Port Elisabeth, Petit Nevis, Friendship Bay

Wir sind am 7.2. in den Grenadinen in Port Elisabeth angekommen und wurden nicht wie in Noonsite berichtet von Einheimischen mombardiert, die uns eine Mooringboje andrehen wollten. Nachdem wir uns vorschriftsmäßig angemeldet haben – als EU Bürger bekommst du ein 6 Monatsvisum – haben wir neue SIM Karten besorgt, damit wir online und erreichbar sind und uns ganz gemütlich ein Eis gegönnt.? Beim Brot kaufen hat uns die Bäckerin erzählt, dass ihre Bäckerei in Friendship Bay ist und wir meinten, da segeln wir morgen eh hin und dann kommen wir vielleicht mit dem Fahrrad vorbei. Sie war total verwundert, da sie meinte hier sind die Straßen aber alle ziemlich steil doch wir meinten: ” wir sind jung und fit und das macht uns nichts aus.” Aber als wir in Friendship Bay, dass nur auf der anderen Seite von Port Elisabeth ist ankamen, wussten wir, was sie gemeint hat. Ich hab keine Ahnung wie steil aber ich glaub dass von 20% nicht viel fehlt und noch dazu ist alles betoniert; nachdem es in der Bucht doch mehr Swell hat als wir gehofft haben, verlegen wir das Radeln auf eine andere Insel ?

Auf dem Weg nach Friedship, segelten wir an einer kleinen Insel vorbei wo drei Boote an Anker waren; es sah soo schön aus, dass wir uns spontan entschieden haben vor Petit Nevis zu ankern und eine Nacht dort zu verbringen. Wir gingen im blau grünen Wasser schwimmen und schnorcheln. ? Wie im Internet steht, kann man diese Insel für ein “Schnäppchen” von nur 15 Millionen US Dollar kaufen – so schön ist sie nun auch wieder nicht, dass es diesen Preis rechtfertigen würde und was macht man dann damit? Wir sind mit dem Dinghi an den Strand gerudert und haben uns alles genau angeschaut und festgestellt, dass wir die Insel nicht kaufen werden.

Bilder von der Karibik und wenn ihr wollt alle Fotalben nochmal

Endlich sind wir in der Karibik angelangt und natürlich gibtˋs auch wieder neue Bilder, bisher noch keine Traumstrände aber wir sind bemüht.???

Und wer nochmal unsere bisherigen Alben anschauen möchte, hier die Auflistung dazu:

Le Marin

Eigentlich wollte ich ja erst eine richtig schöne Karibik Insel finden und dann tolle Bilder schicken und von neuen Erlebnissen berichten, aber ich muss ! ??euch unbedingt erzählen, dass wir heute einen Windfänger gebaut haben; einen Windfänger braucht man dazu, um Wind bzw. frische Luft ins Boot zu bekommen, damit wir nicht sooo schwitzen müssen. Wir haben schon ewig davon gesprochen und auch Max meinte damals (so lange ist das schon her?) dass es sicher gut wäre, ganz vorne bei unserem Kojenhatch bzw. Schlafzimmerdachfenster einen zu installieren. Okay heute 28.1. haben wir mal geschaut, wo man so was bekommen kann und was das kostet. Mir sind fast die Ohren aus dem Kopf gefallen, als uns die Dame in dem Segelladen den Preis genannt hat, stellt auch vor, das Ding sollte fast 60,– Euro kosten. Daraufhin haben wir uns selbst etwas zusammen gezimmert und es schaut nicht nur mega toll aus sondern es funktioniert noch dazu.????

Dieses Transparent hab ich von meinen Turnerkids bekommen bzw. sie waren am Ortsrand von Nesselwang gestanden und haben mich verabschiedet und jetzt kommt es als Windfänger zum Einsatz. Mega cool oder.???

