Eine Hommage an Französisch Polynesien

Als wir am 29.4.2020 nach 54 Tagen auf dem Meer in Hiva Oa (Marquesas) gelandet sind, waren wir unglaublich froh und glücklich, den Anker zu werfen 👍. Als wir im März in Ecuador gestartet sind, war unser nächstes Ziel die Osterinseln, dann Pitcairn doch diese Inseln waren absolut gesperrt wegen Covid !? 😲😲Covid war eine Krankheit, irgendwo in China und kein Mensch konnte ahnen, wie lange und wie einschneidend diese Pandemie die Welt verändern wird.😲🤭

Ja wir hatten solches Glück, dass wir trotz Lockdown und geschlossenen Grenzen hier in Französisch Polynesien bleiben durften. Nachdem in Hiva Oa  40 Tage 😲😲 Quarantäne vorgeschrieben war, hatten wir Glück, dass unsere Zeit auf See angerechnet wurde. Zu diesem Zeitpunkt war kein einziger Fall von Corona auf den Marquesas. Wir durften gleich am nächsten Tag an Land👍. Am 1. Mai bekamen die Boote, die ihre Quarantäne gemacht hatten eine Flagge, damit die Insel Bevölkerung sehen konnte, dass diese Boote “clean” sind und keine Ansteckungsgefahr von uns ausgeht. Damit konnten wir uns dann frei in den Marquesas bewegen und nach und nach auch in den anderen Archipele segeln. ⛵⛵

Hiva Oa

Wir hatten ein Gebiet so groß wie Europa zur Verfügung und durften die Marquesas, die Tuamotus, die Gesellschaftsinseln und die Austral Inseln bereisen 😆😆. Wenn ihr jetzt fragt, wo es am schönsten war 🤔, kann ich mich überhaupt nicht entscheiden, denn alle Archipele haben ihren besonderen Reiz 🤣😂.

Hiva Oa

Ich hab mir die Südseeinseln auch nicht als Vulkanische Inseln vorgestellt 🤭, sondern eher so die Tuamotus mit Palmen, Korallen, weißen Stränden und fantastisch blau, türkisfarbenem Wasser. Eine artenreiche Unterwasser Welt und unglaublich vielen Haien 🦈🦈. Und weil wir schon bei den Tuamotus sind, hier haben wir selbst Kokosmilch hergestellt, sind in Pässen geschnorchelt und haben sehr viel Joga gemacht 🤣.

Tuamotus

In den Marquesas haben wir zum ersten Mal Chutney gemacht, da wir sooo viele Früchte geschenkt bekommen haben  👍😘. Außerdem sind wir sehr viel geradelt, was zum Teil wirklich sehr anspruchsvoll war (Steigungen mit ca. 30 %), und viel gewandert und Maraes sowie Tikis besichtigt. 😊

In den Gesellschaftsinseln sind wir in Moorea mit Walen 🐳 geschwommen, was ein unvergessliches Erlebnis war, in Tahiti haben wir die Insel mit dem Fahrrad überquert 🚲und mussten fast über Nacht in einem Hotel auf dem Berg bleiben, weil das Tal geflutet war 😲. Hier haben wir unsere Covid Impfungen bekommen, als daheim in Deutschland noch keiner in unserem Alter überhaupt daran gedacht hat. Auf Bora Bora waren wir Berg steigen⛰️ und haben Cocktails im Jachtclub getrunken. In Raiatea haben wir Taputapuatea, eine archäologische Anlage besichtigt, die zeigt wie die Besiedlung von hier aus bis nach Hawaii oder zu den Osterinseln erfolgte. Der “heilige Pass” war für uns auch etwas ganz besonderes. Außerdem mussten wir hier in Raiatea auch unsere Wanten reparieren lassen, die uns auf dem Weg nach Maupiti gebrochen waren 😲😩. Maupiti die Insel, wo die Zeit fast für uns stehen blieb😆😆 und last but not least Huahine, wo wir die blauäugigen heiligen Aale gesehen und ein fantastisches Museum besucht haben 👍.

