Ayamonte

Nachdem wir am 2.10. um 22.55 Uhr im Fluss Rio Guadiana angekommen sind und uns der Wind die letzten 50 Meter verlassen hat ankerten wir – etwas innerhalb des Kanals, doch der ist immer noch breit genug – und wurden morgens, genauer gesagt so gegen 11 Uhr spanischer Zeit, von Shane mit seinem Boot El Rubicon begrüsst.

Shane und Debbie Cole sind die Besitzer der Segelschule “Go-n-sail” in Ayamonte und Freunde von Neill, er hat alle seine Segelkurse bei den beiden gemacht und ich hab in den letzten Jahre soviel über die zwei gehört, dass ich mächtig gespannt darauf war, sie kennen zu lernen. Und ehrlich gesagt, er hat nicht übertrieben, die beiden sind wahnsinnig freundlich, nett, hilfsbereit und nahmen auch unheimlich viel Rücksicht auf meine dürftigen Englischkenntnissen und ich kann jedem diese Segelschule nur total empfehlen.

Neill rief Debbie an und sie meinte, dass wir direkt neben ihrer El Rubicon den Pontoon nehmen können. Wir folgten den Anweisungen und am Nachmittag kam Debbie und ihre Freundin Sarah vorbei um Hallo zu sagen. Die Crew – also Max und ich – machten uns sofort daran, unsere Artemis auf Hochglanz zu polieren, den Neill hat uns erzählt, dass El Rubicon das sauberste Boot der ganzen Welt sei und so wollten wir auch unser Boot präsentieren. Aber Debbie freute sich viel mehr Neill wieder zu sehen, als dass sie unseren Bemühungen Aufmerksamkeit schenkte.

Ayamonte war als Basis für viele Erledigungen gedacht; am wichitgsten war, dass unser “Lifedraft = Rettungsinsel” gewartet wird und Debbie hat alle Hebel in Bewegung gesetzt um dass zu realisieren. Wir packten das Teil ein und den Rest organisierte Sie, den Versand und die Korrespondenz mit der spanischen Firma – Puh das war geschafft. Wir nahmen gleich das Angebot eines Shuttles zum einkaufen an und stockten unsere Vorräte um zwei Einkaufstrollies auf. Am Nachmittag wurden wir eingeladen Stand up Paddeling zu probieren und Shane, Neill und ich radelten zum Strand wo uns Debbie, Sarah und Max bereits erwarteten und die Paddelbretter schon fast aufgeblasen hatten. Wir probierten es und ehrlich gesagt hab ich es mir viel schwieriger vorgestellt, denn die letzten 5 Monate haben wir sooo oft Stand up Paddler gesehen, die sehr oft ins Wasser gefallen sind. Aber wahrscheinlich hatten wir sehr viel Glück, keine Wellen und absolut keine Strömung so dass wir trocken von den Brettern steigen konnten, zum Abschluß gabˋs noch einen Gin Tonic und wir verabredeten uns für Samstag morgen 8 Uhr (wohlgemerkt spanischer Zeit, was bedeutet noch vor Sonnenaufgang) zum radeln mit Shane.

Im Dunkel und ich mit Armlingen traten wir unsere Radeltour mit dem örtlichen Guide an und stellten wieder einmal fest, dass andere Segler ohne “richtige” Räder niemals so viel vom Landesinneren sehen können wie wir. Auf der alten Hauptstraße fuhren wir Bergauf und Bergab zum Frühstücken – wo bestimmt noch 15 andere Radler ankamen – ich wußte nicht, dass Radeln so populär in Spanien ist, aber Shane erzählte mir dass der beste Rennradfahrer ein Spanier sei. Nach 36 km und 500 Höhenmetern waren wir um 11.45 Uhr bevor es richtig warm wurde wieder zurück.

Als Samstag abend ein Segelschüler kurzfristig absagte, bekam Max die Chance einen Segelkurs zur “competent Crew” zu machen und freudestrahlend nahm er an.

Wir versuchten den Hull – den Rumpf unseres Bootes zu polieren und stellten nach zwei Tagen deprimierender Arbeit fest, dass er jetzt zwar besser aussieht aber noch weit entfernt davon ist strahlend poliert auszusehen. Wir belohnten uns mit einer 1,5 tägigen Flußfahrt den River Guardiana entlang. Wir segelten 20 Nm den Fluss entlang mit Rückenwind und ich glaube, dass wir seit England nicht mehr so viele Jibes gemacht haben und stellten fest, dass wir es noch können. Die Strömung schenkte uns noch zwischen einem und 1,5 Knoten so dass wir manchmal mit 7 Kn!!! unterwegs waren; wir ankerten im Fluß unterhalb der Zippline – der einzigen Zippline der Welt zwischen zwei Ländern Portugal und Spanien – genossen einen romantischen Abend und motorten am nächsten Tag mit der Strömung in die andere Richtung nach Ayamonte zurück.

Am Sonntag, 14.10.18 fuhren wir mit der Fähre nach Portugal in die Stadt Villa Real, besuchten den Markt, tranken gemütlich einen Cappucino denn nach genauen Wetterbeobachtungen – ein Hurican namens Lesslie treibt sich gerade in unseren Breitengraden rum, aber gestern 13.10. hat sie sich aufgelöst – stehen unsere Reisepläne fest.

Montag 15.10.18 gehtˋs weiter nach Madeira, dass bedeutet ca. 550 Nm und ca. 1 Woche segeln ohne Unterbechung und ehrlich gesagt freuen wir uns alle drei schon auf ein neues Abendteuer.

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