Atlantik Überquerung – 2. Teil

Heute 15.1. haben wir die Hälfte unserer Wegstrecke zurückgelegt und ob ihr es glauben wollt oder nicht, seit heute steht fest, welche Insel wir ansteuern. Neill hat sich ausführlich damit beschäftigt, wo es am einfachsten ist sich anzumelden – wir bei der Einwanderungsbehörde und unser Boot im Land anmelden. Die Wahl fiel auf Martinique, diese Insel gehört zu Frankreich und ist eine Übersee Region vergleichbar mit Bretagne, die Währung ist Euro und wir lassen uns überraschen . Aber noch liegen nochmal ca. 1000 Nm vor uns und wenn wir da sind berichte ich euch natürlich davon ?denn es soll hier super schön sein; von Vulkanen, bis hinzu Regenwäldern und traumhaften Stränden.?️?️

17.1. alles ist unverändert bei mir, wir segeln seit vier Tagen mit der selben Segelstellung – nur dass wir jeden Tag ein bisschen die Seile verändern, damit keines zu viel belastet wird. Ansonsten bin ich sehr im Urlaubsmodus ?was bedeutet: lesen, sonnen, ?schlafen einfach faul sein?.Außer den fliegenden Fischen? (die sind echt cool, denn sie fliegen wirklich von Welle zu Welle und am Anfang hab ich gedacht, dass es Vögel sind) gibtˋs auch keine Tiere, die ich beobachten könnte aber die Fische sind witzig.? Ja nach 1300 Nm gibt es nix neues ??

Uhrzeit

Da momentan nichts Spannendes bei mir passiert, wollte ich euch erzählen, wie das bei uns mit der Uhrzeit funktioniert. ⌚Als wir am 6.1.19 um 11 Uhr in Mindelo weggesegelt sind haben wir unsere Uhrzeit nicht umgestellt, da es für uns vollkommen egal ist, wie spät es ist – wichtig ist nur, wann 24 Stunden vorbei sind, damit wir notieren können, wie viele Nautikelmeilen wir geschafft haben.? Den Tagesablauf könnt ihr euch ungefähr so vorstellen: Aufstehen wenn es hell ist, essen wenn wir hungrig sind und ins Bett gehen wenn es dunkel ist und wir müde sind. 15 Längengrade machen eine Stunde aus und momentan – wir sind bei 50 Grad – sollte unsere Uhr so ca. 3 Stunden vorgestellt werden, aber egal wenn wir in Martinique ankommen werden wir auf jeden Fall kein Jetlag haben.??

20.1. heute haben wir doch tatsächlich die Segel verändert ??ja echt – da der Wind weniger ist, kommt unser Parasailor wieder zum Einsatz; nachdem wir jetzt 1 Woche lang mit den ausgepolten Segeln unterwegs waren durften wir mal wieder “Seglerarbeit ” machen – erst Segel einholen und dann den Parasailor hin?. Als wir auf dem Deck rumgelaufen sind haben wir doch tatsächlich einen mini kleinen fliegenden Fisch gefunden (er war höchstens 2 cm lang) und ich hab mich echt gefragt, wie er das geschafft hat bei uns aufs Boot zu kommen. Die einzige Erklärung erscheint mir, dass wir bei der Kränkung fast die gleiche Höhe wie das Meer hatten und er nicht hoch springen bzw fliegen musste – aber leider hat er es nur aufs Boot und nicht mehr runter geschafft. ? Ja heute war echt ein besonderer Tag; am Nachmittag saßen wir draußen nach dem duschen – wir haben eine super solar Dusche (eigentlich ist es ein schwarzer Sack, in den man Wasser einfüllt und dann in die Sonne legt; danach ist das Wasser echt super heiß und du musst erst prüfen, damit du dich nicht verbrennst) und haben darüber gesprochen, dass es toll wäre ein anderes Schiff zu treffen und nach dem Wetterbericht fragen zu können und kurz danach sah ich wirklich ein Schiff am Horizont; wir haben gleich am EAS geschaut, wie es heißt und dann Kontakt aufgenommen und was soll ich sagen er hat wirklich mit uns gesprochen und uns die neuesten Wind- und Wettervorhersagen mitgeteilt. Danke nochmal Rio Tamara und am Abend kamen die ersten Delphine vorbei und ich hatte schon Angst, dass ich gar keine sehen werde.?? außerdem ist fast Vollmond und draußen ist es Tag hell ??