Tahiti

Zu meinen Favoriten gehören glaube ich aber, die Austral Inseln, dieses Archipel ist so weit weg von allem, dass der Tourismus fast überhaupt keine Rolle spielt😀😀. In Raivavae haben wir gemeinsam mit 20 anderen Booten Sylvester verbracht, in Tubuai sind wir mit dem Chef der Gendarmerie drei Tage beim radeln gewesen, waren zum Empfang und anschließenden Essen mit dem Präsidenten Fritch eingelanden 😉😉. In Rurutu haben wir auf dem Rücken von Pferden Berggipfel erklommen, haben Stalaktiten Höhlen bewundert und Radtouren wie in den Dolomiten gemacht👍. Das einzige Archipel was wir nicht geschafft haben sind die Gambies 😩🤣aber wer weiß 😉😉.

Die Austral Inseln

Doch egal auf welcher Insel in egal welchem Archipel überall haben wir unwahrscheinlich freundliche, zufriedene, glückliche, selbstlose Menschen und neue Freunde gefunden. VIELEN DANK französisch Polynesien 😘😘 Danke,  dass wir uns hier so sehr willkommen und zu Hause fühlen durften. Wir hatten das Privileg, diese Inseln fast alleine für uns entdecken zu können und sie  mit so wenigen anderen Menschen teilen zu müssen 😘.

Nach 17 Monaten dürfen wir unsere Reise fortsetzen, doch wird dieses Land einen ganz besonderen Platz in unserem Herzen bewahren ❤️. Jetzt können wir verstehen, dass Weltumsegler am Ende ihrer Reise hier in Französisch Polynesien bleiben, denn hier ist es nicht nur unbeschreiblich schön sondern auch die Menschen sind wahnsinnig freundlich, offen und hilfsbereit 😀. Es spielt keine Rolle, welches Geschlecht du hast, welchen Glauben oder ob du Geld hast oder nicht. Ein “Io rana” (Hallo in Polynesisch) bekommt man von jedem und überall 🤣🤣.

Wir verabschieden uns ebenfalls von vielen unserer Segelfreunde, die entweder noch hier bleiben oder in eine andere Richtung segeln. Doch wir treffen uns wieder, die Welt ist rund 🤣🤣.

Doch wir freuen uns schon auf Australien, ein neuer Kontinent, neue Abenteuer, neue Menschen und ganz sicher neue Freunde 😀👍.

Verloren im Paradies

Ich hätte niemals gedacht, dass man Zeit und Raum vergessen, sich treiben und von Tag zu Tag leben kann. Wir waren jetzt fast vier Wochen hier und in diesem wunderschönen Atoll von Tikehau ist genau das möglich 🤗.

Wir haben uns über die weiteren Pläne Gedanken gemacht, viel an unserem Boot auf Fordermann gebracht und die Einsamkeit hier in dieser unberührten Natur genossen. Unsere “sozialen Kontakte” beschränkten sich auf zwei Boote, mit denen wir Kaffee getrunken haben und drei Touristen, die mit ihren Kanus zu unserer Artemis gepadelt sind 🤭😄.

Tikehau

Unsere Aussichten, mit einem Agenten nach Australien zu kommen, haben wir realistisch gesehen, begraben. Doch wir hofften, dass wir zumindest unser Geld wieder zurück bekommen würden, denn unser Agent hatte seinen Teil des Vertrages nicht erfüllt, denn er sollte uns über den Verlauf und den Progress seiner Bemühungen informieren und auf dem laufenden halten. Neill schrieb eine Mail und forderte ihn umgehend auf, uns über den bisherigen Verlauf zu informieren ansonsten werden wir rechtlich Schritte einleiten. Ihr werdet es nicht glauben aber zwei Tage später antwortete unser Greg, er entschuldigte sich und erklärte uns, dass er in der nächsten Woche mit einem Bescheid rechnen würde. 🙄🙄 Dann warten wir eben noch mal und ob ihr es glaubt oder nicht nach einer Woche hat er uns unsere Visas geschickt 😲🤗🤗🤗.

