Ayamonte

Nachdem wir am 2.10. um 22.55 Uhr im Fluss Rio Guadiana angekommen sind und uns der Wind die letzten 50 Meter verlassen hat ankerten wir – etwas innerhalb des Kanals, doch der ist immer noch breit genug – und wurden morgens, genauer gesagt so gegen 11 Uhr spanischer Zeit, von Shane mit seinem Boot El Rubicon begrüsst.

Shane und Debbie Cole sind die Besitzer der Segelschule “Go-n-sail” in Ayamonte und Freunde von Neill, er hat alle seine Segelkurse bei den beiden gemacht und ich hab in den letzten Jahre soviel über die zwei gehört, dass ich mächtig gespannt darauf war, sie kennen zu lernen. Und ehrlich gesagt, er hat nicht übertrieben, die beiden sind wahnsinnig freundlich, nett, hilfsbereit und nahmen auch unheimlich viel Rücksicht auf meine dürftigen Englischkenntnissen und ich kann jedem diese Segelschule nur total empfehlen.

Neill rief Debbie an und sie meinte, dass wir direkt neben ihrer El Rubicon den Pontoon nehmen können. Wir folgten den Anweisungen und am Nachmittag kam Debbie und ihre Freundin Sarah vorbei um Hallo zu sagen. Die Crew – also Max und ich – machten uns sofort daran, unsere Artemis auf Hochglanz zu polieren, den Neill hat uns erzählt, dass El Rubicon das sauberste Boot der ganzen Welt sei und so wollten wir auch unser Boot präsentieren. Aber Debbie freute sich viel mehr Neill wieder zu sehen, als dass sie unseren Bemühungen Aufmerksamkeit schenkte.

Ayamonte war als Basis für viele Erledigungen gedacht; am wichitgsten war, dass unser “Lifedraft = Rettungsinsel” gewartet wird und Debbie hat alle Hebel in Bewegung gesetzt um dass zu realisieren. Wir packten das Teil ein und den Rest organisierte Sie, den Versand und die Korrespondenz mit der spanischen Firma – Puh das war geschafft. Wir nahmen gleich das Angebot eines Shuttles zum einkaufen an und stockten unsere Vorräte um zwei Einkaufstrollies auf. Am Nachmittag wurden wir eingeladen Stand up Paddeling zu probieren und Shane, Neill und ich radelten zum Strand wo uns Debbie, Sarah und Max bereits erwarteten und die Paddelbretter schon fast aufgeblasen hatten. Wir probierten es und ehrlich gesagt hab ich es mir viel schwieriger vorgestellt, denn die letzten 5 Monate haben wir sooo oft Stand up Paddler gesehen, die sehr oft ins Wasser gefallen sind. Aber wahrscheinlich hatten wir sehr viel Glück, keine Wellen und absolut keine Strömung so dass wir trocken von den Brettern steigen konnten, zum Abschluß gabˋs noch einen Gin Tonic und wir verabredeten uns für Samstag morgen 8 Uhr (wohlgemerkt spanischer Zeit, was bedeutet noch vor Sonnenaufgang) zum radeln mit Shane.

Im Dunkel und ich mit Armlingen traten wir unsere Radeltour mit dem örtlichen Guide an und stellten wieder einmal fest, dass andere Segler ohne “richtige” Räder niemals so viel vom Landesinneren sehen können wie wir. Auf der alten Hauptstraße fuhren wir Bergauf und Bergab zum Frühstücken – wo bestimmt noch 15 andere Radler ankamen – ich wußte nicht, dass Radeln so populär in Spanien ist, aber Shane erzählte mir dass der beste Rennradfahrer ein Spanier sei. Nach 36 km und 500 Höhenmetern waren wir um 11.45 Uhr bevor es richtig warm wurde wieder zurück.

Als Samstag abend ein Segelschüler kurzfristig absagte, bekam Max die Chance einen Segelkurs zur “competent Crew” zu machen und freudestrahlend nahm er an.

Wir versuchten den Hull – den Rumpf unseres Bootes zu polieren und stellten nach zwei Tagen deprimierender Arbeit fest, dass er jetzt zwar besser aussieht aber noch weit entfernt davon ist strahlend poliert auszusehen. Wir belohnten uns mit einer 1,5 tägigen Flußfahrt den River Guardiana entlang. Wir segelten 20 Nm den Fluss entlang mit Rückenwind und ich glaube, dass wir seit England nicht mehr so viele Jibes gemacht haben und stellten fest, dass wir es noch können. Die Strömung schenkte uns noch zwischen einem und 1,5 Knoten so dass wir manchmal mit 7 Kn!!! unterwegs waren; wir ankerten im Fluß unterhalb der Zippline – der einzigen Zippline der Welt zwischen zwei Ländern Portugal und Spanien – genossen einen romantischen Abend und motorten am nächsten Tag mit der Strömung in die andere Richtung nach Ayamonte zurück.