21.1. In der Nacht ist der Wind so stark geworden, so dass wir den Parasailor weggemacht haben ( mittlerweile sind wir schon Profis im dunklen dieses Segel Weg zu machen ?) und dann nur mit dem Genoa mit 5,5 Ktn. weiter gesegelt sind – vorbei wars mit stabiler und ruhiger Lage. ?Den Wetterbericht, den uns die Rio Tamara mitgeteilt hatte stimmte diesmal wirklich – der Wind frischte auf und die Richtung drehte sich langsam auf Nord – Nordost. Wir haben wieder die Segel ausgepoolt und waren flott unterwegs. Die ganze Nacht war der Wind gleichbleibend beständig und stark, so dass wir echt gut voran kommen. Ja jetzt sind wir fast da – nur noch ca. 250 Nm.??

Am 24.1. um kurz vor 11 Uhr (nach Mindelo Zeit) Ortszeit 6.50 Uhr sind wir in Martinique angekommen; nach 2162 Nm waren wir da !!!!!!!!! ?Echt cool und kaum zu glauben dass wir diese wahnsinnige Strecke in “nur ” 18 Tagen hinter uns gebracht haben. Ein bisschen Stolz bin ich schon – über den Atlantik, dass ist von vielen Seglern ein Traum oder eine Wunschvorstellung ⛵- und ich (als ganz ” junge Seglerin”- denn dass ich keine Ahnung vom Segeln hab, darf ich ja nicht mehr sagen??) bzw. wir haben es geschafft !!!!! Jetzt muss und darf ich allen Bescheid sagen, dass ich noch am Leben bin und wieder erreichbar.

In den nächsten Tagen heißt es: sich registrieren lassen; ganz gemütlich ein Bier trinken und Essen gehen, sich einfach wieder an andere Menschen gewöhnen. Dann unser Boot wieder mit Essen und Wasser voll machen – Tanken brauchen wir nicht, denn wir haben auf die ganze Strecke zwei Motorstunden und somit ist unser Tank noch voll bis oben hin. Und dann suchen wir karibische Strände?️?️, denn in dieser Ankerstelle sind außer uns noch mindestens 100 andere Boote.??

1000 Nautikelmiles

Heute 14.1.19 um 20.20 Uhr haben wir unsere ersten 1000 Nm am Stück voll gemacht – cool oder?? – das ist die bisher längste Etappe unserer Reise und es ist noch kein Ende in Sicht. Wir sind jetzt irgendwo im Atlantik genauer gesagt bei: 16°06.605´N und 041°45.371´W, aber wir sind ca 1000 Nm von Französisch Guyana und genauso weit von Santo Antao entfernt und morgen irgendwann werden wir dann die Hälfte unserer Wegstrecke haben?. Heute haben wir Besuch von zwei Vögeln gehabt aber kein Boot, kein Schiff und nicht mal ein Flugzeug ist über uns am Firmament zu entdecken, es gibt nur fliegende Fische und ganze Teppiche voll Seegras. Zur Würdigung der 1000 Nm haben wir uns Baileys und Schokoladen Kekse gegönnt ?.

