Ocean Chandlery

Werbung – Nein ganz bestimmt nicht; nur ein sehr sehr zufriedener Kunde.

Das 1. Mal trafen wir Stuart, von Ocean Chandlery im September 2018 in Ayamonte in Spanien, als er seinen Parasailors in der Segelschule “Go-n-sail” vorstellte. Er erzählte uns, dass er bzw. mittlerweile seine Tochter in England eine Chandlery haben und dass er uns egal wo auf der Welt mit Ersatzteilen versorgen kann. Wir dachten bla bla bla.. Doch zum erstenmal benötigten wir den Anker Motor Fußschalter in Bequia; wir wollten ihn bestellen, doch die Firma ist mittlerweile bankrott gegangen, doch Stuart wusste, wo es genau den richtigen gab.

Information_SignOcean Chandlery.
https://www.oceanchandlery.com/

In Aruba glaub ich haben wir ein halbes Flugzeug voll Ersatzteilen, ein neues Vorsegel und einen neuen Kühlschrank von Ocean Chandlery geliefert bekommen und unser Anker Winden Motor entwickelte sich zu einer kleinen Odyssee. Doch dank unseren Freunde in England, die keine Mittel und Telefonate scheuten, bekamen wir das fehlende Adapterstück binnen zwei Tage nach Aruba geschickt. Hier in Panama haben wir auch wieder Ersatzteile gebraucht und wir wissen jetzt sehr genau, dass egal wo wir uns auf der Welt befinden, Ocean Chandlery ihr Wort hält und uns versorgt. Danke liebes Team und bleibt weiter so genial und zuverlässig.

Unser eigener Lieferwagen

Panama Kanal

Freitag 22.11. um 16 Uhr sollten wir uns nach Angaben der Panama Gesellschaft im Anker Feld “Den Flets” bereit halten; unsere französischen Freunde auf dem großen Catameran Iroise waren schon da – vollständig mit Crew – und dann konnten wir doch endlich den soo lang geplanten Kaffee trinken.😊 Sylvia und Mark luden uns auf ihr Boot ein, da für 10 Leute einfach der Platz a bissl eng wird auf unserer Artemis; sie machten Kaffee und wir brachten den Kuchen mit – Bananenbrot und Zitronenkuchen von Elisabeth.

Um 17.30 Uhr kamen unsere Kanalpiloten – ja ja wir haben wirklich Piloten (in Ausbildung) bekommen – junge, kompetente, gutaussehende, super nette und sehr freundliche Männer –  für jedes Boot einen👍👍. Los ging es Richtung 1. Schleuse. Kurz vor dem Schleusentor wurden wir zum “Päckchen” zusammen gebunden und hinter zwei Schlepperbooten und einem riesigen Containerschiff wurde das Schleusentor hinter uns geschlossen. Beim Einfahren bekommst du von Hafenarbeitern eine Leine zugeworfen, an denen du dann deine dicken Leinen fest bindest und diese ziehen sie dann wieder zurück um die dicken Leinen dann in der Schleusenkammer zu befestigen; dann wurde die Schleuse geflutet und wir so ca. 7 – 8 Meter nach oben bewegt. Unsere Leinenführer mussten die Leinen immer auf Zug halten, damit wir in etwa in der Kammermitte bleiben – spannend.😁😁🙃 Miguel unser 1. Pilot erklärte uns, dass sie momentan auf “Sparmodus” arbeiten, um Wasser zu sparen und deshalb dauert der Vorgang doppelt so lange. Mir war es schnell genug, denn es ist schon eine aufregende Angelegenheit – immerhin war es meine 1. Schleuse – aber jetzt nach dem Panama Kanal kenn ich mich auch aus. Nach der 2. Schleuse mussten wir warten bis die Schiffe vor uns wieder an Ort und Stelle sind und somit hatten wir Zeit für unser Abendessen – Pizza. Nach der 3. Schleusen fuhren wir drei Nautikel Miles zum Gatun See – Süßwasser See – und machten an einer Boje fest und verabschiedeten uns um 23.30 Uhr von unserem Pilot, tranken noch ein Bier und genossen die Halbzeit. Wir waren super froh, dass uns unser Wettergott nur zwei kurze Regengüsse beschert hat 🌧️🌧️🌧️und die meisten Sachen bis zur Nacht fast wieder trocken waren.👍