Ich konnte es nicht glauben und ehrlich gesagt ist es immer noch nicht in meinem Hirn angekommen, doch wie es aussieht können wir unsere Reise fortsetzen. GO WEST! 😀🤣

Jetzt brauchen wir nur noch die Genehmigung vom Grenzschutz und dann liegt die nächste Mamut Etappe vor uns. Ca. 3500 Seemeilen und vorbei an Fidschi, Tonga, Samoa und den vielen kleinen Inseln, denn wir dürfen zwischendurch nirgendwo anlanden.

Jetzt beginnt die Zeit der Vorbereitungen:

  • Versicherung benachrichtigen
  • Seekarten herunterladen
  • Proviant vorbereiten
  • ausklarieren
  • usw. usw.

Doch zuerst einmal geht es zurück nach Huahine 😄🤭. Die Ausfahrt aus dem Pass war diesmal alles andere als langweilig 🙄. Wir benötigten doch wirklich vier!! Versuche, da die Gegenströmung einfach zu stark war. Ihr könnt das auf dem Bild sehen und ich versichere euch, dass wir nichts getrunken hatten 🤭🤣.

So sieht unser Track aus 🤭😂

Windfänger Nr. 3

Nachdem unser Windfänger, den uns Gertrud und Jon nach Curacao gebracht haben, nun leider ganz seinen Dienst aufgegeben hat, mussten wir einen neuen designen. Denn ersten haben wir aus dem Plakat meiner Turnerkids gemacht und jetzt kommt Nr. 3 in KNALL ORANGE 😲😂.

Hier in den Tuamotus sind die Passat Winde ziemlich stabil bei ca. 15 bis 20 Knoten blasen, hatten wir schon immer davon gesprochen, dass wir mindestens ein Reef anbringen sollten. Klar habe ich beim nähen oben ein Reef angenäht, doch als wir es ausprobiert haben stellten wir fest, dass die gesamte Fläche immer noch zu groß ist. 🤔🤔 Wir saßen im Cockpit und ich schaute zum Hauptsegel da kam es wie ein Erleuchtung über mich. Wir machen es genau so wie da, der Reff kommt an den Boden 👌.

Ausgemessen, Riegel genäht und ausprobiert und es funktioniert 👍😀. Jetzt können wir auch bei viel Wind unseren Windfänger fliegen lassen.

Windfänger Nr. 3

Rodeo nach Tikehau

Ja der Wind hat etwas auf sich warten lassen 🙈 und wir wollten am Dienstag, 17.8. dann weiter. Neill machte die Planung und nach etwa einer halben Stunde meinte er: “Heidi wir gehen morgen doch nicht” und ich fragte nur Warum? Dann schauten wir gemeinsam nochmal alles durch, der Wind gegen uns, keine Alternative, wenn die Wellen in Makatea zu hoch sind und wenn der Swell so hoch ist, kommen wir auch nicht durch den Pass in Tikehau. Dann bleiben wir eben noch aber am Donnerstag, da passt dann alles; am Freitag 13 Uhr gings dann wirklich los, gerade noch rechtzeitig vor dem Lockdown in Tahiti😷. Davo unser Wetter Router war auch froh, dass wir noch ein paar Tage gewartet haben, denn der Wind war mit Windstärken um die 25 Knoten und Wellen von drei Metern vorher gesagt. Doch nur das erste Stück der 120 Seemeilen bis Makatea sollte noch mehr Wind sein und der Swell weniger werden. Habe ich gerade sollte geschrieben?🤔😲

