Gefangen

Seit fast einem Jahr sind wir jetzt hier, hier in Französisch Polynesien. Als wir Ecuador am 7.3.2020 verlassen haben war Corona für uns ein kühles Bier oder ein Virus irgendwo in China. Wir hatten unseren Plan von Ecuador nach Französisch Polynesien, dann weiter um die Hurrikan Saison in Neuseeland zu verbringen.                                                                                        Wir haben die Schönheit der Marquesas, die Unterwasser Welt in den Tuamotus sowie die Vielfalt der Societies erleben dürfen und es stellte sich uns die Frage, was wollen wir?? Ein Jahr hier im Pazifik bleiben (denn wenn wir erst einmal weg sind kommen wir nicht wieder zurück) und dann erst nach Neuseeland, aber dort wollen wir doch durchs ganze Land radeln und…..

Diese Entscheidung wurde uns durch die Grenzschließungen aufgrund der Pandemie abgenommen – wir dürfen nicht weiter. GEFANGEN! Gefangen im Paradies 😲😲 also können wir uns Zeit lassen und auch die Austral Inseln besuchen. Eigentlich geht es uns sensationell gut. Wir sind gesund und dürfen uns hier in Polynesien, das ungefähr so groß ist wie Europa, ungehindert bewegen und ohne Einschränkungen segeln. Wir sind nicht eingesperrt in Wohnungen, haben keine sozialen Einschränkungen, da die Segler Welt eh nicht so groß ist und Corona wirkt sich bei uns nur aus im Tragen von Masken beim Einkaufen. Und dennoch fühlen sich verschiedene Segler gefangen. Mir stellt sich die Frage : Sind wir nicht gefangen in unseren Köpfen? Wir haben den Luxus unseren Aufenthaltsort selbst zu bestimmen und die Zeit selbst gestalten und einteilen zu können. Ja wir sind Millionäre, wir verfügen über das kostbarste Gut der Welt ZEIT und das im Überfluss. Aufgrund der modernen Kommunikationsmitteln können wir mit unseren Kindern, Familien und Freunden in Kontakt bleiben.

Wir können uns zwar nicht in die Arme nehmen doch über WhatsApp können wir in Verbindung bleiben

Mit zunehmenden Alter lerne ich den Zeitfaktor immer mehr zu schätzen und kann mich mit einem Schmunzeln daran erinnern, wie sich “meine” älteren Patienten darüber gefreut haben, wenn ich etwa Zeit für ein Gespräch hatte. In dieser schwierigen Corona Situation hoffe ich, dass es uns gelingt unsere Zeit intensiver zu gestalten, uns auf die wichtigen Dinge zu konzentrieren und uns einfach etwas weniger stressen zu lassen. Ich hoffe sehr, dass ich diese Erkenntnisse auch umsetzen kann 🙏🙏🙏.

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