Samstag, 8.30 Uhr: Start zur zweiten Etappe David unser neuer Pilot – genau wie sein Vorgänger ein sehr smarter Kerl😲😲 – kam an Bord und wir fuhren die 25 Nm den Kanal entlang zur nächsten Schleuse. Landschaftlich wunderschön nur haben wir leider keine Krokodile gesehen, doch wir genossen die Ruhe und unsere Leinenführer Tobi und Elisabeth nutzten die Fahrt für ein Nickerchen. Bevor wir die Schleuse erreichten, stärken wir uns mit Lasagne; dann nahm uns unser “Mittelboot” wieder an seine Seite und fast pünktlich zum Schleusen zog eine Regenfront auf und es goß – kurz und knackig🌧️🌧️🌩️ – doch als alle komplett im Regenuniform waren, wars wieder vorbei. Diesmal waren wir die Ersten und ein “MEGA” großes Container Schiff hinter uns – a bissl mulmig war mir scho, aber alles kein Problem.😨 Im anderen Kanal war ein Touristen Boot, wo alle Passagiere draußen standen und am Festland war ein Gebäude mit vier Terrassen, wo tausende von Menschen zuschauten wie die Boote durch geschleust werden. Ich kam mir scho a bissl wie eine Attraktion vor, denn sogar die Dockarbeiter machten ein paar Bilder von uns 😏😏Vielleicht lag es aber nur daran, dass es wie aus Kübeln geregnet hat und wir unsere Hosen weit nach oben unter die Regenjacken geschoben haben😊🤭. Diesmal waren es auch wieder drei Schleusenvorgänge und wir alle – inclusive unseres Kapitäns konnten es schon fast genießen. Nach 24 Stunden war alles vorbei und unser Pilot wurde um 18 Uhr von einem Boot abgeholt und wir machten uns auf den Weg nach Panama City ins Ankerfeld, wo das Boot von Elisabeth und Wim liegt. Nachts in ein Ankerfeld einzufahren ist immer schwierig, denn du kannst Bojen schlecht erkennen und es gibt viele Boote, die kein Anker Licht haben 😲😲, doch diesmal hatten wir ja “ortskundige” Schweden dabei, die uns genau den Weg zu Bengt weisen konnten. Um 19.15 Uhr waren wir am Anker in Las Brises de Amador und feierten mit unseren Leinenführer Elisabeth, Wim und Tobias bei Pina Colada und Wein eine gelungene Überquerung vom Atlantik zum Pazifik.🤗🤗🤗

Vom Atlantik zum Pazifik

Nachdem wir jetzt fast 19 Monate (und so ungefähr 12000 Nautikel Milen) im Atlantik verbracht haben, geht’s voraussichtlich am Freitag, den 22.11.19 durch den Panamakanal zum Pazifik. Unsere Vorbereitungen sind soweit abgeschlossen, was bedeutet, dass unsere Artemis schon am Montag vermessen wurde – jedes Schiff dass durch den Panamakanal fährt muss einmal in seinem “Leben” hier vermessen werden, dann bekommt man eine Nummer und die gilt “Lebenslänglich”. Ja bisher war sie “nur” im Atlantik unterwegs und jetzt geht’s auch für Sie in neue Gewässer.⛵⛵

Auf dem Weg nach Colon

Wir haben unsere zusätzliche Besatzung – drei weitere Personen, die als “Seilführer” fungieren engagiert, was zum Glück nicht schwierig war, denn unsere schwedischen Freunde von Bengt (Schiffsname) Elisabeth und Wim sowie Tobias von Maja auch ein deutscher Freund helfen uns. Fürs leibliche Wohl haben wir zu sorgen (was bedeutet dass wir gestern nochmal richtig einkaufen waren, damit keiner Hungern muss oder verdurstet😂😂😂) und ehrlich gesagt bin ich schon total neugierig und aufgeregt wie alles abläuft, wie lange es dauert und wie der Berater ist (weil wir so klein sind bekommen wir nur einen Berater und der Kapitän bleibt im Kommando). Damit wir noch besser Bescheid wissen dachten wir, radeln wir zum Besucher Zentrum des Panamakanal und schauen uns das doch genau an. Pustekuchen😠😠😠 denn mit dem Fahrrad waren wir ganz illegal dort – Fahrradfahren ist hier verboten und viel zu gefährlich – und wir durften nicht mal rein denn dazu hätten wir ja unsere Fahrräder irgendwo abstellen müssen .😠😠😠😠 Naja also dann werden wir eben ohne besondere Kenntnisse durch fahren, aber so hatten wir wenigstens eine Radtour in Panama mit 52 km und 450 Höhenmetern – dank der Brücke.😲😆😆 Ich werde auf jeden Fall berichten, wie es war.