Die erste Nacht war Rodeo pur angesagt und es gab nur eine Suppe, denn selbst für mich war es nicht möglich, etwas anderes zu kochen 😲. Es ging rauf und runter, wir hatten manchmal das Gefühl in einem U-Boot zu sitzen, denn die Wellen – die eigentlich weniger werden sollten – waren so um die drei Meter (oder mehr) und gingen direkt über das Deck unserer Artemis. Ich bin so froh, dass ich genau weiß, dass unser Boot diesen Bedingungen absolut gewachsen ist und nur wir “Weicheier” etwas leiden.😏😲 Somit war für uns klar, dass Makatea nicht ansteuerbar war und wir nahmen Kurs auf Tikehau, das sind ja nur 50 Seemeilen mehr. Unser “Big Brother” Davo hat sich hervorragend um uns gekümmert, alle Wetterberichte überprüft und uns auf dem laufenden gehalten.

Am nächsten Tag schien die Sonne und alles war viel weniger rauh und bedrohlich, wir segelten in die richtige Richtung und waren nur noch 22 Seemeilen vom Pass in Tikehau entfernt. Diesmal wollten wir nicht bis aufs letzte durchhalten und deshalb schalteten wir unseren Motor ein 👍. Aber was ist das? Der läuft nicht rund, du der stottert!! Jetzt ist der aus 😲😲😵😵. Neill meinte, dass bestimmt von der ganzen Schüttlerei etwas Dreck den Dieselfilter verstopft hat und so haben wir dann mal eben den Dieselfilter gewechselt. Dann wieder den Motor gestartet und er lief Gott sei Dank!! doch mit unserer Zeitplanung den Pass zu erreichen, waren wir natürlich nicht mehr Up to date 🙈.

So segelten wir einfach ein bißchen in der Gegend herum, schauten bei Mataiva, einer weiteren kleinen Insel, vorbei. Leider hat diese Insel nur einen kleine Pass für Dinghys. Es gab auch wieder richtiges Essen und am Sonntag sogar frisches Brot und Pizza. Im Morgengrauen erreichten wir den Pass, genau zur richtigen Zeit, und ich startete den Motor, vorsorglich haben wir die Segel oben gelassen – man weiß ja nie. Als wir halb durch waren hat unser Motor wieder zum stottern angefangen 😵 und zu allem überfluß stoppte er auch noch. Beim nächsten Starten sprang er aber wieder an und hustete noch ein bisschen, nur gut, dass wir schon mal hier waren und wußten, dass wir die Lagune unter Segeln durchqueren konnten. Von der Stadt bis zu unserem vorgesehenen Ankerplatz lief der Motor ohne Probleme und wir waren heilfroh, als der Anker gesetzt war und wir fest waren.

Ich weiß schon, was wir bald machen werden, genau den Tank reinigen 🙈🙈, doch jetzt erst einmal das wunderschöne Atoll genießen und froh sein, dass wir angekommen sind.

Tikehau

Tahiti ? Schon wieder

Wahrscheinlich fragt ihr euch das jetzt gerade 🤔🤔. Aber ich werde das Rätsel lüften und euch erzählen, warum wir schon wieder hier gelandet sind.

Nach zehn Wochen !! haben wir es doch endlich geschafft, Huahine zu verlassen und unser Ziel war Makatea in den Tuamotus. Wir haben schon länger auf den passenden Wind gewartet und so starteten wir am Mittwoch, denn ab Samstag mittag sollte wieder für ein paar Tage Flaute sein. Wir starteten mit Ostwind, der dann nach Norden drehen sollte, also tacken wir gegen den Wind und der Nordwind bläst uns dann nach Makatea. Als wir aber nach 70 Seemeilen gerade mal 30 Seemeilen von Huahine entfernt waren, war uns klar, dass unser Ziel wohl ein anderes werden wird 🤣🤣.

