Elektrizität

Hätte mir jemand vor einem Jahr erzählt, dass Elektrizität spannend und interessant ist!!! da hätte ich ihn ausgelacht und jetzt schreib ich sogar einen Blog darüber.

Alle Elektrizität die uns an Bord zu Verfügung steht, wird aus Wind, Sonne oder Wasser gewonnen – außer wenn der Motor läuft, der lädt die Batterien ebenfalls. Als wir in Ardfern gestartet sind, hatten wir eine kleine Solarpanele und einen älteren Windgenerator, in England bei Neills Schwester haben wir dann zwei neue 80 Watt Solarpanelen und einen neuen Windgenerator gekauft, der über ein Steuergerät mit den Batterien verbunden ist und jetzt kannst du genau sehen, wieviel Ampere die Sonne und der Wind produzieren. Ich bin regelrecht zu einem “Srom Junkie” geworden, denn oft sitzt ich da und bin einfach neugierig, was gerade passiert, dann geh ich runter und schau auf die Anzeige. Ihr könnt euch kaum vorstellen, wieviel Unterschied es macht, wenn du die Solarpanele immer nach der Sonne ausrichtest, plötzlich springt die Anzeige von 3 oder 4 Amp. Leistung auf 6 oder 7 und das bedeutet, dass du deutlich mehr Strom produzierst und dass bedeutet wiederum, dass du sogar den Kühlschrank einschalten kannst, denn der alleine braucht schon 3 Amp, um zu kühlen. Wir haben auch einen Wassergenerator an Bord, der beim Segeln hinterm Boot hergezogen wird und den wir auch wenn wir vor Anker sind zu einem 2. Windgenerator umbauen können. Nachdem wir hier auf Aruba einen neuen Kühlschrank eingebaut haben, der natürlich viel weniger Strom benötigt haben wir uns auch noch einen Wassermacher gekauft. Mit der Energie, die wir vom Kühlschrank sparen, können wir – rechnerisch, wie es dann in Wirklichkeit aussieht werden wir sehen – zwischen 5 – 10 Liter Trinkwasser pro Tag machen. Und falls wir irgendwann all unsere bestellten Sachen bekommen und endlich nach Kolumbien weiter segeln werde ich euch mehr darüber berichten können.

Ich hab mir wirklich nie Gedanken über Strom gemacht, denn daheim wenn es dunkel ist machst du das Licht an, schaltest die Waschmaschine ein, wenn du dran denkst aber nicht wenn du genügend Energie hast – verrückt. Jetzt bin ich so alt geworden ohne jegliches Gefühl für Elektrizität und jetzt lerne ich jeden Tag neue Sichtweisen und Perspektiven kennen – ich bin neugierig, wie sich das auf mein “Stromverhalten” nach einem Leben auf dem Boot auswirkt.

Chat ein holländischer Architekt, der sich mit seiner Familie auch auf Weltumsegelungstour befindet, hat uns erzählt, dass er vor seiner Reise Niedrig Energiehäuser designt hat, doch wenn er zurück kommt, wird er Häuser planen, die Energie produzieren. Ich bin gespannt, ob es Menschen gibt, die diese Mehrkosten tatsächlich investieren um langfristig etwas für sich und die Umwelt zu tun.

Jetzt haben wir uns auch noch eine Nähmaschine gekauft um einen Sonnenschutz zu nähen und verschiedene kleine Projekte hab ich mittlerweile schon geschafft, wie z.B. eine Werkzeugrolle und einen Sonnenschutz für unseren Tiller.

Einheimisch ??

Wenn wir eine neue Insel oder ein neues Land erreichen, ist es für uns immer spannend und aufregend zugleich alles zu erkunden und zu entdecken.🌴🌴

Wir sind jetzt fast zwei Monate auf Aruba und langsam komme ich mir schon sehr einheimisch vo; z.B. gefühlt sind wir die einzigen zwei Radler, die trotz Hitze mit Helm auf unseren Drahteseln unterwegs sind. Schon von weitem winken uns die Lastwagenfahrer und die Kleinbusse kommen uns mit Lichthupe entgegen ob wir jetzt wirklich alle kennen – glaub ich nicht aber sie kennen uns. 😊😊Wir können jedem “Fremden” den Weg erklären, denn ortskundig sind wir sicherlich – ich hab nur mal so grob überschlagen aber wir sind hier in Aruba bestimmt mehr als 500 km geradelt; das ist nicht so schwierig denn allein in die Stadt sind es etwa 6 km und auf dem Rückweg haben wir dann immer schön Gegenwind.🚲🚲