Unsere Radel-Tour findest Du hier.

San Blas Inseln mit Annalena und Daniel

Als wir im August in Nesselwang waren, haben Annalena und Daniel gesagt, dass sie uns im November besuchen kommen wollen. 😀Grob wurde das “Zielgebiet” gesichtet und die San Blas Inseln bei Panama auserkoren. Wir nahmen die beiden in Port Linton an Bord,  nachdem sie mit dem Taxi eine abenteuerliche Nachtfahrt hinter sich gebracht hatten. Port Linton ist wirklich eine deutsche Kolonie mit einem deutschen Segel Macher und ihr werdet es nicht glauben sogar einem Allgäuer. Guido ist vor ca. 30 Jahren von Füssen in die Welt gezogen und hier in Panama hängen geblieben.  😆Nach Proviant Aufstockung und a bissl Touristen Zeug – wie z.B. Fort anschauen und lokale Gerichte genießen stachen wir in See. Alle unsere Ratgeber meinten, dass wir den ersten Halt in Chichime einer der ca. 365 mehr oder weniger Inseln der San Blas Inseln🌴 machen sollten. Als wir ins Anker Feld einfuhren, erkannten wir gleich einen alten Bekannten Delfin einen Argentinier, den wir aus Antigua kennen. Er kam auf einen Kaffee vorbei und da er zur Zeit Strohwittwer ist vereinbarten wir ein gemeinsames Abendessen; er besorgte und zerlegte den Hummer und gemeinsam bereiteten wir ihn zu Mmmm soooo gut!!! Für Annalena und Daniel wars das 1. Mal dass Sie Hummer probiert haben (Falschmeldung – Daniel hatte schon mal probiert) und auch Sie waren voll begeistert. Die nächsten Tage machten wir an verschiedenen Ankerplätzen halt und genossen die Ruhe und Abgeschiedenheit der Inseln, kein Handy, kein TV, kein Internet oder sonstiges einfach Urlaub.⛵🏊🏖️☀️

Einmal machten wir einen “Stadtbummel” in Nargana, einer Kuna Stadt, die in etwa die Größe eines besseren Dorfes bei uns hat, wo wir “nicht Spanisch sprechenden Menschen” Obst und Gemüse kauften – mit Händen und Füßen kommt man auch ans Ziel.  Am nächsten Tag erkundeten wir mit dem Dinghy einen Fluss, fanden aber leider oder Gott sein Dank kein Krokodil (obwohl es hier wohl welche geben soll). Wir genossen die Zeit zum Spielen, ratschen, schwimmen, schnorcheln, segeln oder einfach zum lesen und faul sein.  Hier in Panama ist gerade Regenzeit und ich hätte es mir niemals träumen lassen, wie viel Wasser da vom Himmel fällt,🌧️🌧️🌧️ denn wenn du meinst jetzt ist Schluss kommt nochmal soviel hinter her. Unser Bimini ist zum großen Wasserfänger geworden – auch wenn ich manchmal nachts aufstehen muß und Wasser abschöpfen, damit es nicht reißt. Aber für die “weißen” Allgäuer war der Regen und der bewölkte Himmel ein totaler Segen, denn bei durchschnittlich 28 Grad wars trotzdem warm und sonnig genug ☀️☀️☀️