Unser Ankerplatz in der Baie de Tautira

Davo, unser Navigator in England, schrieb uns, als wir schon einen Tag unterwegs waren, dass er unter Berücksichtigung aller Parametern, keine Möglichkeit sieht nach Makatea zu kommen.😲🙄 Okay, dann hoffen wir, dass wir dann mit dem Windfenster wenigstens Tahiti Iti erreichen und dann einen guten Winkel zum Start in die Tuamotus bekommen. Am Freitag, 13.8. um 15 Uhr sind wir in der Bucht von Tautira vor Anker gegangen, denn der Wind schlief bereits einen Tag vorher ein 😲😲. Doch hier liegen wir traumhaft schön, ganz alleine und warten darauf, dass der Wind zurück kommt und wir dann doch noch mal irgendwo in den Tuamotus ankommen. 🤣🤣

Am Anfang unserer Reise hab ich nie verstanden, warum die Segler immer sagen, dass ihr Ziel z.B. Huahine ist, und nicht einfach sagen, wir segeln nach Huahine. Nach über drei Jahren auf See weiß ich jetzt Bescheid ☺️☺️ und ich hoffe, dass ihr es jetzt auch verstehen könnt, warum wir schon wieder in Tahiti sind 😂😂.

Sonnenuntergang über Tahiti Nui

Schutzengel im Einsatz

Nachdem wir alle (Elisabeth, Wim, Daniel) wieder zurück in Huahine sind haben wir uns heute am 6.8. zum Kaffee und Kuchen bei uns auf der Artemis getroffen 😀 ganz gemütlich zum ratschen. Wir saßen im Cockpit als uns ein Dinghy auffiel, in dem ein vielleicht 14 jähriges Mädchen versuchte, eine Schwimmerin zu überzeugen, aus der starken Strömung ins Boot zu steigen. Irgend etwas stimmt da nicht und alle fünf beobachteten die total “schräge” Situation 🤔. Plötzlich schrie das Mädchen und stoppte den Außenbordmotor und es sah so aus, als ob sich die Frau verletzt hatte. Kurzerhand sprangen Neill und ich ins Dinghy um zu helfen. Wir erreichten das Dinghy und stellten fest, daß die Schwimmerin total betrunken war. Sie war total verängstigt und fragte uns, ob wir sauer auf sie wären; mit viel gutem zureden (was in französisch extrem schwierig ist) konnten wir sie überzeugen zu uns ins Dinghy zu steigen und sich von uns nach Hause bringen zu lassen. Ich glaube, dass sie echt froh war, dass wir ihr geholfen haben, denn sie drückte mich so fest an sich und ließ mich fast nicht mehr los. Im Dinghy stellten wir fest, dass die Frau blutete und Neill rechnete schon mit dem schlimmsten. Doch nachdem ich die Wunde gesäubert hatte, konnte ich Entwarnung geben, Sie hatte wirklich nur einen Kratzer an zwei Zehen gehabt.

In der Zwischenzeit hatten Elisabeth, Daniel und Wim drei Jugendliche entdeckt, die ebenfalls von der starken Strömung abgetrieben wurden😲. Daniel sprang in sein Dinghy und wollte gerade die Rettungsaktion starten als im einfiel, dass er fast kein Benzin im Tank hatte. Ich rief zur Artemis, dass wir in unserer Bachskiste einen Benzinkanister haben; ich hab überhaupt nicht daran gedacht, dass wir auch einen Dieselkanister im Cockpit unter der Bank stehen haben 😲😲. Ein roter Kanister, muss Benzin sein und dann war Daniel auch schon weg; als wir von unserer Rettungsmission zurück waren, erzählten die Bengst, dass sie Daniel den roten Kanister gegeben haben. Mir wurde heiß und kalt, denn Daniel hatte den Dieselkanister an Bord. Er erreichte die Jugendlichen und sein Sprit reichte bis er die Kids erreicht hatte, doch kurz vor dem Strand war noch ein übergewichtiger Junge, der kurz vorm ertrinken war. Einer der Jungen war wieder etwas ausgeruht, so sprang er über die Seite, half dem anderen ins Boot und er schwamm an Land. Jetzt füllte Daniel seinen Tank auf und nach kurzer Zeit gab sein Motor seinen Geist auf 😵😵. Wir wieder ins Dinghy und Daniel retten, bevor er auch abgetrieben wird. Ganz kleinlaut versuchte ich zu erklären, dass wir wirklich Benzinkanister auf dem Boot haben. Doch Daniel war ziemlich gelassen und meinte, dass er das schon wieder reparieren könne. Zurück auf der Artemis haben wir uns dann erstmal ein Bier zur Beruhigung gegönnt 😜.