In der chandlery ( wie ich zu sagen Pflege: dem “Linder” der Segler und jetzt für alle, die mit Linder nichts anzufangen wissen – der Eisenwarenhändler für Segler) gibt es kostenfreien Kaffee für Kunden und manchmal kommt es vor, dass wir nichts kaufen, aber trotzdem einen Kaffee trinken. Die Angestellten freuen sich, wenn wir zur Tür reinkommen und meinen, dass die Hunde uns schon angekündigt haben. Ich hab keine Ahnung warum die Wachhunde bei uns Radlern abgehen wie “Schmieds Katz” aber so wissen alle, dass wir da sind.🤭🤭

Was ich an dieser Karibischen Gelassenheit am meisten liebe ist, dass jeder und ich meine wirklich jeden egal wie eilig er es hat, Zeit für einen Smalltalk hat; ein Späßchen macht oder einfach nur den Kunden vor ihm anlächelt. Da kann man dann die Unpünktlichkeit oder Ausreden für nicht eingehaltene Termine fast vergessen; ich glaube, dass wir uns da wirklich eine Scheibe davon abschneiden sollten.🍀

Heimaturlaub

Nach 16 Monaten Meer, verschiedenen Ländern haben wir zwei Wochen im schönen Allgäu verbracht. Höchste Priorität war für mich, meine Kinder zu sehen und möglichst viel Zeit mit ihnen zu verbringen – was uns auch gelungen ist. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie schön es ist Freunde, Familie, Kollegen und alte Bekannte zu sehen, ich hatte das Gefühl nie weg gewesen zu sein. Radeln, ratschen, spielen und vieles vieles mehr stand auf dem Programm und leider hab ichs nicht geschafft mich mit allen zu treffen doch die Welt ist rund und wir treffen uns irgendwann oder irgendwo.

Ob Berg- oder Radtour, Spielen, oder einfach nur lange Gespräche und nicht zu vergessen Feiern – wir haben alles sehr intensiv erlebt und genossen; schneller wie ich es glauben konnte waren die zwei Wochen vorbei und wir traten den Rückflug nach Hause an.

DANKE !! Für die tolle Zeit mit euch !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Aruba – Haustiere und sonstige Neuigkeiten

Unglaublich aber wahr unser Kühlschrank ist eingebaut in die selbst gefertigte Arbeitsplatte angeschlossen und kühlt und ein bisschen Stolz sind wir schon auf unser Werk; ja nach einigen Schwierigkeiten mit dem Zoll – denn ein Wassermacher und ein Kühlschrank kann natürlich auch vom Militär genutzt werden somit eventuell Waffen ??? Nach dem das dann aufgeklärt war konnten wir endlich unser lang ersehntes neues Boot Equipment in Empfang nehmen und einbauen. Leider fehlt vom Wassermacher noch ein Teil und somit werden wir nach unserem Heimat urlaub weiter mit Bastelarbeiten beschäftigt sein.

Aber jetzt geht’s zur “Erholung” erst mal zurück nach Deutschland um Familie und Freunde wieder zu sehen; Wir haben unsere Artemis in der Marina Varadero gelassen und können nun guten Gewissens fliegen nachdem wir jetzt zweit Tage hinter einander ein Haustier bekommen hatten. Ja kein gewöhnliches – nein nein. Aber ich erzähl es euch von Beginn – wir hatten am Montag 5.8. Besuch an Bord von Bob einem Belgier, der mittlerweile seit 20 Jahren als Cruser unterwegs ist. Ich rutschte die Kissen im Cockpit zurecht und ordnete die Seile, als ich ein braun grünes Seil auf dem Platz fand, wo Bob saß und ich dachte er hat es liegen lassen und wollte es aufheben als es mir plötzlich heiß und kalt wurde – es war eine SCHLANGE!!!!!!!! Völlig aus dem Häuschen rief ich nach Neill damit er sie entfernen kann – aber nachdem wir nicht wussten ob es vielleicht eine giftige Schlange ist befragte Neill Richie unseren Dockyard Manager und er meinte nein giftig ist die nicht aber er mag auch keine Schlangen und somit suchte er einen Arbeiter, der uns von unserem blinden Passagier befreit. Als er die Schlange in die Hand nahm meinte er nur ” das ist ja noch ein Baby ” nur eine Baby Boa deshalb war Neill nächsten Tag, als er die Zweite fand ganz cool und hat sie ins Wasser geworfen. Wir staunten nicht schlecht als die Boa zu schwimmen begann und zielstrebig wieder in Richtung Boot schwamm – aber wir haben sie erfolgreich abgewehrt denn heute war keine mehr da.