Am Sonntag, 14.10.18 fuhren wir mit der Fähre nach Portugal in die Stadt Villa Real, besuchten den Markt, tranken gemütlich einen Cappucino denn nach genauen Wetterbeobachtungen – ein Hurican namens Lesslie treibt sich gerade in unseren Breitengraden rum, aber gestern 13.10. hat sie sich aufgelöst – stehen unsere Reisepläne fest.

Montag 15.10.18 gehtˋs weiter nach Madeira, dass bedeutet ca. 550 Nm und ca. 1 Woche segeln ohne Unterbechung und ehrlich gesagt freuen wir uns alle drei schon auf ein neues Abendteuer.

Praia de Luz

Neill und Max haben sich in der Zeit, wo ich mit Julia in Lissabon war auf den Weg gemacht um mich dann abzuholen und weiter zu segeln. Ich bekam die Whats App, dass sie schon da sind und ich machte mich vom Flughafen auf den Weg zum Hafen um die beiden zu treffen. Sie erzählten mir, dass unser Genoa in der Nacht gerissen ist und wir nun auf einen Rigger warten, der es hoffentlich noch heute – schließlich ist ja Freitag – reparieren kann. Doch unser Glück hat uns nicht verlassen und Jorge (Chef der Riggerfirma) kam vorbei, hat sich den Schaden angeschaut und uns gefragt, wie lange wir denn hier sind. Neill meinte nur solange bis es repariert ist, darauf meinte er okay ich komm so in 30 Minuten (es war bereits 15 Uhr) und mach es. Puh!! Neills Stimmung stieg von 0 auf 100 ! Jorge und ein Mitarbeiter kamen um 15.30 Uhr und arbeiteten bis fast 19 Uhr. Er erzählte uns, dass wir Glück haben denn wenn er morgen ein Rennen (er ist Navigator in einem Strandbuggyteam) gehabt hätte, wäre er bereits weg.

Als alles wieder repariert war, konnten wir am Samstag den 29.9. weiter Richtung Praia de Luz segeln, um dort Jane und June (das sind die Schwägerinen von Neills Schwester) zu besuchen. Der Wind war beständig in die richtige Richtung und sollte die ganze Nacht auch anhalten also nix wie los. Nach 30 Stunden und 130 Nm waren wir da, ankerten am Strand und Neill rief Jane an, um sie zu fragen ob wir uns auf einen Kaffee treffen können, denn wir ankern fast vor ihrer Haustüre. Ihre Tochter Liby war am Telefon und meinte, dass ihre Mama im Urlaub in Griechenland sei.

Gut dann 2. Versuch bei June, doch sie konnten wir telefonisch gar nicht erreichen, deshalb machten wir uns auf den Weg zu ihrem Restaurant. Neill sprach mit Juneˋs Sohn James und bestellte Grüße von Rhiannon, denn sie hatte vor zwei Jahren im gleichen Ort gearbeitet. Dann lief June an uns vorbei, doch sie erkannte uns nicht – zumindest nicht gleich – sie ging nochmal zurück aber dann. Wir haben Rosi, Juneˋs Tochter und Paul, Juneˋs Mann kennen gelernt und Lily – die andere Tochter von Jane – kam später auch noch vorbei, es wurde viel erzählt und gelacht; Max hat die Mädels für Montag auf einen kleinen Segeltourn eingeladen und wir verabredeten uns für 10.30 Uhr am Strand. Für uns bedeutete es früh aufstehen und einkaufen, damit wir auch etwas zum “Brotzeit machen” anbieten können.

Wir haben einen Kuchen gebacken und Max hat die Mädels mit dem Dingi abgeholt und los gings. Die beiden haben alles versucht, Segel setzten, Anker heben, Steuern und alles was eben anfällt an Board. Leider ging es Lily nicht gut und wir segelten zurück, um in der Bucht zu schwimmen und noch etwas zu essen. Nach einem ausgiebigen Schwimmengang – ja ihr hört ganz richtig ICH WAR SCHWIMMEN – und Brotzeit brachte Max, unser Taxi Driver die Mädels zurück und wir gingen an Land und bestiegen den einzigen Berg in Praia de Luz und dank der guten Windprognosen entschlossen wir uns um 17 Uhr abzulegen und unser nächstes Ziel Ayamonte ins Visier zu nehmen.

Lissabon

Endlich nach fast sechs Monaten habe ich meine Tochter wieder getroffen und es war so mega toll.