Annalena hatte sich schon auf enthaltsame und einseitige Mahlzeiten eingestellt, denn ein Freund erzählte ihr, dass es in Panama ganz viel Bohnen gibt. 😩😩Aber unser Bord Restaurant hat auch die Beiden – glaub ich – ganz zufrieden gestellt und so gab’s keine Bohnen – die mag I o it 😏- dafür frisches Brot und vieles mehr. Nach 10 Tagen einsamen Stränden, Sandfliegen und anderen Blutsaugern, die es ganz besonders auf Annalena abgesehen hatten😠😩 – machten wir uns am 9.11. auf den Rückweg nach Port Linton, damit Sie am Montag ihren Flug zurück ins kalte Deutschland antreten können. Zum Abschied bekamen die zwei dann noch eine “Delfinschau”🐬 eine riesige Schule – von Baby bis zum riesigen Delfin –  schwammen , sprangen und begleiteten uns auf unserem Weg. Diese Tiere verströmen einfach ein unglaubliches Glücksgefühl selbst wenn du sie schon oft und lange gesehen hast werden sie niemals langweilig oder fad.😊😊

Segel setzen oder nicht oder ändern ???

Man könnte auch sagen – Roulette spielen hat Ähnlichkeiten mit segeln, als wir uns am Freitag den 18.10. auf den Weg von Kolumbien nach Panama machten, denn dort kommt uns Neills Sohn Daniel mit seiner Freundin Anna-Lena besuchen, waren die Wetter– bzw. Windvorhersagen mau.😲 Für Freitag war guter Wind in Richtung Panama und die darauf folgenden Tage wechselhaft angesagt. Doch könnte vielleicht irgend jemand dem Wind mal die Vorhersage zeigen und ihm mitteilen, was er zu tun hat😩😩; wir haben schon extra viel Zeit eingeplant für diese Passage von ca. 300 Nautikel Miles doch dass wir an manchen Tagen keine 50 Nm schaffen war uns neu. Ich kann euch sagen, dass ich auf keiner bisherigen Passage soviel die Segel gewechselt hab wie auf dieser; wir starten bei guten Windverhältnissen mit dem Genoa (Vorsegel) und dem Hauptsegel, dann wenig Wind umbauen Parasailor, Null Wind gar kein Segel und dann oft wieder von vorne 🙈🙈 so geht’s seit vier Tagen und manchmal zweifeln wir – ich ja weniger aber Neill – an seinen seglerischen Fähigkeiten. Ach übrigens für alle Nichtsegler – Segeln ist wirklich Sport!!! Was euch meine Oberarme bestätigen können💪💪 denn manchmal hab ich das Gefühl ein kleiner Popeye zu sein.

Bevor wir los segeln wird eine Reiseroute am Computer erstellt, Weg Punkte gesetzt und dann siehst und weißt du wie weit es ist bis zum Ziel ist, das Programm ist so schlau, dass es auch berechnet, wie lange du dafür unterwegs sein wirst bei deiner momentanen Reisegeschwindigkeit😀😀. Eher zum weinen ist dir dann, wenn du bei Null Wind in die Richtung driftest aus der du gerade kommst – das Bild dass ihr hier seht (die gelbe Linie), ist kein EKG Diagramm oder sowas nein, eigentlich sollte es eine mehr oder weniger gerade Linie sein, wo wir segeln doch ihr wisst ja der Wind der Wind das himmlische Kind macht was er will🙄😩.

Auch die unserem GPS Traker verfolgen möchte ich sagen, dass wir nicht voll betrunken durch die Gegend segeln 🙃🙃 auch wenn es auf der Route so aussieht (Vorwärts, Rückwärts, nach oben oder nach unten). Doch am aller besten ist, dass es hier auf dem Meer keine Moskitos oder sonstige “Vampire” gibt 😀😀

Nach 7 Tagen und 394 Nautikel Miles (laut unserer Routenplanung sollten es 284 Nm sein) sind wir doch am 25.10, in Port Linton angekommen; in dieser Zeit sind wir 96 Nm mit dem Motor gefahren was in etwa 18 Stunden entspricht. 😀😁

Ach und unsere Freunde die Schwalben bleiben uns auch treu jeden Tag haben wir mindestens einen Mitreisenden dabei – mich würd nur interessieren, warum unser Boot so attraktiv ist.🙄😆

Cartagena

Wir sind nach Cartagena oder auch genannt die “Perle Kolumbiens” gereist – zwar nicht mit dem Boot, denn das An- und Abmelden bei dem jeweiligen Hafen Kapitän ist hier in Kolumbien etwas Zeitintensiv und vor allem Nerven aufreibend , sondern wir sind von Puerto Velero mit dem Bus dort hin gefahren.