Aruba – Exotischer Platz für Reparaturen 🌴☀️

Aruba ist die kleinste der drei ABC Inseln und außerdem steuerfrei; wir haben geplant unsere Artemis noch schöner bzw. wieder genauso schön herzustellen, wie wir sie gekauft haben.

Mein größtes Projekt war den Lack im Innenraum zu erneuern bzw. auszubessern, denn an all den Stellen, die mit “Salzwasser kontaminiert” sind, ist die Lack Schicht angegriffen und nicht mehr schön.🙄🙄🙄 Ich nenne es deshalb “mein Projekt” da Neill große “Projekte – Wassermacher, neuer Kühlschrank, Anker winch usw.” zu bewältigen hat. So ist es gut wenn immer einer der Chef ist und die gesamte Planung übernimmt.

Lackreperatur: bedeutet in erster Linie ganz viel schleifen und schleifen und nochmal schleifen; 😩😩😩aber es lohnt sich und hinterher ist der Erfolg deutlich sichtbar. Außerdem hat sich in unserem Dinghy eine Boden Diele verabschiedet und jetzt haben wir Zeit und reparieren auch das. Ich hab noch nie mit Epoxiharz gearbeitet aber wie gesagt “noch nicht” und für unsere Küche brauchen wir nachdem der Kühlschrank eingebaut ist eine neue Arbeitsplatte und für den Wassermacher eine Rückwand . Mal sehen wie wir diese neue Herausforderungen meistern – dass wir sie meistern werden steht außer Frage. 🤭🤭🤭😊Aber jetzt warten wir erstmal auf unser Paket aus England mit den Ersatzteilen.

Fortsetzung folgt……..

Bike and Hike

In Aruba gibt’s viele (zumindest mehr als drei )Mountainbike Strecken – aber bevor du die Tracks aufs GPS laden kannst, musst du dich registrieren lassen und ….. bla, bla, bla😩😩

Wir wollten eigentlich nur zum Radeln aber wie gesagt ist das nicht ganz so einfach; dann fand Neill im Internet den Hooiberg (662 Stufen laut Wikipedia) und meinte da können wir nicht Radeln und ich meinte aber rauflaufen können wir😀. Gesagt getan erst mit dem Fahrrad hinradeln, andere Schuhe anziehen und weiter geht’s; für uns Sonnen gewöhnte oder verwöhnte Allgäuer ist des koi Problem bei 30 Grad und 77 % Luftfeuchtigkeit ☀️☀️☀️die 165 Höhenmeter zu erklimmen. Da wir ja nicht alles gleich glauben,🤭🤭 haben wir die Stufen gezählt und um ganz sicher zu gehen gleich zweimal und haben es nur auf 579 Stufen gebracht.

Aber Mädels wie heißt es so schön: Treppen steigen macht einen knackigen Hintern 😆😆

– ich hoffe dass es was nützt, denn als wir wieder unten waren haben nur meine Knie geknackt.

Kolumbianische Rhythmen

Wie kann man sooo lange in Curacao sein ? Das haben wir uns, nachdem wir das 2. Mal in Spanisch Water geankert haben auch gefragt; doch Curacao werden wir immer mit Jill und Joop verbinden, Wir waren gemeinsam schnorcheln, radeln, segeln und eigentlich wollten wir am 1.7. weiter nach Aruba; wenn uns der Motor der den Anker hebt nicht verlassen hätte – nein wir haben ihn nicht über Bord geworfen – noch nicht – nein er hat einfach nicht mehr funktioniert. Gott sei Dank sind wir mittlerweile fast Einheimische und haben jemanden gefunden, der ihn repariert. Also dann geht’s halt am Dienstag nach Willemstad zum ausclarieren – aber am Dienstag ist Feiertag – also erst am Mittwoch. Dann nutzen wir den Feiertag und machen noch einen Spaziergang zum Fort Beekenburg, am Strand war eine BBQ mit Kolumbianern und Venezulaner im vollem Gang und wir wurden auch eingeladen – voll lecker – örtliche Köstlichkeiten von Anna zubereitet und nebenbei bringt sie dir auch noch kolumbianische Tänze bei. Wir haben getanzt, gelacht, das ein oder andere Bier getrunken und versucht unsere Sprachkenntnisse in Spanisch anzuwenden und umzusetzen – bin ich froh, dass alle Englisch sprechen.

Am Donnerstag 4.7. machten wir auf den Weg; über Nacht segelten wir nach Aruba, wo wir die nächsten Wochen bleiben werden um von hier aus unseren “Heimaturlaub” anzutreten. Eine neue Insel mit bestimmt wieder vielen neuen Herausforderungen, Eindrücken und Abenteuern.