Zuerst stand unsere Zusammenkunft hier unter keinem guten Stern. Julias Flug kam mit einer Stunde Verspätung in Barcelona an, so daß sie ihren Anschlußflug nach Lissabon nicht mehr erreichen konnte und dann fast 7 Stunden am Flughafen gefangen war und dann erst um 21.30 Uhr (Gott sei dank ist es in Portugal erst 20.30 Uhr) in Lissabon eintraf. Ich war gegen 13 Uhr am Flughafen um keine Minute dieser kostbaren Tage zu verpassen. Aber dann war sie da und wir wollten nur unsere Rucksäcke loswerden, unsere Unterkunft beziehen und etwas zu essen bekommen – kurz gesagt in ein Taxi steigen und los. Theoretisch aber leider haben am Dienstag und Mittwoch die Taxifahrer gestreikt und wir mussten uns mit den öffentlichen Verkehrsmitteln begnügen; dank Google Maps auch fast alles kein Problem; kurz vor unserem Ziel hatte Julias Handy den Akku aufgegeben und somit hatten wir auch keinen Zugriff auf unseren Cood zur Wohnung. Wir fanden eine nette kleine Kneipe, wo wir etwas zu essen und zu trinken und auch noch Strom für Julias Handy bekamen, die nette Wirtin wies uns um 23 Uhr daraufhin, dass sie jetzt schließen würden und wir kamen nach fünf Minuten in unserem Quartier an.

Julia hatte uns eine total süße, kleine Wohnung, die den passenden Namen “My little House” hat, gebucht; sie war unterm Dach und es war dort richtig heiß und für große Menschen – und unter groß verstehe ich Leute über 1,60 m Körpergröße – eine kleine Herausforderung, denn stehen konnten wir beide nur in der Mitte.

Total müde und überglücklich ließen wir uns dann ins Bett fallen – Julia war mittlerweile fast 20 Stunden auf den Beinen, doch sie hielt sich wacker.

Auf dem Programm für Mittwoch stand Sideseeing in Lissabon. Wir frühstückten – dank Tripadvisor günstig und total lecker – dann machten wir uns zu Fuß auf den Weg zum Cristo Rei eine riesige Jesus Statue, die sehr an die Statue in Rio angelehnt ist, daneben ist eine riesige Brücke, die an die Golden Gate Bridge in San Franzisco erinnert. Leider kann man diese Brücke nicht zu Fuß überqueren und wir mussten uns einen Bus suchen doch ein älterer Herr hat uns sprichwörtlich an die Hand genommen und uns die Haltestelle gezeigt.

Wir besichtigten die Statue und genossen den Blick auf Lissabon und zurück fuhren wir mit der Fähre, dann liefen wir weiter zur Basiclica da Estrela, Cverto do Carme und vielen mehr. Wir hatten uns auch vorgenommen mit der Straßenbahn Linie 28 zu fahren, weil man dann auch sehr viel von Lissabon zu sehen bekommt – doch das wollten wir erst am Donnerstag. Nach bestimmt 15 km auf und ab durch die Stadt mit ihren wunderschönen kleinen Gassen, steilen Treppen und rutschigen Kopfsteinpflastersteinen hatten wir uns ein gutes Essen verdient. Wir fanden ein gemütliches Restaurant in unserer Wohnungsnähe und ließen bei Fisch vom Grill und einer Flasche Wein den ereignissreichen Tag Revue passieren – wir haben viel gequatscht, gelacht und uns gegenseitig erzählt was sich die letzte Zeit alles ereignet hatte.

An diesem Abend kamen wir nicht so spät zurück, doch wir gingen nur hoch zum lüften und setzten uns – bei angenehmen Temperaturen und einer leichten Briese – wieder in den Park nahe unserer Wohnung um noch ein bisschen zu ratschen.

Donnerstag: wir machten uns früh auf den Weg um die angenehmen Temperaturen zu nutzen (ca. 22 Grad); wir liefen zur Straßenbahn Nr. 28 und staunten nicht schlecht, denn auch andere waren schon früh unterwegs und so mussten wir drei Trams fahren lassen, bis wir dran waren. Wir hatten Glück und bekamen den letzten Sitzplatz, so dass wir viele Bilder machen konnten und wir stellten fest, dass wir am Tag zuvor schon halb Lissabon zu Fuß gesehen hatten, die engen Gassen und viele viele Treppen. Wir genossen unsere 24 Stundenkarte für die öffentlichen Verkehrsmittel, die wir so geschickt gekauft haben, dass wir am Freitag auch noch zum Flughafen damit fahren konnten. Wir haben Sideseeing abgehackt und uns noch ein bisschen Shopping gegönnt, aber leider hat Julia nix passendes gefunden; wir haben uns noch ein schönes Lokal in der Fußgängerzone gesucht und Fisch und portugisische Spezialitäten geschlemmt.

Auf dem Heimweg gab es noch zum Abschied einen Caipirinha in dem Restaurant wo wir am ersten Abend noch Strom und etwas zu essen bekommen haben. Müde und auch schon ein wenig traurig, weil ich Julia am nächsten Morgen wieder hergeben musste, gingen wir ins Bett.