Nach fast zwei Stunden Busfahrt – Gott sei Dank im klimatisierten Bus – erreichten wir Cartagena. Diese Stadt hat eine unglaublich schöne Altstadt und gegenüber einen neuen Teil genannt Bocagrande mit einer Skyline wie San Francisco oder einer anderen Großstadt mit Hochhäusern. Natürlich war unser erster Weg nach Bocagrande um unsere Daten für unsere Handys wieder aufzuladen, anschließend tauchten wir in den Strom der anderen 25 oder vielleicht auch 25000 Touristen 🙈🙈🙈 ein und erkundeten die Altstadt. Hier gibt es wunderschöne kleine Gassen und die Häuser sind sehr bunt und mit viele kleinen Details wie z.B. Türklopfern ausgestattet. Manchmal sind die Verkäufer von Hüten, Schmuck oder sonstigen “Souvenirs” einfach nur lästig – aber wir fanden eine kleine gemütliche Gasse zum Cappuccino trinken mit eigenem Ventilator und ohne lästige Verkäufer.

Die Catedrale sowie die Stadtmauer und die Festung sind massiv und sehr imposant; am Abend machten wir uns dann nach Getsemani einem Stadtteil der Künstler und Straßenmusikern auf. 😊😊Auf dem Plaza de la Trinidad wurden wir von Vorstellungen eines “Michael Jackson” mit “Thriller”, Streetdancern und einem Jongleur – der noch ein bisschen üben muss😲😲 – unterhalten, wir stillten unseren Hunger mit gegrillten Arepas und genossen ein Bier aus der Dose. Plötzlich hörten wir Trommeln – ich kam mir vor wie in Wertach beim Faschingsumzug – wir folgten ihnen und entdeckten eine Trommlergruppe mit einer kulumbianischen Tänzerin richtig cool😀. Nach einem gefühlten Marathonlauf oder bestimmt 20 km rumlaufen in der Stadt -genossen wir unser Hotel, unbegrenzt fließendes warmes Wasser und einen kleinen Swimmingpool. Am nächsten Tag schlenderten wir noch einmal durch die Straßen und machten uns dann wieder auf den Rückweg.

Seltsame Dinge auf dem Meer

Seltsame Dinge jedlicher Art hab ich die letzten 18 Monate auf dem Meer entdeckt, seien es schwimmende Inseln aus Blättern und Holzstämmen, ganze Teppiche aus Sargassum (Braunalgen).

Doch am verrücktesten sind die Tiere:

– riesige Schulen von Walen (in Irland), die du am Geruch erkennen kannst 😀

– unzählige fliegende Fische die uns meistens zum Frühstück eine ganze Show geboten haben

– Delphine, die so eng nebeneinander schwimmen, dass sie aus der Ferne aussehen wie ein Brett mit vielen Zacken drauf

– riesige Fische die aus dem Wasser springen – keine Ahnung warum, ich als Mädchen vom Land wusste bis vor kurzem überhaupt nicht, dass Fische springen können. 🙈

– Schwalben, die total zutraulich sind und jedliche natürliche Scheu vor Menschen verloren haben. Gestern 11.10. als wir von Santa Marta nach Puorto Valero unterwegs waren hatten wir wieder einen Tramper an Bord diese Schwalbe wollte nicht nur mit segeln, nein sie wollte ins Boot. 🤭🤭Erst saß sie an der Reling, dann hüpfte sie ins Cockpit und schließlich war sie drinnen, erst aufm Wasserkessel und dann zweimal auf unserem Parasailer – ich hab wirklich keine Ahnung warum sie mit Gewalt nach drinnen wollte – aber nachdem wir sie das dritte Mal rausgeworfen hatten, hat sie aufgegeben und ist weg geflogen. Ich bin neugierig ob das unserem Ruf als “Vogeltaxi” schadet bzw. ob wir auf Twitter eine negative Bewertung bekommen.🙈🙈 Doch heute morgen war schon wieder die Erste da, entweder weiß sie noch nix oder alles kein Problem.😊😆

