St. Vincent

Am 16.3. haben wir uns auf den Weg nach St. Vincent gemacht; schnell mal 10 Nm gegen den Wind – denkste denn aus 10 wurden dann 22,5 Nm und wir waren mit tacken beschäftigt. Kaum zu glauben, dass wir sogar unseren Motor einschalten mussten, um gegen die Strömung und den Wind wenigstens mit 2 Knoten voran zukommen, endlich haben wir unser Ziel erreicht👋 und da wir schon seit fast drei Monaten nicht mehr beim radeln waren, stand das ganz oben auf unserer Wunschliste. Doch in der Nacht fing es zu regnen an und wollte einfach nicht mehr aufhören; gegenüber unserer Ankerstelle ist eine alte Burg mit 255 Stufen und wir hatten uns fest vorgenommen, dass wir diese besteigen wollen. Rüber rudern und rauf – so der Plan; die letzten Regenwolken hatten sich verzogen und los gings; so ca. auf halbem Weg zog ein neuer Schauer durch und wir kamen wie die getauften Mäuse auf der kleinen Insel an – Gott sei Dank ist es nicht kalt aber wenn der Wind um die Ecken pfeift ist es trotzdem frisch.🙈

Frisch geduscht kamen wir am Boot an und am Abend spielten wir Phase 10. Laut Wettervorhersage soll es am 18.3. auch noch regnen, also no nix mit radeln, dafür einkaufen und wandern. Auf dem Rückweg sahen wir einen Catamaran mit einer bayerischen Flagge – wir gleich hingerudert und nachgefragt wo sie denn herkommen. Münchner und das gleich sechs und zwei oder drei Kölner – voll nett; sie haben uns auf ihr Boot eingeladen und wir sind total versumpft; bei Kaffee und anschließendem Cocktails gab es sehr viel zu erzählen und ob ihr es glaubt oder nicht es war sooooo schee wieder mal “bayrisch” zum schwätzen. Es war schon dunkel als wir uns auf den Heimweg machten und somit haben wir nichts mehr fürs radeln vorbereitet.

19.3. 6 Uhr aufstehen; frühstücken, Reifen aufpumpen, Rucksäcke herrichten, Fahrräder ins Dinghi, zum Strand rudern und um 7.45 Uhr saßen wir im Sattel – endlich wieder und wir können es immer noch. 🤭 Neill hatte einen Track heruntergeladen, der uns in die Berge führte; erst auf die Hauptstraße – ich muss immer noch total aufpassen, dass ich nicht auf der falschen Straßenseite fahre – dann ging es auf Nebenstraßen auf Beton steil nach oben. Wir waren so froh, dass wir so früh gestartet sind, denn es wurde ganz schön warm (28 Grad) als wir oben ankamen gab es eine Brotzeit und dann ging es bergab, eigentlich kein Problem aber aufgrund der zwei Regentage waren die Trails so rutschig und schlüpfrig, dass es zum laufen schon eine Herausforderung war. Irgendwo haben wir dann wohl eine Abzweigung verpasst und so mussten wir durch den Regenwald über hohe Treppen und schlüpfrigen Wurzeln wieder nach oben klettern, als wir unten ankamen waren wir total verschwitzt und konnten unser Glück kaum fassen, dass wir ein Schild zu einer Quelle fanden. Und wieder hatten wir kein Shampoo dabei, 😩😩nach 24 km und 650 Höhenmetern kamen wir wieder zurück zum Strand. Dort haben wir unsere Räder auseinander gebaut und uns ein Bier gegönnt, anschließend hat Neill uns wieder zum Boot zurück gerudert und wir waren wieder total happy unsere Räder mit dabei zu haben und Teile von Inseln zu sehen, die anderen Touristen bestimmt verborgen bleiben.