Einsamkeit – nicht wirklich – nur unglaubliche Weite, Ruhe, Zufriedenheit, Glück und Gelassenheit; ihr fragt euch sicher was wir den ganzen Tag machen aber es gibt immer etwas zu reparieren oder zu verbessern oder einfach nur lesen, ratschen bzw. ich mein Englisch verbessern oder die Weite des Meeres genießen ?; heute abend gabˋs wieder einen mega tollen Sonnenuntergang mit rotem Himmel, rosigen Wolken, die aussehen als ob sie aus Watte wären – ich wünschte ihr könntet es sehen, den auf keinem Foto der Welt kann man diese Stimmung einfangen und wieder geben.?

Das ist unsere Reiseroute:

Atlantik Überquerung

1. Teil

Am 6.1.19 11Uhr starteten wir unseren bisher größten Törn. Alles vorbereiten, noch einen Kanister Diesel auffüllen, dann den Anker verstauen und los gehtˋs in die Karibik?️. Die Wetterprognose ist stabil und sagt uns für die nächste Woche konstanten Wind, nur zu Beginn soll es ein Windloch hinter Santo Antao geben, doch für wenig Wind haben wir ja unseren Parasailor und der kam auch gleich zum Einsatz. Ein anderes Boot überholte uns gleich am Anfang doch den haben wir dann nach 1 Stunde wieder überrundet, mit 4.5 Ktn lief es ganz gut bis der Wind dann wirklich Feierabend machte und wir tümpelten so dahin.?? Aber der liebe Gott hatte ein Einsehen mit uns und so gegen 19 Uhr kam der Wind zurück und wurde immer mehr, bis wir dann um 21.10 Uhr den Parasailor weg gepackt haben und das Genoa gesetzt. Ich hab wieder die erste Wache und so sitze ich jetzt hier unterm Sternenhimmel und düse mit 6 Ktn. dahin – es ist so schön wieder auf Achse zu sein, nachdem wir jetzt acht Tage in Mindelo waren. Gegen 23.30 Uhr sah ich doch wirklich einen anderenen Segler; lange Rede kurzer Sinn ich hab ihn überholt und nach einer Weile konnten wir ihn nicht mehr sehen.?

7.1. nach einer ruhigen und wirklich wunderschönen Nacht hiessten wir heut zusätzlich das Mainsail und wir kommen richtig gut voran. Das schöne am Abwind Segeln ist, dass du überhaupt nicht spürst mit welcher Geschwindigkeit du unterwegs bist. Den ganzen Tag haben wir niemanden gesehen und gegen 20 Uhr waren gleich zwei Boot da – einer ist an uns vorbei gefahren und der andere hat wahrscheinlich das gleiche Ziel wie wir. Dann hoff ich mal auf eine ruhige Nacht. Denkste!! ???Zuerst haben wir das Mainsail weggemacht, weil das Genoa zu floppen anfing, dann hab ich versucht das Genoa straffer zu ziehen, dann die Segelfläche reduziert usw. kurz gesagt ich hab bis 1 Uhr rumgespielt mit kaum Wind und war ziemlich sauer als mein Speed auf 1,5 Ktn. runter ging. Neill gingˋs dann auch nicht viel besser und so haben wir um 8 Uhr am 8.1. den Parasailor gesetzt und jetzt segeln wir bei kaum Wind mit 4,5 Ktn. in die richtige Richtung – easy going ???

Vorher sind doch wirklich ein Schwarm fliegender Fische an uns vorbei gezogen ?das ist echt witzig wie sie aus dem Wasser flattern und als Kind hab ich gedacht, dass man mir einen Bären aufbinden will, denn so was gibt es doch gar nicht. Aber jetzt weiß ich es besser denn ich hab schon einen aus der Nähe gesehen.

Hab ich euch überhaupt schon von unserem Wassergenerator erzählt? Das ist ein Gerät dass man im Wasser hinter dem Boot herzieht und das durch das Drehen einer Turbine am Ende eines langen Seiles, Strom hersrellt. Heute haben wir mit genau diesem Gerät ein Fischernetz eingefangen und das in 5000 Meter tiefe witzig oder ????