Am Freitag morgen machten wir uns früh auf den Weg zum Flughafen, denn Julias Flieger ging schon um 9.50 Uhr und nachdem sie dieses mal ja geplant 3,5 Stunden Zwischenstopp in Madrid hatte, wussten wir dass ein langer Tag vor ihr lag. Das Abschied nehmen viel uns beiden sehr schwer und ich glaube dass ich weiter nix dazu schreiben muss.

Danke liebe Julia für die tollen Tage.

Wenn ihr noch ein paar Bilder von dieser wunderschönen Stadt sehen wollt, dann folgt dem Link

Povoa do Vamzim

Wir sind jetzt schon über zwei Wochen hier in Povoa.

Wir haben eine günstige Marina für unseren “Urlaub” in Italien gesucht und einen Platz wo wir unsere Windvane reparieren bzw. einen Service vornehmen können, eigentlich hatten wir das mit unserer “Chiara” ja schon bei Pip geplant. Doch der Techniker, der uns mitgeteilt hat wir sollen uns kurz vorher melden, war auf dem Weg in den Urlaub und hatte nur nock kurz Zeit, unsere Windvane kurz anzuschauen. Er kam zu der Erkenntnis dass bei einem “so alten Modell” die Service-Kosten immens hoch sind und es sich nicht lohnt, wobei eine neue nur schlappe 4500 Euro kostet.

Und nicht zuletzt treffe ich mich am 25.9. mit meiner Julia in Lissabon und verbringe dort ein paar Tage mit ihr, worauf ich mich schon wahnsinnig freue. Am Anfang haben wir lange Spaziergänge und eine Radtour gemacht, dann Porto angeschaut und nicht zuletzt sind wir nach Lissabon gefahren und nach Mailand zum Radeln geflogen.

Nach unserem “Urlaub” haben sich die Männer an den Service von Chiara gemacht; leider verlief das ausbauen und auseinander bauen alles andere als planmäßig. Eine Stange war so vom Salzwasser zusammen gefressen, dass sie nicht auseinander zu bekommen war, hilft nix Auseinanderschneiden – mit Gewalt – Ersatzteile bestellen – leider nicht nebenan, nein aus Amerika, was die Sache etwas verzögert und deutlich verteuert – und wieder zusammenbauen.

Nachdem Neill krank gewesen ist, war ich im nachhinein sehr froh, dass die Ersatzteile zwei Tage länger gebraucht haben, denn da hat er sich wenigstens ins Bett gelegt und sich auskuriert statt halb lebendig an der Windvane zu arbeiten. Am 24.9. kamen die bestellten Teile und konnten eingebaut werden und jetzt sind nur noch Kleinigkeiten zu erledigen und dann können wir weiter segeln.

Ich sitze gerade im Zug auf dem Weg zu Julia und nutze die Zeit um euch auf dem laufenden zu halten.

Neill und Max werden alles fertig machen und so der Wind uns gut gesinnt ist, werden sie mich in Lissabon wieder an Bord nehmen oder irgendwo unterwegs.

Aber ich werde die nächsten Tage intensiv meine Tochter genießen und mit ihr Lissabon entdecken.

Finale Ligure

Ja endlich waren wir beim radeln mit Wera und Gremmel.

Wir sind von Povoa de Vazim mit dem Zug nach Lissabon gefahren, dann nach Mailand geflogen und die beiden haben uns dann abgeholt.

Wera hat für uns eine Ferienwohnung (mit allem Drum und Dran, was für uns Segler bedeutet: eine Wasch-, eine Spülmaschine, einer Terrasse und einem großen Gefrierschrank) gemietet, die Tracks geplant und uns einen Urlaub “All inclusive” ermöglicht. Das war mega genial.

Außerdem haben die Beiden mein 29 Zoll Fulli mitgebracht und Gremmel hat mir sogar einen neuen Hinter-reifen montiert, Neill hat sich in Finale ein “Rad ” wohl eher eine Downhill-Maschine ausgeliehen und so konnten wir dann am Freitag mit unserer ersten Tour starten. Natürlich hatten wir uns soooo viel zu erzählen und eigentlich hätten wir ganz auf schlafen verzichten müssen, um jede Sekunde zu genießen, doch das halten wir leider nicht mehr aus.

Wir haben vier geniale Touren gemacht mit steilen Anstiegen und anspruchsvollen Trails, aber nichts desto Trotz haben wir noch nicht alles verlernt und so mussten unsere Downhill Experten gar nicht so lange auf uns – ehrlich gesagt mehr auf mich – warten.