Besuch aus England

Nein ihr kein Deschavu und ich hab auch nicht zu tief ins Glas geschaut, 🙈Nein, wir sind wieder in Bequia – wir treffen uns dort mit Dave und Nicola, Freunden aus England, die hier Urlaub machen und uns Tauchermasken und Ersatzteile fürs Boot mitgebracht haben. Dave ist ein erfahrener Segler und für Nicola war es das 1. Mal, dass sie auf einem Segelboot war und zum segeln ging; sie kamen mit dem Taxi von Friendship Bay und Neill holte sie am Steeg mit dem Dinghi ab. Geplant war nach Petit Nevis zu segeln, dort Mittag zu essen, zu schwimmen und wieder zurück. Aber Segeln und planen🙄🙄 – genau das sind zwei Welten, die aufeinander treffen; wir hoben den Anker, motoren raus, da gab unser nagelneuer Motor ein Warngeräusch – zuwenig Öl – kann nicht sein, da Neill morgens den Ölstand überprüft hatte und mehr als genug drin war. Okay, Motor aus und Segel setzten, Dave steuerte unsere Artemis, als ob er nie etwas anderes gemacht hätte und Neill fragte Nicola, ob sie auch mal versuchen möchte. Ganz zaghaft übernahm Sie den Tiller und was soll ich euch sagen, Sie ist ein echtes Naturtalent, denn sie konnte hervorragend den Kurs halten und hatte auch mächtig Spaß dabei. Der Wind blies uns leider immer weiter weg von Petit Nevis sodass wir nach zwei Stunden Plan B in Angriff nahmen und zurück nach Por Elizabeth segelten. Lunch gab’s unterwegs und da wir unseren Motor nochmal testen wollten, verzichteten wir auf viele Tacks und was soll ich euch sagen, der Motor sprang an, als ob nichts gewesen wäre. Auf Nachfragen bei Yanmar sagten die uns, das wir einfach weiter fahren sollen und falls das Problem nochmal auftritt, der 50 Stunden Kundendienst vorher gemacht werden soll.

Als wir wieder am Anker waren, ging es erstmal ins Wasser und hinterher verwöhnten wir die beiden mit Tinkers Kaffee (Kaffee mit Baileys ) und zum Dinner gingen wir gemeinsam in Jaks Restaurant, dort gab’s Büfett und Live Musik – echt cool aber um uns unterhalten zu können, mussten wir uns fast anschreien.

Am nächsten Tag testeten wir die neuen Tauchermasken und ich kann euch sagen, mega klasse toll. Am Rand des Anker Platzes ist ein Felsen und unter den Steinen wimmelt es nur so von Fischen, Seeigeln, Seeeiern und sogar einen Rochen haben wir gesehen. Es macht wirklich unglaublich viel Spaß die Unterwasser Welt zu entdecken und dabei nicht ständig das Gefühl zu haben ab zu saufen. Danke nochmal unseren Kurieren.😘😘

Am 15.3. haben wir Dave und Nikola dann in Friendship Bay besucht; wir sind hingesegelt und haben direkt vor ihrem Hotel geankert, sind rüber geschwommen und ich bin mir fast wie ein Bond Girl vorgekommen; aus dem Wasser steigen und direkt an der Strandbar einen Drink nehmen🍹🍹 – ich sag euch das hat was. Nach einem ausgiebigen Ratsch mit den beiden verabschiedeten wir uns, schwammen zurück an Board und verließen den Strand, da wir in diesem Swell nicht bleiben wollten und motorten die 15 Minuten nach Petit Nevis und ankerten dort.

Granada

Eigentlich wollten wir St. Vincent und die Grenadinen nicht verlassen, aber weil wir Anfang März einen Freund in Bequia treffen, hätte unser Visum fürs Boot eh nicht gereicht, deshalb entschlossen wir uns am 26.2. ein neues Land Granada zu erkunden. ?Nachdem wir uns in in Carriacou wieder registrieren haben lassen, machten wir in Ronde Island einen Stop und ankerten ganz allein neben einem Unterwasservulkan – Kick-èm-Jenny, der als aktiver submariner Vulkan gilt; letzte Eruption Juli 2015. Wir versuchten an Land zu rudern, doch die starke Brandung machte uns einen Strich durch die Rechnung, also dann eben nur schwimmen und was besonders für Neill total unfassbar war, dort hatten wir kein Internet;? dann ging es weiter downwind nach Prickly Bay – wir hatten entlang des Festlandes immer wieder Beschleunigungszonen sodaß unsere Chiara keine Chance hatte zu steuern, was für uns hieß selber ran an den Tiller.?