Und dann gingˋs los mit dem morgentlichen Segler Work out: Parasailor runter, Genoa rauf; abwarten: Wind von der Seite Mainsail dazu; abwarten; um 11 Uhr hat sich der Wind wieder gedreht; Mainsail und Genoa weg und Parasailor rauf; wer braucht da schon ein Fitnessstudio. ?️?️Ansonsten verlief unser Tag sehr ruhig; wir waren von der Nachtwache doch beide etwas müde, aber zum schlafen hat es nicht gereicht. Am frühen Nachmittag tranken wir Kaffee da meinte Neill, da quietscht etwas an der Rolle vom Parasailor; wir montierten erst ein anderes Sail um den Druck von der Rolle zu nehmen und dann haben wir die ganze Rolle ausgetauscht und bei der Gelegenheit die andere Seite auch noch gleich geändert. Brot backen stand auch noch auf unserer Too do Liste und da die Sonne ihren Beitrag in Form von Wärme dazu tun muss durften wir nicht zu spät starten. Ich hab dann gleich etwas Teig für unser Abendessen – es gab Pizza – abgezweigt und um halb acht war ich dann so müde, dass ich ein Schläfchen bis um 21.30 Uhr brauchte.? Dann Schichtwechsel, erst lief alles ruhig – Kurs, Geschwindigkeit, Windstärke alles bestens, doch langsam aber stetig nahm die Windstärke zu, was bedeutet, dass wir den Parasailor weg machen müssen. Es ging auf und ab ( 10.1.) und um 1.30 Uhr – es war kein Stern mehr zu sehen – kam eine starke Windboe und Chiara (unsere Windvane) konnte nicht mehr lenken. Ich wollte ihr helfen hab aber in die falsche Richtung gesteuert und so kollabierte das Segel;?️?️ lautstark rief ich nach Neill und nach 10 Minuten war alles wieder unter Kontrolle. Neill meinte, dass es nicht meine Schuld war, denn so eine plötzliche “Windhose” bringt alles durcheinander – ich war doch etwas aufgewühlt und schickte den Kapitän wieder ins Bett – 2.45 Uhr Schichtwechsel – jetzt bin ich müde und schlafe ganz schnell ein, um 6.30 Uhr weckt mich Neill – zuviel Wind für den Parasailor – wegpacken (mittlerweile läuft dass fast wie im Schlaf) Genoa rauf und ich übernehme die nächste Schicht.? Heute wollen wir unser Dingi putzen, denn als wirs in Mindelo weggepackt haben war es ganz schmierig vom Hafenwasser; auspacken und aufs Vordeck legen bei etwas Swell war eine kleine Herausforderung – aber alles gemeistert sauber !! und als es trocken war haben wirs wieder verstaut.

11.1.19 Heute Nacht verlief wieder ruhig, außer dass wir etwas durchgeschüttelt wurden ; um kurz vor sieben passierten wir unseren zweiten Wegpunkt nach 600 Nm. Wir haben einen Mitsegler ??? um 7.15 Uhr hab ich hinter uns ein Segelboot entdeckt und gleich auf unserem EAS nachgeschaut was es denn für einen Namen hat: Zingay mit der MMSI Nr. 205817510.?? Klar haben wir versucht mit ihm Kontakt aufzunehmen, aber egal ob Neill oder ich es probiert haben über normalen Funk oder über MMSI Anfrage direkt – er hat uns einfach ignoriert.?? Schade denn wir hätten gerne nach den neuesten Wetterprognosen gefragt, da unsere doch fast schon eine Woche alt sind.