Heute hatten die Schutzengel dringend Unterstützung nötig und wir waren Gott sei Dank zur Stelle. Und wir haben auch wieder dazugelernt, dass unsere Kanister eine Beschriftung brauchen und das auch sofort erledigt 👍. Daniel hat seinen Motor am nächsten Tag auch wieder reparieren können 👍 und so können wir wirklich, ohne jeglichen Schaden, auf gelungene Rettungsaktion zurückblicken. 😀

Es gibt Tage…..

Es gibt Tage da verliert man und Tage da gewinnen die Anderen 🤔🤔. Was? Ich erzähle es euch, denn gestern hatte ich mal fast einen “depressiven” Tag. Ja das soll auch mal vorkommen im Paradies 🤣🤣. Wir sind ja schon eine ganze Weile hier auf Huahine, haben fleißig am Boot gearbeitet (nicht lachen), ein paar wichtige Dinge online erledigt und versucht für unsere Zukunft ein paar Weichen zu stellen.

Klar weiß ich, dass immer mal wieder etwas kaputt geht, doch wenn du jeden Tag etwas reparierst und zwei andere Sachen den Geist aufgegeben, gerät selbst mein Optimismus ins Wanken. Und dann werd ich als Allgäuerin “budelnarret (bzw. stinksauer 🤣🤣). Aber ich fang am besten von vorne an: seit wir unsere Wanten gewechselt haben und viel Wind bläst, hatte Neill das Gefühl, dass der Mast vibriert. Zu allem Übel haben wie dann festgestellt, dass unser Kuttersegel (danke Daniel, ansonsten hätte ich keine Ahnung, wie das in Deutsch heißt 🤣) nicht richtig am Rumpf befestigt ist.  Beim herrunternehmen des Segels ist dann der Imbusschlüssel im Profil  abgebrochen und wir mussten mal wieder improvisieren 👍. Damit das ganze Rigg dann wieder die richtige Spannung hat, haben wir einen Termin mit dem Rigger in Raiatea ausgemacht. Nur vorher noch schnell einkaufen, dabei hat dann unser Außenbordmotor den Geist aufgegeben 🙈🙈 aber Dank Daniel (er hatte den genialen Tip mit Nautisport in Raiatea) haben wir dort auch einen neuen Motor bekommen 👍.

Um das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden haben wir dann noch in Raiatea Elisabeth und Wim getroffen und ein schönes Wochenende verbracht. Als wir am nächsten Morgen losfahren wollten, hab ich festgestellt, dass das Funkgerät nicht mehr funktioniert und unser Hauptmotor Wasser leckt. 😡Aber die Segel funktionierten super und so konnten wir problemlos nach Huahine segeln. Zum Glück waren die Bengt schon da und konnte uns beim Motor reparieren tatkräftig unterstützen. Vom Impeller war ein Stück abgebrochen doch wir hatten wahnsinniges Glück, dass dieses Teil noch im Schlauch stecken blieb und nicht den Motor beschädigt hat. Jetzt müssen wir nur noch eine neue Dichtung besorgen und dann sollte alles wieder dicht sein.

Neill hat heute noch das Funkgerät repariert und nichts neues ist kaputt gegangen 👍👍; jetzt sieht die Welt doch gleich wieder freundlicher aus und meine gute Laune ist zurückgekehrt 😀😀.