Radeln in Kolumbien

Nachdem wir jetzt lange genug flach geradelt sind haben wir uns heute eine Berg Tour rausgesucht, das Ziel war Minca, ein Dorf oberhalb von Santa Marta im tropischen Regenwald . In einem Kaffee haben wir einen einheimischen Chirurgen mit Familie – aus Amerika, was die Kommunikation deutlich vereinfacht, getroffen und er hat uns gesagt, dass weiter oben eine Wirtschaft mit eigener Brauerei mit dem Namen Finca Victoria ist. Lokales Bier mmmm!!!!!!!und schon stand unser nächstes Etappenziel fest.🤭

Nach der Teerstraße ging es dann ins Gelände, die Straße war zwar breit aber viele Gesteinsbrocken, Schlamm und Absätze und dazwischen Radler, Mopeds die als Taxi gerufen werden können, Autos und sogar ein kleiner Lastwagen war unterwegs. Von wegen Rechtsverkehr jeder fährt einfach da, wo die Straße am besten ist und das ist dann manchmal echt schwierig, wenn alle auf der vermeintlich besseren Straßenseite fahren wollen. Bei den Wasserfällen Pozo Azul schauten wir auch vorbei aber da heut Sonntag ist, hatten auch die Einheimischen diese Idee und da war der Teufel los. Auf diesem Weg dürfen nur Fußgänger, Mopeds und Radler fahren. Auf dem Rückweg hatten wir Glück, denn eine Oma wurde als Sozia auf ein Moped verfrachtet und das dauerte ein bisschen, so konnten wir ein ganzes Teilstück ohne viel Verkehr ausnutzen.😀😀

Als wir in der Brauerei angekommen sind hatten wir uns eine richtige Brotzeit und natürlich ein Bier verdient, klar probierten wir die verschiedenen Sorten aus, doch nach zwei mussten wir leider aufhören denn der Rückweg stand ja noch bevor und mittlerweile hatte es zu regnen angefangen. Wir sind ja nicht aus Zucker und so traten wir in einer Regenpause den Rückweg an – klar wurden wir patch nass, aber Regenzeug an und weiter. Als wir nach 58 km und 1600 Höhenmetern wieder in Santa Marta angekommen sind, waren wir nur noch dreckig und mittlerweile wieder trocken und müde, denn unser Tag hat schon um 5 Uhr morgens begonnen 😴😴. Ein toller Tag mit vielen neuen Eindrücken und neuen Menschen, wenn ihr unsere Route sehen möchtet, klickt einfach auf hier.

Überfahrt nach Santa Marta oder Vogelherberge

Sonntag ausklarieren und abends sind wir noch zu Elisabeth und Wim auf das Boot Bengt zum Essen eingeladen aber Montag früh 6 Uhr ist der Wecker gestellt und dann sind wir wieder Segler.😆 Ich wach auf als Neill sagt, dass er von unserer Windvane das Ruder festbinden muss, denn es scheppert; dann hör ich dieses “SSSSSS” wer kennt das nicht MOSKITOS; der Wind hat aufgehört und dann kommen diese Mistviecher sogar übers Wasser aufs Boot, es ist 3.30 Uhr morgens und ich mein, dann lass uns doch gleich losfahren, denn ob wir hier wach liegen und von Blutsaugern attackiert werden und nicht schlafen können macht auch keinen Unterschied. Anker heben und los – der Wetterbericht hat für die nächsten drei Tage unbeständigen Wind von allen Richtungen vorher gesagt aber spätestens am Donnerstag kommt der Wind zurück und wir haben ja auch unseren Parasailor, der auch bei wenig Wind segelt. ⛵Montags haben wir gleich zweimal den Parasailor auf- und wieder abgebaut aber immerhin sind wir 100 Nautikel Miles gesegelt dafür wars am Dienstag dann eher flau oder mau. Kein Wind und wenn ich sag kein Wind mein ich auch kein Lüftchen oder ähnliches, nein nein Null, nix, nada einfach gar nichts.😩😩 Also dann Segel verstauen und warten …..plötzlich bekommen wir Besuch, ein Vogel keine Ahnung was das für einer ist, aber er fühlt sich sehr wohl bei uns an Bord, denn er ist den ganzen Nachmittag und Abend da. Ich schau zu ihm ans Vordeck und muss dann gleich mal energischen Worte mit unserem Passagier wechseln, denn da wo er die ganze Zeit gesessen hat, war auch schon Schei… da. Später pfludert eine junge Schwalbe direkt in unseren Segelsack, ruht sich aus und ist wieder weg um kurz drauf mit einer weiteren Schwalbe aufzutauchen. Die Beiden sind witzig, machen es sich gleich im Hauptsegel gemütlich; nach 30 Minuten schau ich nach weil ich sie nicht mehr sehen kann doch die sind bestimmt 15 cm tief ins Segel gekrochen und schauen mich glückselig an; kurz darauf kommt noch eine dritte Schwalbe aber die übernachtet wohl an der Railing, denn sie findet die anderen genauso wenig wie ich.