Der Wetter-Gott meinte es so gut mit uns, dass das einzige Gewitter uns in einem Torbogen erwischte, wo wir uns unterstellen konnten und warteten bis es durchgezogen war; ansonsten war es warm und wunderschön. Am Montag nach unserer letzten Tour waren Wera und Gremmel sogar noch baden im Meer – wir saßen am Strand und haben nur zugeschaut, denn ich konnte kaum glauben, dass das Mittelmeer tatsächlich so warm ist; nachdem der Atlantik gerade mal so 18 Grad hat.

Nach unserem gemeinsamen Mittagessen am Montag war unser Urlaub leider schon wieder vorbei und wir mussten die beiden leider wieder hergeben. Sie brachten uns zurück nach Mailand und jeder von uns setzte seinen Heimweg fort.

Doch die Erinnerung an unsere gemeinsamen Tage wird uns immer begleiten. Danke euch.

Und wer noch eine paar Bilder dazu anschauen möchte, hier der Link dazu.

Póvoa de Varzim

Heute 7.9. haben wir unsere 1. Radtour in Portugal gemacht und ihr werdet es kaum glauben, wir haben keinen Fahrrad-Mechaniker gebraucht und ich hab auch keinen Platten gehabt. Jeeeeeeee!!!!

Ich dachte schon, dass das gar nicht mehr passiert. Wir sind ins Landes-Innere gefahren und ich kann es immer noch nicht fassen, dass Portugal so grün ist, ich hatte es mir viel dürrer und verbrannter vorgestellt. Wir kamen an unendlich vielen Mais-Feldern vorbei und dank Wikiloc haben wir wieder eine Route gehabt, die du sonst nicht finden kannst, kaum Teer- aber dafür unglaublich viele Kopfsteinpflaster Straßen.

Radeln in Portugal

Vorbei am St. Clara Aqueduct, das zweitgrößte in Portugal und es hat 99 Rundbögen desweiteren erstreckt es sich auf eine Länge von 4 km von der Quelle bis nach Póvoa de Varzim.

Wir haben hier eine super tolle – ehrlich gesagt auch super günstige Marina gefunden, wo wir unsere Artemis und natürlich auch Max ohne Bedenken für eine Woche oder vielleicht auch länger lassen können. Denn wir fliegen am Donnerstag nach Italien um dort mit Wera und Gremmel zum radeln zu gehen.

Bayona und Viona do Castelo

In Bayona angekommen (31.8.) haben wir uns fest vorgenommen etwas für das “äußere” unserer Artemis zu tun. Ich wollte unbedingt nochmal die Holzflächen mit Teaköl machen und Neill das gesamte Deck schrubben.

Teak

Morgens ruderten wir an Land um Wasser zu tanken bzw. ich versuchte meine Ruder Leistungen zu verbessern und mich nicht ständig im Kreis zu drehen. Ihr glaubt nicht wie schwierig es ist – zumindest für mich – geradeaus zu rudern, entweder gehtˋs nach rechts oder links. Aber wie heißt es so schön Übung macht den Meister. Danach waren wir echt fleißig und haben fast alles geschafft was wir uns vorgenommen hatten und zur Belohnung ruderten wir – ja ich habˋs wieder versucht – an Land auf ein Bier. Da für den nächsten Tag kein Wind in Sicht war, vervollständigten wir unsere Arbeiten und machten am Nachmittag auf Touristen, wir besichtigten die Altstadt und umrundeten die riesige Festung.

Montag morgen segelten wir weiter in Richtung Portugal, mangels Wind machten wir einen Zwischenstopp in La Guardia übernachteten hinter einer riesigen Hafenmauer und am 4.9. gingˋs nach Viona do Castelo.

Nach Nebel und keinem Wind motorten wir und machten am Rezeption Pontoon fest und Neill ging uns in Portugal anmelden. Es hieß, wenn wir nur eine Nacht bleiben könnten wir gleich dort bleiben und müssten nicht in die Marina reinfahren, das war uns auch recht, dann haben wir Betten gelüftet und das Dingi geputzt.

Neill wurde als erstes gesagt, dass es hier in Portugal normale Öffnungszeiten gibt (was im Klartext heißt, keine Siesta und kein Abendessen bis 23 Uhr). Danach gingen wir in die Stadt zum einkaufen und als wir zurückkamen meinte der Marina Angestellte, dass wir jetzt doch reinfahren müssen, da ein riesiges Boot (er war so lang und tief, dass er in der Marina keinen Platz hat) sonst nicht festmachen kann. Etwas säuerlich packten wir unser Zeug zusammen (denn das hätten wir vor fünf Stunden auch schon machen können) und versetzten uns in die Marina, dann umziehen und Essen gehen. Max hat in Tripadvisor wieder eine tolle Kneipe gefunden und die wollten wir ausprobieren; zur Feier des Tages – wir haben Portugal erreicht – gabˋs Caipirinha (soooo gut!!!!!!) und ein reichhaltiges Menü zu einem unglaublich günstigen Preis und sehr freundlichem Service. Hinter der Marina ist eine Eisenbahnbrücke die Gustav Eiffel konstruiert hat – hatte ich nicht gewusst, dass der Eiffelturm Konstrukteur auch Eisenbahnen gemacht hat – aber ich lerne von Tag zu Tag.