Regentag in der Südsee

Ja auch hier kann das vorkommen, das es regnet und zwar wie aus Eimern und noch dazu ist es kalt 😲. Meine Tochter würde jetzt sagen: “Mama, definiere kalt” und ich würde sagen ja ich denk so um die 22 ° und im Wind wirklich ungemütlich, so daß ich heute mal ein T-Shirt anziehen muss 🙈😂.

Aber am Vormittag haben wir doch wenigstens ein bisschen das Unterwasserschiff von Artemis geschrubbt aber  auch diesmal im Neoprenanzug. Hinterher waren wir so erschöpft, dass wir den Rest des Tages mit lesen, spielen und jetzt mit Computer arbeiten verbracht haben. Dazu gab es lauter gesunde Sachen wie Chips und Schokolade 😂. Also ihr seht schon, dass es uns richtig schlecht geht.

Als wir unsere zweite Radtour um die Insel machten, haben wir dann auch die blauäugigen heiligen Aale gefunden. Die lagen dort im Bach vollkommen faul rum, doch als ein Touristenführer mit Gästen kam, brachte er eine Dose Thunfisch zum füttern mit. Da wurden die Kerlchen dann doch tatsächlich wach und agil 😀.

Das Museum hatte auch auf und wir haben viel über die Geschichte hier in Huahine erfahren, wie z.B. die Fischfallen funktionieren, wie die Baströcke aussahen und von Ausgrabungsarbeiten. Wir fanden außerdem die Marais aufm Berg und wir kamen uns vor wie Indianer Jones als wir die eingewachsenen Tempelanlagen betraten und mit etwas Fantasie könnte man die Kokosnüsse auch für Totenköpfe halten. Am Rückweg fanden wir noch eine paar über reife Managos, die dann endlich mal wieder zu Chutney verarbeitet werden konnten, also alles in allem eine sehr erfolgreiche Tour .

Hilferuf aus Raiatea

Unsere australischen Freunde Anni und Dirk haben uns einen “Hilferuf” aus Raiatea geschickt. Bereits zwei Tage später machten wir uns auf den Weg, laut Wetterbericht super Bedingungen, 15 Knoten Wind in die richtige Richtung 👍. Kaum waren wir unter Segel, ließ der Wind nach und wir tümpelten mal wieder rum 😒. Hinter uns segelt ein Katamaran und kommt immer näher und näher 🤔?Was machen wir nur falsch? Wir setzen das Hauptsegel und ganz langsam kommt der Wind zurück. Unser Mitsegler hat uns zwischenzeitlich überholt, er hat seinen Motor laufen 😝😝, wie unfair. Aber nun zum Grund ihres Hilferufes: Sie hatten in Panama zuviel Wein eingekauft und da sie nur für drei Monate hier in französisch Polynesien bleiben durften, hatten sie einfach zuviel um damit nach Hause nach Australien zu segeln 🤔🤔.

Selbstlos wie wir sind haben wir uns gleich auf den Weg gemacht um den super günstigen Wein zu erwerben 👌😜😀. Alkohol ist hier in französisch Polynesien unglaublich teuer und Wein können wir uns kaum leisten, deshalb haben wir die 25 Seemeilen sehr gerne in Kauf genommen.

Annie und Dirk unsere Wohltäter

Wir haben zwei wunderschöne gemeinsame Abende mit den Beiden verbracht und in Taha, im Korallen Garten das letzte Glas Wein zusammen getrunken. Wir wollten zurück nach Huahine und die Zwei weiter nach Bora Bora; nächsten Morgen um 6 Uhr setzten wir die Segel um möglichst noch bei Tageslicht wieder zu ankern. Was für ein Glück, denn kaum waren wir weg zog eine “Monster Squall” auf 😲😲 mit Regen wie aus Eimern und kräftigen Windboen. Annie und Dirk haben uns später geschrieben, dass sie erst gegen Mittag das Ankerfeld verlassen konnten. Da waren wir schon fast zurück in Huahine; diesmal hatte der Wetterbericht recht gehabt und die Windrichtung stimmte ausnahmsweise mit der Vorhersage überein. Gegen 16 Uhr konnten wir unseren Anker wieder ins Wasser lassen, gemütlich einen Ankerkaffe trinken und Huahine genießen .