Curacao mit den Einheimischen

Ich weiß überhaupt nicht womit wir das verdient haben; wir genießen seit einer Woche das Privileg mit “Einheimischen” in Curacao unterwegs zu sein. Eigentlich ist Jill ja Engländerin – das ist auch wieder falsch ich meinte ja Britin und Joop ist Holländer. Glück oder Carma keine Ahnung wie man es nennen soll, dass wir die Zwei kennen lernen durften und sie uns Curacao von einer Seite zeigen, wo andere Touristen oder Cruser nur davon träumen können . Joop war mit uns Radeln an der Küste, im Kaktuswald und in der Wüste und dass in einer Tour und hinterher wurden wir sagenhaft kulinarisch von Jill verwöhnt – ich glaub hier bleiben wir.

Heute waren wir zu viert beim Schnorcheln in Westpund und mit den Meeresschildkröten schwimmen – mega cool; wir haben in der Karibik immer wieder vereinzelt Schildkröten gesehen aber so viele auf einem Haufen bzw. an einem Strand waren uns bisher nicht vergönnt. Jill’s Catering war genial und wir wurden – wen wundert es – wieder mit selbstgemachten Wraps und kühlen Getränken versorgt.

Danke den Beiden für einen wunderschönen Tag.

Bonair, Curacao und wieder zurück

Unser Ziel ist Curacao, denn Jon und Gertrud kommen uns am 1.6. in Curacao besuchen und wir freuen uns wie verrückt, die Beiden nach sooo langer Zeit wieder zu sehen und Ihnen etwas von unserer “Segler Welt” zu zeigen. Wir verlassen am 21.5. St. Martin um ganz gemütlich unser Ziel zu erreichen; der Wind ist stabil und wir kommen so gut vorwärts, dass wir uns am 24.5. überlegen, einfach noch einen kurzen Abstecher nach Bonair zu machen. Und ich sage nur Gott sei Dank, denn Bonair ist eine zauberhaft schöne Insel mit Glas klarem Wasser und für Taucher ein Highlight. Ankern ist auf der ganzen Insel verboten, aber es gibt genügend Mooring Bojen, die gegen eine Gebühr von 10 US Dollar gemietet werden können, ebenso muss jeder, der ins Wasser geht eine Genehmigung haben, die ebenfalls zwischen 25 und 45 US Dollar kostet. Doch dieses Geld wird für die Pflege der Riefs und des Nationalparks verwendet. Nach fünf traumhaft schönen Tagen mit Schnorcheln und – natürlich wieder – verschiedenen Verbesserungsarbeiten am Boot, machten wir uns am 30.5. auf den Weg, die Frenchies abzuholen und wenn sie wollen, auch Bonair zu zeigen.

Nach der 1. Nacht im Hilton Hotel nahmen wir unsere neue Crew am Pontoon des Hiltons an Bord, segelten in eine kleine Anker stelle dahinter und besprachen mit Ihnen unseren Plan, nach Bonair zu segeln. Die Sache hat nur einen Haken; die ca. 45 Nautikel Milen sind gegen den Wind, was bedeutet, dass wir mindestens zweimal so viel segeln müssen und es einfach “ein bisschen rauher” ist. Doch die zwei sind ja keine Weicheier und meinten, dass wird schon gehen und somit machten wir uns am 2.6. auf den Weg. Vorher mussten wir aber noch nach Willemstad um die beiden unserem Boot als Crew hinzuzufügen und dann noch zur Ausreisebehörde, um dann gemeinsam das Land verlassen zu können. Normalerweise oder öfters sind Customs und Immigration im selben Gebäude, aber in Willemstad bedeutet das, einen Fußmarsch über eine riesige Brücke oder falls gerade ein großes Schiff den Hafen verlässt, eine Fähre nehmen, alles in allem waren wir den 3/4 Tag beschäftigt.

Um euch nicht zu lange auf die Folter zu spannen, es waren für den ein oder anderen glaub ich die längsten zwei Tage,😫😫 doch als wir die geniale Idee hatten, über Nacht zu segeln, waren wir fast schon da und wenn ich Gertrud zitieren darf: “eigentlich ist das eine geile Sache” waren die Unpässlichkeiten fast vergessen.

