŒber MMSI Anfrage direkt – er hat uns einfach ignoriert.?? Schade denn wir hĂ€tten gerne nach den neuesten Wetterprognosen gefragt, da unsere doch fast schon eine Woche alt sind.

Dann gab es eine genaue Besprechung, wie wir es machen mit dem Genoa auspoolen (was bedeutet, dass eine Stange das Segel fest nach außen drĂŒckt, damit es nicht zusammenfĂ€llt) bis wir wussten, wie wirs machen wollten war der Wind so wenig, dass wir wieder den Parasailor gesetzt haben. Und 1,5 Stunden spĂ€ter wieder abgenommen – ich sag ja wer braucht ein Fitnessstudio.?? Genoa ausgepoolt und weiter gingˋs mit 5 Knoten das macht Spaß. So fuhren wir den ganzen Tag und die ganze Nacht mit den gleichen Segeln dahin. Ich glaub wir sind gerade ein bisschen im Geschwindigkeitsrausch denn jeder von uns genießt es voran zu kommen, aber ich finde auch die unendliche Weite des Meeres unbeschreiblich schön – du siehst vor dir den Horizont, Sonne oder Sterne und Mond und in alle Richtungen Wasser sonst nix.

12.1. heut Nachmittag hat der Wind nachgelassen und wir fuhren mit “nur” 4 Ktn. dahin und wir ĂŒberlegten, was wir verbessern können ? Parasailor setzten – aber wenn der Wind nachts mehr wird ?? Andere Segel dazu??? Fragen ĂŒber Fragen ???- wir haben uns einfach fĂŒrs nichts tun und abwarten entschieden. Um 20 Uhr – fast dunkel – hatten wir dann fast Flaute – gut o.k. dann gehen wir schlafen und lassen uns durchschaukeln.

13.1. um 2.30 Uhr bin ich aufgewacht und es hat zu regnen angefangen – ich hab keine Ahnung wann es das letzte mal richtig geregnet hat? – super jetzt wird unsere Artemis endlich gewaschen, der Saharasand aus den Segeln und das Deck mal mit Frischwasser – das tut gut.?? Um 5 Uhr frischte der Wind auf und jetzt tĂŒmpeln wir nicht mehr mit 3Ktn nö nö wir fahren wieder mit 5 oder 4 Ktn. Wera – meine Freundin hat mich mal gefragt was den das Schlimmste wĂ€re was ich mir fĂŒr die AtlanikĂŒberquerung vorstellen könnte? Ich hab ĂŒberlegt und vor acht Monaten hĂ€tte ich wahrscheinlich gesagt zuviel Wind, aber jetzt weiß ich definitiv das zuwenig bzw. gar kein Wind das Schlimmste ist, da du ĂŒberhaupt nichts dagegen machen kannst außer abwarten. Aber ich beschwere mich nicht denn die letzte Woche lief es total gut ?- (2 Stunden spĂ€ter) Ich hab’s mir anders ĂŒberlegt ich beschwere mich doch ?? kaum hatte ich alles auf mehr Wind eingestellt den Kurs und Chiara, da ging der Wind wieder ins Bett ? und ich bzw wir tĂŒmpeln wieder dahin.? Doch als wir aufgestanden waren und uns beim Kaffee ĂŒberlegt hatten, den Parasailor zu setzen, kam der Wind zurĂŒck und ich sagte zu Neill: ” wir machen jetzt 5 Ktn. ich glaub, wir brauchen keinen Parasailor.”? Dann haben wir uns um die Sitzpolster unserer RĂŒckwĂ€nde im Salon gekĂŒmmert, denn an mehreren ist der Klett abgegangen und musste erneuert werden; was wir dafĂŒr brauchten hatten wir von den super netten Rustler Arbeitern in Falmouth bekommen. Anschließend haben wir das Jib auch noch ausgepoolt und jetzt können wir wie ein Schmetterling Downwind segeln..? Und zur Feier des Tages haben wir eine Phase 10 gespielt und ich hab verloren – aber das macht nichts. Nach dem Abendessen begann meine Nachtschicht und ich sitz draußen unterm Sternenhimmel mit dem Halbmond ĂŒber mir.???