Dann gab es eine genaue Besprechung, wie wir es machen mit dem Genoa auspoolen (was bedeutet, dass eine Stange das Segel fest nach außen drückt, damit es nicht zusammenfällt) bis wir wussten, wie wirs machen wollten war der Wind so wenig, dass wir wieder den Parasailor gesetzt haben. Und 1,5 Stunden später wieder abgenommen – ich sag ja wer braucht ein Fitnessstudio.?️?️ Genoa ausgepoolt und weiter gingˋs mit 5 Knoten das macht Spaß. So fuhren wir den ganzen Tag und die ganze Nacht mit den gleichen Segeln dahin. Ich glaub wir sind gerade ein bisschen im Geschwindigkeitsrausch denn jeder von uns genießt es voran zu kommen, aber ich finde auch die unendliche Weite des Meeres unbeschreiblich schön – du siehst vor dir den Horizont, Sonne oder Sterne und Mond und in alle Richtungen Wasser sonst nix.

12.1. heut Nachmittag hat der Wind nachgelassen und wir fuhren mit “nur” 4 Ktn. dahin und wir überlegten, was wir verbessern können ? Parasailor setzten – aber wenn der Wind nachts mehr wird ?? Andere Segel dazu??? Fragen über Fragen ???- wir haben uns einfach fürs nichts tun und abwarten entschieden. Um 20 Uhr – fast dunkel – hatten wir dann fast Flaute – gut o.k. dann gehen wir schlafen und lassen uns durchschaukeln.

13.1. um 2.30 Uhr bin ich aufgewacht und es hat zu regnen angefangen – ich hab keine Ahnung wann es das letzte mal richtig geregnet hat?️ – super jetzt wird unsere Artemis endlich gewaschen, der Saharasand aus den Segeln und das Deck mal mit Frischwasser – das tut gut.?? Um 5 Uhr frischte der Wind auf und jetzt tümpeln wir nicht mehr mit 3Ktn nö nö wir fahren wieder mit 5 oder 4 Ktn. Wera – meine Freundin hat mich mal gefragt was den das Schlimmste wäre was ich mir für die Atlaniküberquerung vorstellen könnte? Ich hab überlegt und vor acht Monaten hätte ich wahrscheinlich gesagt zuviel Wind, aber jetzt weiß ich definitiv das zuwenig bzw. gar kein Wind das Schlimmste ist, da du überhaupt nichts dagegen machen kannst außer abwarten. Aber ich beschwere mich nicht denn die letzte Woche lief es total gut ?- (2 Stunden später) Ich hab’s mir anders überlegt ich beschwere mich doch ?? kaum hatte ich alles auf mehr Wind eingestellt den Kurs und Chiara, da ging der Wind wieder ins Bett ? und ich bzw wir tümpeln wieder dahin.? Doch als wir aufgestanden waren und uns beim Kaffee überlegt hatten, den Parasailor zu setzen, kam der Wind zurück und ich sagte zu Neill: ” wir machen jetzt 5 Ktn. ich glaub, wir brauchen keinen Parasailor.”? Dann haben wir uns um die Sitzpolster unserer Rückwände im Salon gekümmert, denn an mehreren ist der Klett abgegangen und musste erneuert werden; was wir dafür brauchten hatten wir von den super netten Rustler Arbeitern in Falmouth bekommen. Anschließend haben wir das Jib auch noch ausgepoolt und jetzt können wir wie ein Schmetterling Downwind segeln..? Und zur Feier des Tages haben wir eine Phase 10 gespielt und ich hab verloren – aber das macht nichts. Nach dem Abendessen begann meine Nachtschicht und ich sitz draußen unterm Sternenhimmel mit dem Halbmond über mir.???

Santo Antao

Eigentlich hätte alles ganz easy beginnen sollen, Räder abholen, Fahrkarten kaufen und los gehtˋs. Denkste !! Wir standen an der Ticket Ausgabe und dann erklärte uns die Dame – keine Fahrräder !! WAS????? Wir hatten ja extra am Tag vorher nachgefragt, da hieß es kein Problem – so was machen wir jetzt, Hotel gebucht und wir kommen nicht weg. Doch unser freundlicher lokaler Helfer Chida hat mich mit den Fahrrädern durch die Gepäckabfertigung geschleust und ging zurück zu Neill, teilte den Leuten dort mit, dass die Räder bereits auf der Fähre sind und dann haben wir doch tatsächlich die Fähre noch bekommen und konnten auf der grünen Insel radeln.