Von Prickly Bay sind wir nach St. Georg, der Hauptstadt von Granada, mit dem Bus gefahren; voll witzig denn die Kleinbusse fahren die Straße entlang hupen und wenn du winkst, hält er an und wenn du raus willst gibst du dem Fahrer ein Zeichen und er hält an – mega cool; wir sind durch ein Wohngebiet gedüst und der Fahrer hat die ganze Zeit gehupt damit jeder weiß “He der Bus ist da”. Die Hauptstadt war nicht sonderlich spannend und am Sonntag hatten alle Geschäfte zu, wir schauten uns die Burg und das Hafen Viertel an. Dort lag ein Partyboot und die Jugend wartete auf den Einlass – manchmal ist es echt unglaublich ” wieviel Frau in wie wenig Stoff passt” – aber die Mädel haben einfach ein ausgeprägtes Selbstvertrauen.?? Nachdem wir mit einem Irischen Paar noch ein Bier getrunken hatten machten wir uns auf den Heimweg und segelte am 4.3. weiter; unser nächster Halt war Halifax Harbour eine kleine Ankerstelle und wir staunten nicht schlecht, als uns eine englische Familie begrüßte, die wir schon zweimal auf den Kanaren getroffen hatten. Wir wurden abends auf ihr Boot eingeladen und trafen dort weitere Cruiser aus England und sogar Deutsche aus Dresden.

Heute 5.3. sind wir zu den Concord Falls gelaufen – endlich mal wieder ein bisschen sportlich betätigen – denn zum Fahrrad fahren waren die letzten Inseln immer zu klein und der Verkehr hier ist ehrlich gesagt nicht zum radeln bestimmt???. Nach knapp 5 Km erreichten wir den Wasserfall; erst entlang der Hauptstraße und dann eine kleine steil ansteigende Teerstraße durch den “Urwald” – Bananenbäume, bunte Blumen, Bambussträucher und vieles mehr, total schön.

Endlich erreichten wir den Wasserfall und konnten es kaum glauben, dass außer uns kein Mensch da war – also schnell umziehen, Badesachen an und rein ins erfrischend kühle Süßwasser – so cool.?? Nach unserer Badeeinlage haben wir uns am Kiosk ein Bier gegönnt und die Lady hat uns erklärt, dass an normalen Tagen so ca. 300 Besucher vorbei kommen aber heute sei wohl ein ruhiger Tag – Glück für uns und kurz vorm Sonnenuntergang waren wir wieder daheim auf unserer Artemis.

Union Island

Seit 18.2. sind wir auf Union Island, erst waren wir in Clifton Harbour zum einkaufen und jetzt sind wir einmal um die Insel zur Chatham Bay gesegelt, einer traumhaft schönen kleinen Ankerstelle.

Als wir ums Eck kamen, sagte Neill zu mir, das Boot sieht aus wie ein Rustler und wir nahmen es ganz genau unter die Lupe und siehe da, es war wirklich ein Ruster 36 – das gleiche Boot wie unsere Artemis – und auf ganz englische (vornehme ) Art fuhren wir vorbei und Neill rief den Leuten an Board zu: “Nice Boot” und wir bekamen als Antwort “same as you”; wir haben sie zum Kaffee eingeladen und Neill hat sofort in der Ruster Owner Liste nachgeschaut, wem das Boot gehört. Ich war am Ankerball aufhängen und hörte Neill lauthals lachen und als ich fragte warum, meinte er, dass glaubst du nie – darauf ich – warum heißt der Eigner auch Neill und Neill meinte, nein besser er heißt Hogarth. Unglaublich, es gibt zwei Rustler 36 deren Besitzer Hogarth heißen und diese beiden Boote treffen sich – am Ar… der Welt – Wahnsinn oder.??

Die Bucht ist voll schön mit Pelikanen – ich glaub ich hab noch nie einen in echt gesehen, vielen Fischen und Wasserschildkröten und später werden wir wohl wieder versuchen, etwas durch unsere “alte” Taucherbrille zu sehen ohne dass wir ersaufen. Aber die neuen Tauchermasken sind schon bestellt und werden Anfang März eingeflogen per Kurier – Verbindungen sind einfach das halbe Leben.??

Horseschuhreff

Jetzt werden wir die Karibik entdecken, wie sie überall beschrieben ist, mit weißen Stränden, blauem Wasser und Korallenriffen zum schnorcheln. Heute 12.2. wollten wir die beiden Inseln direkt am Horseschuhreff erkunden; wir sind richtig früh so um 7.30 Uhr aufgestanden, damit wir unser Dinghi aufpumpen und dann auf Erkundungstour gehen können. Um 8.30 Uhr sahen wir eine Squall übers Reff hereinziehen und wir waren echt froh, noch an Board zu sein.??

