Atlantik Überquerung – 2. Teil

Heute 15.1. haben wir die Hälfte unserer Wegstrecke zurückgelegt und ob ihr es glauben wollt oder nicht, seit heute steht fest, welche Insel wir ansteuern. Neill hat sich ausführlich damit beschäftigt, wo es am einfachsten ist sich anzumelden – wir bei der Einwanderungsbehörde und unser Boot im Land anmelden. Die Wahl fiel auf Martinique, diese Insel gehört zu Frankreich und ist eine Übersee Region vergleichbar mit Bretagne, die Währung ist Euro und wir lassen uns überraschen . Aber noch liegen nochmal ca. 1000 Nm vor uns und wenn wir da sind berichte ich euch natürlich davon ?denn es soll hier super schön sein; von Vulkanen, bis hinzu Regenwäldern und traumhaften Stränden.?️?️

17.1. alles ist unverändert bei mir, wir segeln seit vier Tagen mit der selben Segelstellung – nur dass wir jeden Tag ein bisschen die Seile verändern, damit keines zu viel belastet wird. Ansonsten bin ich sehr im Urlaubsmodus ?was bedeutet: lesen, sonnen, ?schlafen einfach faul sein?.Außer den fliegenden Fischen? (die sind echt cool, denn sie fliegen wirklich von Welle zu Welle und am Anfang hab ich gedacht, dass es Vögel sind) gibtˋs auch keine Tiere, die ich beobachten könnte aber die Fische sind witzig.? Ja nach 1300 Nm gibt es nix neues ??

Uhrzeit

Da momentan nichts Spannendes bei mir passiert, wollte ich euch erzählen, wie das bei uns mit der Uhrzeit funktioniert. ⌚Als wir am 6.1.19 um 11 Uhr in Mindelo weggesegelt sind haben wir unsere Uhrzeit nicht umgestellt, da es für uns vollkommen egal ist, wie spät es ist – wichtig ist nur, wann 24 Stunden vorbei sind, damit wir notieren können, wie viele Nautikelmeilen wir geschafft haben.? Den Tagesablauf könnt ihr euch ungefähr so vorstellen: Aufstehen wenn es hell ist, essen wenn wir hungrig sind und ins Bett gehen wenn es dunkel ist und wir müde sind. 15 Längengrade machen eine Stunde aus und momentan – wir sind bei 50 Grad – sollte unsere Uhr so ca. 3 Stunden vorgestellt werden, aber egal wenn wir in Martinique ankommen werden wir auf jeden Fall kein Jetlag haben.??

20.1. heute haben wir doch tatsächlich die Segel verändert ??ja echt – da der Wind weniger ist, kommt unser Parasailor wieder zum Einsatz; nachdem wir jetzt 1 Woche lang mit den ausgepolten Segeln unterwegs waren durften wir mal wieder “Seglerarbeit ” machen – erst Segel einholen und dann den Parasailor hin?. Als wir auf dem Deck rumgelaufen sind haben wir doch tatsächlich einen mini kleinen fliegenden Fisch gefunden (er war höchstens 2 cm lang) und ich hab mich echt gefragt, wie er das geschafft hat bei uns aufs Boot zu kommen. Die einzige Erklärung erscheint mir, dass wir bei der Kränkung fast die gleiche Höhe wie das Meer hatten und er nicht hoch springen bzw fliegen musste – aber leider hat er es nur aufs Boot und nicht mehr runter geschafft. ? Ja heute war echt ein besonderer Tag; am Nachmittag saßen wir draußen nach dem duschen – wir haben eine super solar Dusche (eigentlich ist es ein schwarzer Sack, in den man Wasser einfüllt und dann in die Sonne legt; danach ist das Wasser echt super heiß und du musst erst prüfen, damit du dich nicht verbrennst) und haben darüber gesprochen, dass es toll wäre ein anderes Schiff zu treffen und nach dem Wetterbericht fragen zu können und kurz danach sah ich wirklich ein Schiff am Horizont; wir haben gleich am EAS geschaut, wie es heißt und dann Kontakt aufgenommen und was soll ich sagen er hat wirklich mit uns gesprochen und uns die neuesten Wind- und Wettervorhersagen mitgeteilt. Danke nochmal Rio Tamara und am Abend kamen die ersten Delphine vorbei und ich hatte schon Angst, dass ich gar keine sehen werde.?? außerdem ist fast Vollmond und draußen ist es Tag hell ??

21.1. In der Nacht ist der Wind so stark geworden, so dass wir den Parasailor weggemacht haben ( mittlerweile sind wir schon Profis im dunklen dieses Segel Weg zu machen ?) und dann nur mit dem Genoa mit 5,5 Ktn. weiter gesegelt sind – vorbei wars mit stabiler und ruhiger Lage. ?Den Wetterbericht, den uns die Rio Tamara mitgeteilt hatte stimmte diesmal wirklich – der Wind frischte auf und die Richtung drehte sich langsam auf Nord – Nordost. Wir haben wieder die Segel ausgepoolt und waren flott unterwegs. Die ganze Nacht war der Wind gleichbleibend beständig und stark, so dass wir echt gut voran kommen. Ja jetzt sind wir fast da – nur noch ca. 250 Nm.??

Am 24.1. um kurz vor 11 Uhr (nach Mindelo Zeit) Ortszeit 6.50 Uhr sind wir in Martinique angekommen; nach 2162 Nm waren wir da !!!!!!!!! ?Echt cool und kaum zu glauben dass wir diese wahnsinnige Strecke in “nur ” 18 Tagen hinter uns gebracht haben. Ein bisschen Stolz bin ich schon – über den Atlantik, dass ist von vielen Seglern ein Traum oder eine Wunschvorstellung ⛵- und ich (als ganz ” junge Seglerin”- denn dass ich keine Ahnung vom Segeln hab, darf ich ja nicht mehr sagen??) bzw. wir haben es geschafft !!!!! Jetzt muss und darf ich allen Bescheid sagen, dass ich noch am Leben bin und wieder erreichbar.

In den nächsten Tagen heißt es: sich registrieren lassen; ganz gemütlich ein Bier trinken und Essen gehen, sich einfach wieder an andere Menschen gewöhnen. Dann unser Boot wieder mit Essen und Wasser voll machen – Tanken brauchen wir nicht, denn wir haben auf die ganze Strecke zwei Motorstunden und somit ist unser Tank noch voll bis oben hin. Und dann suchen wir karibische Strände?️?️, denn in dieser Ankerstelle sind außer uns noch mindestens 100 andere Boote.??

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