Nach einem mega anstrengenden Anstieg von 1400 Höhenmetern zum Vulkan auf durchgehendem Kopfsteinpflaster waren wir echt am Ar… – ich weiß nicht ob es daran lag, dass es nicht einmal eben oder nur ein bisschen bergab ging – keine Ahnung, aber wir wurden mit einem wahnsinnigen Blick über den Kraterrand und die darunter liegenden Felder belohnt. Wir fanden unser Hotel – nach nochmal 150 Höhenmetern extra – und ließen uns mit Wein und lokaler Küche verwöhnen. Nach einer ausgiebigen Nacht-Ruhe genauer gesagt nach 12 Stunden schlafen machten wir uns auf den Rückweg; Neill hat auf GPS einen Trail gefunden und wir wollten doch nicht den gleichen Weg zurück. Wir umrundeten den Krater dann radelten wir auf immer enger werdenden Wegen bergab; Die Trails wären vielleicht von Gremmel und Wera zu fahren gewesen, aber wir haben doch viel geschoben, da es an der Seite ganz tief ins Tal ging.

Nach ca. 500 Höhenmetern bergab war der Weg aus – keine Möglichkeit über das Tal auf die andere Seite zu kommen noch sonst irgendeine Chance – also alles zurück schieben bzw. tragen und dass bei 25 ° und strahlendem Sonnenschein. In Gedanken sahen wir unsere Fähre schon ohne uns nach Mindelo fahren und uns nochmal ein Hotel suchen :-(. Doch wir haben die 1400 Höhenmeter Kopfsteinpflaster in einer Rekordzeit von 35 Minuten geschafft und gerade noch unsere Fähre bekommen und wieder ein Abenteuer mehr überstanden.

Monte Verde

Auf das wir unsere Radlerei nicht ganz verlernen haben wir heute am 2.1.19 die erste Radtour auf den Monte Verde (was bedeutet grüner Berg) gemacht.

Wir haben unser Dingi beladen und konnten bei einer Norwegischen Familie, die wir in Portugal kennen gelernt haben fest machen und von der Marina aus starten. Wir sind 820 Höhenmeter und 25 Km geradelt; die gesamte Strecke war Kopfsteinpflastersteine und wir haben echt gemerkt, dass wir lange nichts mehr gemacht haben. Der steile Weg führte uns an Felswänden vorbei und wir genossen einen genialen Blick auch auf die andere Inselseite nur wurden unsere Bilder wegen der Bewölkung leider nicht so scharf. Oben auf dem Berg angelangt, wollten wir ganz vorne bis zu den ganzen Handy- und Fernsehmasten radeln doch ein Militärpolizist versperrte uns den Weg und meinte Stop; er ließ uns auch nicht aus den Augen bis wir nach ein paar Fotos – weg waren. Bergab mussten wir dann wirklich ab und zu stehen bleiben, um unsere Hände auszuschütteln, leider fanden wir keine Möglichkeit auch nur kurz mal ” ins Gelände ” zu gehen und so konnten wir auch keinen Trail fahren. Außer Ziegen, verdorten Maispflanzen, Palmen und ein paar dürftigen Grasbüscheln ist auch keinerlei Vegetation auf diesem grünen Berg zu finden.

Nach drei Stunden waren wir wieder zurück im Ort, wo wir uns für morgen nach der Fähre nach Santo Antao erkundigt haben, denn alle anderen erzählten uns, dass es dort unglaublich schön sein soll. Also dann nix wie los und morgen nehmen wir die Räder, die wir Gott sei Dank im Fischerclub über Nacht stehen lassen konnten, und erkunden die nächste Insel.