Auf Bonair waren wir gemeinsam schnorcheln und haben den Nationalpark mit einem Allradauto genauestens erkundet; Flamingos und Papageien zum Sonnenuntergang und Leguane und kleine Eidechsen überall und auf jedem Parkplatz. Gertrud und Jon als passionierte Taucher haben sich auch die Unterwasserwelt nicht entgehen lassen und nach all den wunderschönen Erlebnissen, mussten wir am 10.6. Bonair wieder verlassen, damit die Allgäuer am 12.6. wieder ihren Heimflug antreten konnten. Aber genau – vorher wieder nach Willemstad und das ganze Procedere nochmal über sich ergehen lassen.

Wir hatten soooo viel Spaß mit den Beiden, dass wir sie nur schweren Herzens wieder gehen lassen.

Danke für alles, den Kurierdienst, den Windfänger, den Fahrradservice, die Reinigung des Bootrumpfes, kochen und vieles vieles mehr.🍹🍹🏊🏊⛵⛵☀️☀️🏖️

Karibik ade !!

Auf zu neuen Ufern oder in unserem Fall – auf nach Südamerika, ein neuer Kontinent.

Nachdem wir vier Monate in der Karibik waren, wunderschöne weiße Traumstrände, türkisfarbiges Wasser, eindrucksvolle Landschaften und vieles mehr genossen haben, sind wir am 21.5. nach Curaçao aufgebrochen. Wir haben hier viele neue, total unterschiedliche Menschen verschiedener Nationalitäten und Kulturkreisen kennen gelernt. z.B. eine Familie aus England, die mit ihren drei Kindern erst nach Frankreich ausgewandert ist und jetzt in der Karibik rumsegelt. Medos so heißt ihre 14 jährige Tochter ist mega cool oder total verrückt; sie sagt immer “meine Eltern sind Hippies”, sie spricht fließend Englisch und Französisch, kann sich in spanisch und deutsch verständlich machen, gibt sich ihr Lernspektrum bzw. ihr Lernpensum selbst vor und ist so offen und kommunikativ wie man es sich von einem Teenager nicht vorstellen kann. Oder Herrn Barwahni einen indischen Ladenbesitzer aus St. Martin, er ist von Indien nach Afrika zum Arbeiten aufgebrochen und lebt jetzt mit seiner Frau und Tochter hier doch um seiner Tochter eine gute Schulausbildung zu ermöglichen, ist die Familie auf der Suche nach einer neuen Heimat. Auch hier haben wir soviel Herzlichkeit, Offenheit und Hilfsbereitschaft erfahren, dass ich fast eine Gänsehaut bekomme.

Doch jetzt steht uns ein kleiner Trip von 500 Nautikel Miles bevor – gar nicht schlimm, denn wir genießen die Tage und Nächte mit nur Wasser, Himmel, Sternen, Mond, fliegenden Fischen und manchmal auch Delphinen. Unsere Nachtschichten verlaufen immer nach bewährter Weise, ich beginn und wenn ich müde bin wecke ich Neill; am frühen Vormittag macht er dann ein Nickerchen und ich halte Ausschau nach Schiffen. Gestern morgen z.B. entdeckte ich ein Schiff am Horizont, weit weg. Nach ca. 40 Minuten konnte ich immer noch nur seinen Bug sehen, was bedeutet, dass wir direkt auf einander zu fahren, aber nachdem wir segeln, sind wir Vorfahrtsberechtigt also sollte das Motorboot ausweichen – nichts geschah; ich weckte Neill da wir uns auf Kollisionskurs befanden und Neill funkte das andere Boot an. Nach dem er zweimal gesagt hatte,” Hallo wir sind das kleine Segelboot an deiner Seite” meinte das riesige Kreuzfahrtschiff doch total gelassen, klar ich hab euch schon gesehen, ha ha wer es glaubt wird seelig und wer es nicht glaubt kommt auch in den Himmel, aber er schlug einen Hacken und wir sahen das Boot direkt an uns vorüberziehen.

Wir kommen super gut voran und unsere Artemis bringt uns sicher durchs Meer; nur heute Nacht wurde ich etwas unsanft geweckt – eine Welle kam über die Seite und durchs Dachfenster, was wir einen Spalt offen hatten, damit ein bisschen Wind rein kommt, und ich wurde geduscht, ihr könnt es euch ungefähr so vorstellen, als ob euch jemand einen Kübel Wasser über den Kopf schüttet. Ich war so geschockt, dass ich erst nur aufspringen konnte und gar nicht wusste, wie mir geschah und Neill musste trotz des ganzen Wassers erst mal lachen, denn ich sah aus wie eine getaufte Maus. Doch nach etwas putzen und trocknen schlief ich nach 30 Minuten weiter als ob nichts gewesen wäre.