1 Stunde später war alles vorbei und los gingˋs – wohlweislich hatten wir außer unserem Bikini und Badehose nichts angezogen und unsere Handys in Plastiktüten verpackt, denn als wir die kleine Insel erreicht hatten waren wir Patsch naß. ??Wir machten einen Spaziergang auf den höchsten Punkt der Insel und entdeckten einen Leguan (der genauso Foto scheu wie fast alle Tiere war) eine Schlange und eine Schildkröte – gestern haben wir schon mehrere Wasserschildkröten gesehen doch auch die wollten sich nicht fotografieren lassen. Nach einem kurzen Schnorchelgang – ich bekomme die Maske einfach nicht dicht und deshalb ist es meistens ziemlich kurz für mich – machten wir uns auf zur nächsten Insel.

Wir strandeten mit dem Dinghi an einem einsamen Strand und erklommen den Weg bis zum Gipfel um einen genialen Rundblick zu bekommen – das Reff sieht von oben wirklich wie ein Hufeisen aus. Auf der anderen Inselseite fanden wir eine Beachbar und super nette englische Segler – wir haben zusammen Rumpunsch getrunken und der hatte es echt in sich, denn Neill meinte beim zurück fahren, beim nächsten mal trinke ich nur einen. Hi – hi – ich muss nur im Dinghi sitzen, da kann ich auch zwei trinken. Die beiden Segler Mandy und Neil kamen am Heimweg noch bei uns auf einen Kaffee vorbei und heute hab ich wieder mein Englisch ausgepackt und ich sag euch nach zwei Rumpunsch lief das fast perfekt.???

Port Elisabeth, Petit Nevis, Friendship Bay

Wir sind am 7.2. in den Grenadinen in Port Elisabeth angekommen und wurden nicht wie in Noonsite berichtet von Einheimischen mombardiert, die uns eine Mooringboje andrehen wollten. Nachdem wir uns vorschriftsmäßig angemeldet haben – als EU Bürger bekommst du ein 6 Monatsvisum – haben wir neue SIM Karten besorgt, damit wir online und erreichbar sind und uns ganz gemütlich ein Eis gegönnt.? Beim Brot kaufen hat uns die Bäckerin erzählt, dass ihre Bäckerei in Friendship Bay ist und wir meinten, da segeln wir morgen eh hin und dann kommen wir vielleicht mit dem Fahrrad vorbei. Sie war total verwundert, da sie meinte hier sind die Straßen aber alle ziemlich steil doch wir meinten: ” wir sind jung und fit und das macht uns nichts aus.” Aber als wir in Friendship Bay, dass nur auf der anderen Seite von Port Elisabeth ist ankamen, wussten wir, was sie gemeint hat. Ich hab keine Ahnung wie steil aber ich glaub dass von 20% nicht viel fehlt und noch dazu ist alles betoniert; nachdem es in der Bucht doch mehr Swell hat als wir gehofft haben, verlegen wir das Radeln auf eine andere Insel ?

Auf dem Weg nach Friedship, segelten wir an einer kleinen Insel vorbei wo drei Boote an Anker waren; es sah soo schön aus, dass wir uns spontan entschieden haben vor Petit Nevis zu ankern und eine Nacht dort zu verbringen. Wir gingen im blau grünen Wasser schwimmen und schnorcheln. ? Wie im Internet steht, kann man diese Insel für ein “Schnäppchen” von nur 15 Millionen US Dollar kaufen – so schön ist sie nun auch wieder nicht, dass es diesen Preis rechtfertigen würde und was macht man dann damit? Wir sind mit dem Dinghi an den Strand gerudert und haben uns alles genau angeschaut und festgestellt, dass wir die Insel nicht kaufen werden.

Martinique

Ja wir sind jetzt in der Karibik genauer gesagt in Martinique angekommen. Wir haben uns registrieren lassen, waren gemütlich beim Essen und haben unsere Essensvorräte wieder aufgefüllt. Wir konnten bei einer Segel-Regatta zuschauen und waren total verblüfft, dass die Segel viereckig waren – echt witzig.

Nach dem unser Motor immer noch Kühlmittel verlor, haben wir einen echten ” Experten” drauf schauen lassen und Christoph von Mecanique Plaisance meinte im Wärmetauscher ist ein Loch und bei so einem alten Motor (26 Jahre) bekommen wir ganz schwer Ersatzteile und bla……. am Ende lief es auf einen neuen Motor raus. Wir benutzten unseren Motor eher selten, da wir ja ein Segelboot sind aber wenn du den Motor brauchst, muss er auch funktionieren. Am 31.1. haben wir den alten Motor ausgebaut und am 1.2. den Neuen wieder ein, jetzt heißt es 50 Motorstunden drauf zu fahren, damit wir den 1. Service wieder in Martinique bei “unserem” Christoph machen lassen können.