Huahine

Huahine Erkundung

Als wir ins Ankerfeld in Huahine eingefahren sind, haben wir erstmal nach “Esprit” dem Boot von Annie und Dirk Ausschau gehalten. Wir fanden sie ganz nah am Riff; Dirk rief uns zu, dass es hier eine sehr starke Strömung gibt und es auch sehr …. RUMPS!! da haben wir schon BODENBERÜHRUNG!!!!gehabt. Mist, wir sind auf einen Korallen bomb aufgefahren 😠😠😲. Ganz vorsichtig versuchten wir wieder Rückwärts zu fahren und ohne großen Schaden wieder herunter zukommen. Geschafft 👍 wir ankerten kurz, damit Neill ins Wasser springen konnte um sich die Bescherung anzuschauen. Glück gehabt, nix kaputt nur ein bißchen Antifouling abgekratzt aber kein Schaden. Daraufhin haben wir direkt vor der Stadt geankert und dann auch gleich noch Daniel auf seiner “Elin” entdeckt. So schön, denn seit Kauehi hatten wir Ihn nicht mehr gesehen. Er kam dann auch gleich am Nachmittag auf einen Kaffee vorbei und dazu gab es natürlich frisch gebackenen Kuchen. Endlich mal wieder mit ihm philosophieren und erfahren, was die letzten Monate beim anderen passiert ist.

Wir staunten nicht schlecht, als schon einen Tag später auch “Bengt” mit Elisabeth und Wim und noch ein schwedisches Boot “Hakunamatata” mit Andreas und Cecilia einlief 😀. Für “Bengt” hatten wir Ersatzteile aus England mitbestellt und Wim war schon ganz gespannt darauf, wie sein neues Windgenerator Kontrollgerät funktioniert. Nach einem ausgiebigen Ratsch haben wir uns mit allen anderen für den nächsten Tag im Jachtclub von Huahine zur Happy hour verabredet. Mit zehn Leuten hatten wir einen riesigen Tisch und es wurde viel gelacht und erzählt. Wir wollten am nächsten Morgen ganz früh raus und mal wieder radeln gehen, doch noch bevor der Wecker klingelte war klar, dass wir unsere Tour um einen Tag verschieben werden. Es hatte nämlich die ganze Nacht geregnet. Einen Tag später war es zumindest beim zusammenbauen trocken, doch nach kaum 2 Km mussten wir uns schon unterstellen, weil es wie aus Eimern geschüttet hat 🙄. Doch nach 20 Minuten hatte es fast aufgehört und wir konnten unsere Neugier auf Huahine stillen. Die beiden Inseln Huahine-Nui (die große Insel) und Huahine-Iti (die Kleine) sind durch eine Brücke verbunden.

Wir haben hier unglaublich große, sehr gut erhaltene Marae (Tempel) gefunden. Sogar ein Touristenzentrum haben sie hier, wo scheinbar viel von der Geschichte von Huahine erklärt wird, doch das hatte leider zu 🙄.

Doch auch unsere Fitness war gefordert, da es hier wirklich immer bergauf und bergab geht. Einen steilen Pass mit 15% Steigung haben wir gefunden, zwar nur 1 Km lang und das hab ich als Herausforderung gesehen und ausprobiert. Puh, das war ganz schön steil oder ich bin gar nichts mehr gewöhnt 😜, doch oben angelangt war ein Schild in die andere Richtung, das ein 30% Gefälle anzeigt 🤔?? Was denn nun? Neill hat von Anfang an geschoben und nur gemeint, dass er gleich dachte das 15% niemals ausreichend sind. Nach ca. 60 km und ca. 700 Höhenmetern hatten wir dann auch genug. Leider haben wir die “Blauäugigen Aale” nicht gefunden, aber vielleicht klappt es ja nochmal mit einer Radeltour. 😅😂.