Ich sitze hier im Cockpit und genieße den Neumond🌛, die imposante Milchstraße und die tausenden von Sternen – ich hatte fast vergessen, wie schön das ist. Ich hoffe, dass der Wind uns morgen wieder findet oder wir ihn 😂😂und wir nicht auf Donnerstag warten müssen; aber neugierig bin ich, wie viel von unseren “Gästen” morgen früh noch da sind.🤭

1.15 Uhr und ich spüre Wind auf geht’s Neill wecken und Segel setzen – mit mehr oder weniger Erfolg, denn der Wind kommt und geht und selbst unser Parasailor hängt am Mast wie ein nasser Sack. Also dann wieder alles runter und abwarten; das Meer ist total ruhig und ohne Wind ist es echt richtig heiß, also nutzen wir die Flaute für ein Bad im größten Swimmingpool den ich kenn😆😆, ein paar Delfine schwimmen auch total gelangweilt an uns vorbei und nur ein ganz kleiner hüpft aus dem Wasser um uns zu zeigen, was er schon kann.🤭

Jetzt zu unseren Gästen: Morgens waren es noch zwei Vögel einmal der große Schittivogel und ein kleine ganz zerzauste Schwalbe, die keinen gesunden Eindruck machte, sie flatterte auf dem Deck rum und gegen Mittag saß sie bei uns im Cockpit – irgendwie wollte sie wohl nicht alleine sein. Wie aus dem Nichts waren dann die anderen beiden Schwalben auch wieder da, als ob sie die Dritte suchen würden, aber diese war im wahrsten Sinne des Wortes vom Stängel gefallen.😭😭 Die anderen beiden tranken noch ein bisschen Wasser und machten sich auf den Weiterflug. Irgendwann kam der Wind zurück und mit ihm auch der große Vogel – ich hab ja nix gegen den aber der verscheißt uns das ganze Deck und auf unserer Mastspitze hat er unseren Windmesser demoliert, aber versuch mal einen ungebetenen Vogel zu vertreiben.😠😠😠 Manchmal wäre eine Schrotflinte echt nützlich.

Was für eine Nacht😲😲; wir entschlossen uns den Parasailor auch nach Sonnenuntergang zu segeln. Gegen halb zwölf drehte der Wind und dann wurden die Segel gewechselt und ich ging ins Bett. So um 2 Uhr zog ein Gewitter auf mit Windstärken von bis zu 28 Knoten🌩️ – der Windmesser hat das zumindest angezeigt – Blitz, Donner richtig wild und nach 1 Stunde war alles vorbei und der Wind ist auch gleich schlafen gegangen, so dümpeln und driften wir in Richtung Santa Marta.😊 Glücklicherweise kam der Wind wieder zurück und mit ihm auch genau Vögel; dieses mal waren es ein Fischadler ja ein richtiger Greifvogel mit scharfen Krallen landete auf unserem Bimini (Sonnensegel) und wieder drei Schwalben und auch wieder ein Gewitter mit starkem Wind, Blitz und Donner. Nach fast 300 Nautikel Miles mussten wir doch für die letzten 12 Miles noch den Motor einschalten, da wir gegen die starke Strömung und den Wind ankämpfen mussten und zum Rückwärts fahren hatten wir gegen Mitternacht keinen Nerv mehr. Aber am 4.10. um 4.30 Uhr waren wir glücklich und Sau müde in Santa Marta Kolumbien angekommen.

PS: alle anderen Segler, die ich gefragt hab ob das normal ist, dass man so viele Vögel an Bord hat meinten, dass sie keine hatten und es keinesfalls normal ist.