Basilika St. Lucia

Heute haben wir dann die Heilige Lucia Basilika besucht, die oberhalb der Stadt liegt, wir sind dann ganz rauf (60 Meter hat der Turm mit Wendeltreppe) gestiegen und wurden mit einem traumhaft schönen Blick belohnt. Abgesehen vom Nebel – ja wir sind in Portugal (weiß auch nicht mit Sonne und heiß – irgend etwas machen wir falsch). Sportlich wie wir sind haben wir nicht die Zahnradbahn genommen sondern sind die gefühlt tausend Treppen zur Basilika rauf gewandert und eigentlich hätte der Turm 2 Euro Eintritt gekostet, aber die Dame war mit den zwei Herrschaften vor uns so beschäftigt, dass wir einfach vorbeigegangen sind.

Anschließend haben wir noch einen Altstadtbummel gemacht, einen Cappuccino getrunken und sind zurück zum Boot, duschen und am Nachmittag sollte es Wind geben und wir wollten weiter segeln. Los gingˋs und dann bekamen wir Besuch von Delphinen, wir haben ja mittlerweile schon öfter welche gesehen aber heute blieben sie ca 30 Minuten bei uns, sprangen vor, hinter und seitlich von uns aus dem Wasser; sie surften in den Wellen und hatten auch einen Heidenspaß genau wie wir. Ich versuch normalerweise nicht ein Foto zu machen, denn kaum hab ich mein Handy in der Hand, sind sie weg, doch heute hab ich es doch tatsächlich geschafft ein Foto und einen kleinen Film mit Delphinen zu bekommen – Mega klasse toll.

Delphin

Diese Tiere sind so freundlich, lustig und verbreiten einfach gute Laune – ein Tag wo du Delphine gesehen hast ist ein guter Tag. Gegen 20.30 Uhr haben wir in Póvoa Do Varzim geankert, einem “kleinen Fischerdorf mit Casino und einem beeindruckenden Riesenrad”.

Jetzt wo wir in Portugal sind passt die Uhrzeit auch wieder zur Sonne und ich hab endlich nicht mehr das Gefühl total aus meinem Biorhythmus zu sein.

Urlaubsstimmung

Seit wir in Spanien angekommen sind (genauer gesagt nach der Bucht von Biscay) ist irgendwie Urlaubsstimmung angesagt. Wir waren jetzt viermal beim radeln, wobei jedesmal ein Besuch in einem Fahrradgeschäft notwendig war, denn mein Fahrrad hat irgendwie immer geknackst. Wir fuhren los und das knacken wurde immer schlimmer, wir schauten wo das nächste Radgeschäft war und “Mr. Google” gab Auskunft dass wir nur 8 Km entfernt eines finden würden. Im ersten Geschäft hatten sie keine Ahnung, versuchten mit Öl zu schmieren, die Pedale auseinander zu bauen oder sonstiges was keine Änderung brachte – wir mussten Gott sei Dank auch nichts dafür bezahlten.

Galacia

Der zweite Monteur hat das Knacken beseitigt, aber beim nächsten Radeln wars wieder da. Wir radelten die Küste entlang, dann einen Berg rauf, und dann hat sich mein Umwerfer so verbogen, dass er total in die Speichen meines Hinterrades gedreht war. Schei…!!!!!!!!

Notdürftig repariert, dass ich wenigstens bis in die nächste Stadt radeln kann und wieder ein Fahrradgeschäft suchen; wir haben eins gefunden und er hat wirklich einen sehr kompetenten Eindruck gemacht, mein Hinterrad ausgebaut, Umwerfer neu gemacht, Kette repariert, Vorderbremse eingestellt und es hat funktioniert.

Wir konnten unsere Tour fertig radeln was heißt wir sind 53 Km und 725 Höhenmeter geradelt, ganz gut gell, denn wir müssen trainieren, damit wir Mitte September mit Wera und Gremmel zum radeln gehen können und nicht total ablosen.

Wen unsere Radtouren interessieren kann unter Neill.blogger.de Routen und Höhenprofil anschauen.

Am 29.8. sind wir wieder ein Stück weiter gesegelt und falls nochmal etwas an einem Fahrrad wäre – was wir natürlich nicht hoffen – ist das Fahrradgeschäft nur 100 Meter von unserem Ankerplatz entfernt.