Somit werden wir uns wohl eine ganze Weile hier aufhalten; erst gehtˋs Richtung Süden zu den Grenadinen und dann nach Antigua. Wir genießen “Karibien Feeling” mit blauem Wasser und weißen Stränden und nach St. Anns unserem jetzigen Ankerplatz, der jetzt nicht mehr so voll ist, soll es in den Grenadinen von Korallenriffen nur so wimmeln und wir können es mal mit schnorcheln versuchen. Wir lassen uns überraschen aber glaubt mir, es ist genial vor dem Frühstück einfach kurz ins warme Wasser zu hüpfen und eine Runde zu schwimmen und ich verspreche euch, mit Bildern nicht zu sparen.

Bilder von der Karibik und wenn ihr wollt alle Fotalben nochmal

Endlich sind wir in der Karibik angelangt und natürlich gibtˋs auch wieder neue Bilder, bisher noch keine Traumstrände aber wir sind bemüht.???

Und wer nochmal unsere bisherigen Alben anschauen möchte, hier die Auflistung dazu:

Le Marin

Eigentlich wollte ich ja erst eine richtig schöne Karibik Insel finden und dann tolle Bilder schicken und von neuen Erlebnissen berichten, aber ich muss ! ??euch unbedingt erzählen, dass wir heute einen Windfänger gebaut haben; einen Windfänger braucht man dazu, um Wind bzw. frische Luft ins Boot zu bekommen, damit wir nicht sooo schwitzen müssen. Wir haben schon ewig davon gesprochen und auch Max meinte damals (so lange ist das schon her?) dass es sicher gut wäre, ganz vorne bei unserem Kojenhatch bzw. Schlafzimmerdachfenster einen zu installieren. Okay heute 28.1. haben wir mal geschaut, wo man so was bekommen kann und was das kostet. Mir sind fast die Ohren aus dem Kopf gefallen, als uns die Dame in dem Segelladen den Preis genannt hat, stellt auch vor, das Ding sollte fast 60,– Euro kosten. Daraufhin haben wir uns selbst etwas zusammen gezimmert und es schaut nicht nur mega toll aus sondern es funktioniert noch dazu.????

Dieses Transparent hab ich von meinen Turnerkids bekommen bzw. sie waren am Ortsrand von Nesselwang gestanden und haben mich verabschiedet und jetzt kommt es als Windfänger zum Einsatz. Mega cool oder.???

Atlantik Überquerung – 2. Teil

Heute 15.1. haben wir die Hälfte unserer Wegstrecke zurückgelegt und ob ihr es glauben wollt oder nicht, seit heute steht fest, welche Insel wir ansteuern. Neill hat sich ausführlich damit beschäftigt, wo es am einfachsten ist sich anzumelden – wir bei der Einwanderungsbehörde und unser Boot im Land anmelden. Die Wahl fiel auf Martinique, diese Insel gehört zu Frankreich und ist eine Übersee Region vergleichbar mit Bretagne, die Währung ist Euro und wir lassen uns überraschen . Aber noch liegen nochmal ca. 1000 Nm vor uns und wenn wir da sind berichte ich euch natürlich davon ?denn es soll hier super schön sein; von Vulkanen, bis hinzu Regenwäldern und traumhaften Stränden.?️?️

17.1. alles ist unverändert bei mir, wir segeln seit vier Tagen mit der selben Segelstellung – nur dass wir jeden Tag ein bisschen die Seile verändern, damit keines zu viel belastet wird. Ansonsten bin ich sehr im Urlaubsmodus ?was bedeutet: lesen, sonnen, ?schlafen einfach faul sein?.Außer den fliegenden Fischen? (die sind echt cool, denn sie fliegen wirklich von Welle zu Welle und am Anfang hab ich gedacht, dass es Vögel sind) gibtˋs auch keine Tiere, die ich beobachten könnte aber die Fische sind witzig.? Ja nach 1300 Nm gibt es nix neues ??

Uhrzeit

Da momentan nichts Spannendes bei mir passiert, wollte ich euch erzählen, wie das bei uns mit der Uhrzeit funktioniert. ⌚Als wir am 6.1.19 um 11 Uhr in Mindelo weggesegelt sind haben wir unsere Uhrzeit nicht umgestellt, da es für uns vollkommen egal ist, wie spät es ist – wichtig ist nur, wann 24 Stunden vorbei sind, damit wir notieren können, wie viele Nautikelmeilen wir geschafft haben.? Den Tagesablauf könnt ihr euch ungefähr so vorstellen: Aufstehen wenn es hell ist, essen wenn wir hungrig sind und ins Bett gehen wenn es dunkel ist und wir müde sind. 15 Längengrade machen eine Stunde aus und momentan – wir sind bei 50 Grad – sollte unsere Uhr so ca. 3 Stunden vorgestellt werden, aber egal wenn wir in Martinique ankommen werden wir auf jeden Fall kein Jetlag haben.??