Ein geiler Segeltag

Am 19.8. sind wir von Porto de Come am Capo Finisterre vorbei gesegelt, ein super geiler Segeltag. Vielleicht nicht für schwache Mägen, denn der Atlantik war bei 20 Kt Wind und Wellen eher unruhig aber wir kamen nach anfänglichen Schwierigkeiten, was bedeutet dass der Wind von der falschen Richtung kam und wir uns nur mit 2 Kt fortbewegten, dann gut voran. Es war windig und kalt, so dass Neill in seinem “Schottland Outfit” regendichter Hose und Jacke draußen saß. Max und ich schauten von drinnen raus und wurden nicht nass, später als die Wellen nicht mehr ins Cockpit schwappten saß ich mit draußen und wir genossen in vollen Zügen die Wellen und das surfen. Wir entdeckten wieder Delfine und sie waren so nahe am Boot, dass wir sie durch den Boden hören konnten und manchmal hatte ich echt Angst, dass wir sie überfahren, wenn sie sooo nahe am Boot entlang schwammen.

Kaum waren wir am Capo Finisterre vorbei, schlug uns warme Luft entgegen und wir konnten uns in Segelklamotten für Spanien stürzen, die da wären kurze Hose und T-Shirt. Wir fuhren weiter nach Corcubion, da dort ein geschützterer Ankerplatz ist.

Wir ankerten, tranken Tinkers Kaffee (Kaffee mit einem Schuss Baileys bzw. einem billig Likör und er heißt so, weil wir damals 🙂 in Schottland zum ersten mal einen in Tinkers Bay getrunken haben), den gibt es immer nach dem Ankern und dann stellten meine Männer fest, dass wir driften, ok dann nochmal. Max hatte gefühlt das halbe Meer auf unserem Anker geladen und musste es mit dem Messer loswerden, dann kam Versuch zwei und dann nochmal Versuch drei. Aber dann hielt der Anker und wir konnten bei einem wahnsinnigen Wind schlafen – oder auch nicht.

Morgens gingen wir an Land, Benzin und Öl für den Dingi Motor besorgen und einkaufen. Dann segelten wir zurück zum Capo Finisterre und ankerten zum 1. Mal ohne Motor an einem wunderschönen Strand. Wir wollten baden, sogar ich, nur sehr verdächtig, dass keiner im Wasser war. Neill war der Erste, dann ich kaum war ich drinn, musste er raus denn es war wieder einmal saukalt – doch ich war sogar zweimal drin. Später ist Max noch Tauchen gegangen und hat prompt Kopfschmerzen vom kalten Wasser bekommen. Wir sind später mit dem Dingi an den Strand gefahren zum Spazieren gehen, dann sind wir einem Holzsteg gefolgt und haben öffentliche Duschen gefunden, wo wir unser Salzwasser loswerden konnten. Ich sagte zu Neill, ich komm mir vor wie Zigeuner, immer wo es Duschen gibt, werden sie von uns gnadenlos ausgenutzt.

Frisch geduscht gings zurück auf unsere Artemis, Brot backen und Abendessen machen.

Morgen gehtˋs voraussichtlich radeln.

Porto de Come

Wir segelten weiter, unser nächster Halt war Porto de Come, was nur 39 Nm von Coruna entfernt ist, also ganz gemütlich. Als wir vor Anker gingen, waren bereits vier andere Boote da, ein deutsches, ein französisches, ein kanadisches und auch ein britisches.

Der Brite kam gleich mit dem Dingi zu uns gefahren und hat uns auf ein Bier eingeladen, super nett und wir haben abends dann Jake und Lucie kennen lernen dürfen. Zwei junge Leute, beide kommen aus Alderney, die auf Reisen gehen, das Boot haben sie von Jakes Opa geliehen bekommen und Zeit haben sie selbst. Lucie macht herrlichen Silberschmuck mit Sea Glass, echt toll und wir trennten uns nach einem lustigen Abend mit viel Informationsaustausch und machten für den nächsten Dämmerschoppen ein Date bei uns aus.

Radler

Radler

Wir gingen zum radeln und Neill fand wieder eine tolle Tour durch einen Windpark mit 64 Windrädern, Wurzel Wegen hinunter zum Strand. Da zweifelte ich mal kurz an der Routenführung denn ich konnte außer massenweise weißen Sand beim besten Willen keinen Weg erkennen, doch hinter einem großen Felsstück gingˋs doch weiter jetzt wieder Bergauf und auch in Spanien betonieren sie steile Stücke !!!

Wir kamen an einer Kapelle an, welchem Heiligen sie gewidmet war, konnte ich leider nicht erkennen, aber dieser Heilige war daneben auf einem 16 Meter hohen Turm dargestellt. Den Turm konnten wir über eine Wendeltreppe besteigen und oben war eine Bodenfalle, die, so meinte Neill bestimmt zugesperrt sein wird. Ich neugierig wie ich bin hab versucht sie aufzumachen und trara… kein Schloß und wir konnten oben zu Füßen des Heiligen über die ganze Gegend blicken so schöön !!!!!!!!!!