20.1. heute haben wir doch tatsächlich die Segel verändert ??ja echt – da der Wind weniger ist, kommt unser Parasailor wieder zum Einsatz; nachdem wir jetzt 1 Woche lang mit den ausgepolten Segeln unterwegs waren durften wir mal wieder “Seglerarbeit ” machen – erst Segel einholen und dann den Parasailor hin?. Als wir auf dem Deck rumgelaufen sind haben wir doch tatsächlich einen mini kleinen fliegenden Fisch gefunden (er war höchstens 2 cm lang) und ich hab mich echt gefragt, wie er das geschafft hat bei uns aufs Boot zu kommen. Die einzige Erklärung erscheint mir, dass wir bei der Kränkung fast die gleiche Höhe wie das Meer hatten und er nicht hoch springen bzw fliegen musste – aber leider hat er es nur aufs Boot und nicht mehr runter geschafft. ? Ja heute war echt ein besonderer Tag; am Nachmittag saßen wir draußen nach dem duschen – wir haben eine super solar Dusche (eigentlich ist es ein schwarzer Sack, in den man Wasser einfüllt und dann in die Sonne legt; danach ist das Wasser echt super heiß und du musst erst prüfen, damit du dich nicht verbrennst) und haben darüber gesprochen, dass es toll wäre ein anderes Schiff zu treffen und nach dem Wetterbericht fragen zu können und kurz danach sah ich wirklich ein Schiff am Horizont; wir haben gleich am EAS geschaut, wie es heißt und dann Kontakt aufgenommen und was soll ich sagen er hat wirklich mit uns gesprochen und uns die neuesten Wind- und Wettervorhersagen mitgeteilt. Danke nochmal Rio Tamara und am Abend kamen die ersten Delphine vorbei und ich hatte schon Angst, dass ich gar keine sehen werde.?? außerdem ist fast Vollmond und draußen ist es Tag hell ??

21.1. In der Nacht ist der Wind so stark geworden, so dass wir den Parasailor weggemacht haben ( mittlerweile sind wir schon Profis im dunklen dieses Segel Weg zu machen ?) und dann nur mit dem Genoa mit 5,5 Ktn. weiter gesegelt sind – vorbei wars mit stabiler und ruhiger Lage. ?Den Wetterbericht, den uns die Rio Tamara mitgeteilt hatte stimmte diesmal wirklich – der Wind frischte auf und die Richtung drehte sich langsam auf Nord – Nordost. Wir haben wieder die Segel ausgepoolt und waren flott unterwegs. Die ganze Nacht war der Wind gleichbleibend beständig und stark, so dass wir echt gut voran kommen. Ja jetzt sind wir fast da – nur noch ca. 250 Nm.??

Am 24.1. um kurz vor 11 Uhr (nach Mindelo Zeit) Ortszeit 6.50 Uhr sind wir in Martinique angekommen; nach 2162 Nm waren wir da !!!!!!!!! ?Echt cool und kaum zu glauben dass wir diese wahnsinnige Strecke in “nur ” 18 Tagen hinter uns gebracht haben. Ein bisschen Stolz bin ich schon – über den Atlantik, dass ist von vielen Seglern ein Traum oder eine Wunschvorstellung ⛵- und ich (als ganz ” junge Seglerin”- denn dass ich keine Ahnung vom Segeln hab, darf ich ja nicht mehr sagen??) bzw. wir haben es geschafft !!!!! Jetzt muss und darf ich allen Bescheid sagen, dass ich noch am Leben bin und wieder erreichbar.

In den nächsten Tagen heißt es: sich registrieren lassen; ganz gemütlich ein Bier trinken und Essen gehen, sich einfach wieder an andere Menschen gewöhnen. Dann unser Boot wieder mit Essen und Wasser voll machen – Tanken brauchen wir nicht, denn wir haben auf die ganze Strecke zwei Motorstunden und somit ist unser Tank noch voll bis oben hin. Und dann suchen wir karibische Strände?️?️, denn in dieser Ankerstelle sind außer uns noch mindestens 100 andere Boote.??