Auf der Radtour

Auf der Radtour

Ich hatte mein Handy in mein Trikot gesteckt, damit ich auch ein paar Bilder machen kann und wahrscheinlich hatte sich die Tastensperre gelöst denn beim Brotzeit Machen rief mich Julia an und fragte, was ich wollte. Ich meinte wieso ?? Ja sagte sie, ich hab angerufen und sie sei auf den Reiterspielen, da fiel mir erst ein dass heute der 15.8. war. Wir sollten noch einkaufen damit unser Besuch heute abend auch Bier bekommt doch auch in Porte de Come war Feiertag.

Max hatte  ein Cafe mit Internet Anschluss und Strom gefunden und wir konnten dort Gott sei Dank noch ein bisschen Bier bekommen. Ich glaube, dass hier nur spanische Menschen unterwegs sind, denn von Tourismus ist hier nichts zu spüren oder zu sehen.

Auf’m Boot haben wir noch Brownies gebacken und nun konnte unser Besuch kommen, es wurde wieder ein netter Abend mit den beiden.

Für den nächsten Tag hatten wir eigentlich erst radeln gedacht, doch die Wettervorhersage sagte sehr viel Wind und Regen voraus und Max hat sich auf einen ganzen Tag Computer gefreut und wir waren einfach nur faul. Wir sind einkaufen gegangen und haben Wein mitgenommen, der gerade 1,59 Euro gekostet hat, nur zum probieren und wir waren mächtig überrascht wie gut er war – gleich eine Notiz für den nächsten Tag gemacht Wein kaufen.

Freitag war Markttag und endlich haben wir einen richtigen Gemüsemarkt gefunden wo man alles lose kaufen kann, die Preise waren auch recht einfach ein, zwei oder drei Euro. Es war echt witzig, eine Frau saß z.B. mit nur einer Kiste Zwiebel vor ihren Füßen da und ich glaube, dass sie mehr geratscht hat und der Verkauf gar nicht so wichtig war; Es gab aber auch Kleidung zu kaufen und an so einem Stand haben drei ältere Frauen Mieder probiert. Wir fuhren zum Boot zurück räumten auf, Neill reparierte seinen Rucksack und irgendwie haben wir viel erledigen können. Wir kehrten wieder an Land zurück um Max abzuholen, Trinkwasser zu holen und noch ein Feierabendbier zu trinken, denn am Samstag gehtˋs weiter – so der Plan. Wir haben von dort auch mit der ganzen Familie French telefoniert und es war wunderschön die vertrauten Stimmen und Neuigkeiten von daheim zu hören.

Wir fuhren zurück zum Boot und der Wind blies stark, wir lassen den Motor noch abkühlen, dann heben wir ihn an Bord. Max ging raus und rief: Scheisse das Dingi ist gekentert.

Alle raus, Dingi umdrehen, Motor aus dem Salzwasser und alles mit Frischwasser sauber machen, Öl wechseln und vieles mehr; aber unser Motor wollte einfach nicht starten.

Neill hat in vielen Foren nachgeschaut und gegen 23 Uhr gelesen, dass wir auch das Benzin hätten wechseln sollen. Ok, Samstag Morgen, kein Frühstück, Benzin wechseln, nochmal Zündkerzen raus und Gott sei Dank unser Motor zeigte wieder Lebensgeister.

Nach dem Frühstück ging Max nochmal “sein Cafe” besuchen und Neill musste 30 Minuten mit dem Dingi rumfahren, er besuchte unsere neuen Nachbarn und es stellte sich heraus, dass einer von den beiden in Kempten geboren war. Neill hat sie zum Kaffee eingeladen und ich hab Kuchen gebacken, bis zu diesem Zeitpunkt war alles noch Friede, Freude, Eierkuchen.

Am Tag vorher hatten wir bemerkt, dass unser Holding Tank (das ist der Tank in den die “Toilettenabfälle” gehen) übervoll war und an der Seite etwas runtergelaufen war und Neill wollte nur “schnell” schauen ob jetzt wieder alles gut war, da kam die ganze Bescherung  zum Vorschein.

Kacke auf ganzer Linie, im Klartext hieß es für uns, das ganze Boot von vorne bis hinten  zur Bilge (das ist der tiefste Punkt auf einem Boot, wo alles reinläuft) putzen; um euch meinem
“Scheißtag” abzukürzen, waren wir irgendwann fertig – im wahrsten Sinne des Wortes – unser Boot sauber und so Gott will und morgen nicht wieder irgendetwas unvorhergesehenes eintritt geht es weiter. Ach und unsere Nachbarn haben es sich kurzfristig anders überlegt und sind gleich weiter gesegelt, mal schauen ob wir sie morgen treffen.