Delfinen

22.5. und 23.5.18

Nachdem wir am Montag nur durchs kalte, verregnete Schottland gesegelt sind, mach ich gleich am Dienstag weiter. Wir haben einen wunderschönen Ankerplatz gefunden und am Dienstag morgen weckte uns gleich die Sonne. Es war zwar kalt, aber was doch ein bisschen Sonne ausmacht, wieder auf das offene Meer, Segel hissen und los gehtˋs, nur mit dem einen Unterschied, dass du nicht den Hals einziehen  musst, weil es so kalt ist, sondern die Sonne herrlich warm auf die Haut scheint. Das ist glaub ich segeln – bitte lacht mich nicht aus, aber mittags, wars tatsächlich so warm, dass ich meine dicke Jacke aufgemacht hab und später sogar ausgezogen. Dann rumliegen, lesen und die Wärme der Sonne genießen.

Später meinte Neill, hey Heidi schau doch mal ein Delphin und dann hab ich doch wirklich meinen ersten frei schwimmenden Delphin gesehen, nicht springend sondern nur einfach so dahin schwimmend, cool.

Castlebay - Isle of Barra
Castlebay – Isle of Barra

Unser Ziel war Castlebay auf der Insel Barra, eine wunderschöne kleine Stadt mit einer Burg direkt im Hafen, es sieht ein bisschen so auf wie am Reschensee, wo der Kirchturm im Wasser steht, nur dass es hier eine ganze Burg ist. Eigentlich wollten wir ankern, doch plötzlich bekommen wir einen Funkspruch: “ das blaue Boot in Castlebay Hafen” ich sag zu Neill ich glaub, der meint uns und Neill antwortete. Unser freundlicher “Aufpasser” saß in einem großen Motorboot im Hafen und meinte, dass wo wir ankern wollten viele Ketten liegen und wenn wir wollten, könnten wir seine Boje direkt davor benutzen. Wir bedankten uns und parkten mal eben um, Dingi aufpumpen und an Land rudern – wie jedes mal wenn wir einen Landgang planen.

Wir schauten bei dem Motorboot vorbei und Brian erklärte uns, dass wir gerne seine Boje benützen können, denn er ist jetzt eine Woche weg; er schippert 12 Deutsche von Oben nach Stornoway dazwischen noch verschiedene Sehenswürdigkeiten und er kommt erst am Samstag abend wieder zurück. Da die Wind- und Wettervorhersagen für Mittwoch sehr wenig Wind prognostizierten, planten wir einen Landgang und spazieren gehen und am Nachmittag noch umzuziehn in die Vatersay Bay direkt ums Eck, wo es einen herrlichen Sandstrand gibt.

Wirklich wir fahren in die Bucht ein und es erstreckt sich ein weißer Sandstrand mit Dünen, grünem und kristallklarem Wasser.

Karibik Feeling echt genial, wir springen ins Dingi um einen Strandspaziergang zu machen. Wir laufen die Straße entlang, denn es gibt auch einen Landweg wo die Insel Vatersay und Barra durch eine Aufschüttung miteinander verbunden sind, aber nachdem wir gefühlt noch eine Ewigkeit zu laufen gehabt hätten, gab ich mich schließlich mit dem Blick auf den Causeway zufrieden. Zurück an Bord, Dingi verstauen, denn morgen wollen wir weiter Richtung Coll.

Vatersay Bay
Vatersay Bay

The “sailing team”

There are the two of us on board – Heidi and I. So obviously everything has to be done by one or the other of us. That is not such a problem until we do a long journey when one of us has to be at the tiller (stick at the back that you push from side to side to steer) all the time leaving the other one to do “everything else”.

Luckily we have help on board. We have an autopilot that we can connect to the tiller and set to a fixed course. It is a hydraulic cylinder and a bunch of electronics that eats power from our batteries. We call this “crew member” Steven (named after a great mechanic in Ardfern). This device is great for the occasions when we have the motor on, generating electricity, but no use when sailing – which is what we mostly do.

We also have a Monitor Windvane. This is a truly amazing device that detects changes in the wind caused by the boat turning off course. It uses these tiny changes to move a paddle in the water and the power created by this to move the tiller the correct way to compensate. It does this constantly without any electronics, hydraulics, noise or whatever. This device is a “she” and we call “her” Chiara. Neill and Chiara are learning to get along. Mostly she will do what he wants but sometimes she takes a long time to do it and sometimes she just flatly refuses to follow his instructions unless he changes the sail settings. She is slowly getting Neill properly “trained” and Heidi only occasionally has to calm Neill down.

"Chiara" the Monitor Windvane
“Chiara” the Monitor Windvane

Occasionally things get really “tight”, particularly entering hidden anchorages. “20 degrees to port until we pass that covered rock then starboard stemming the flood until the small cliff then immediately hard port on a heading of 330 degrees”. It is like the scene in Hunt for Red October when they are avoiding seamounts underwater. These are the times when only a Heidi is good enough on the tiller

Together the four of us are doing a good job until now.

Lochmaddy

20.5.18

Nach jetzt einer Woche Genesungszeit werden wir morgen wieder losfahren.

Letzten Montag morgen hat uns das Boot der Küstenwache hierher gebracht und mich zum Arzt. Jetzt geht es mir wieder so gut, dass wir morgen wieder in See stechen können.

Lochmaddy ist ein nettes Dorf, das gefühlt alles hat, einen Gift Shop, (einen kleinen Linder, wo es Geschenke, Backformen, Geschirr aber auch Schrauben und kleine Werkzeuge) einen Laden, ein Hotel, ein Museum, ein Gericht, ein Medikalcenter, eine Polizeistation und einen Pub gibt.

Jeder kennt jeden und jeder weiß nach drei Tagen, wer wir sind, jeder fragt mich, wie es mir geht und alle sind super nett. Aber nachdem wir jeden dreimal spazieren gegangen sind wundert mich das auch nicht.

Gestern haben wir uns zum Großeinkauf nach Sollas aufgemacht, dort gibt es einen grösseren Coop und nachdem unsere Bestände etwas geschrumpft sind, wollten wir uns für die Weiterfahrt rüsten. Die 14 km fuhren wir mit dem Bus und sagten zum Busfahrer, dass wir uns den Sandstrand noch anschauen wollen, er ließ uns gleich vorher aussteigen, so dass wir eine Runde  laufen konnten.

Sollas Strand
Sollas Strand

Wir liefen wirklich auf eine wunderschönen Sandstrand mit ca. einer Länge von 3 km zu. Der Atlantik brachte riesige Wellen und wir hatten überhaupt keine Lust auf baden, aber die riesigen Sanddünen waren sehr beeindruckend.

Okay wir dachten, wir trinken einen Kaffee, kaufen ein und fahren mit dem nächsten Bus zurück, aber in Sollas gibt es nichts, außer einen Coop. Wir fragten im Laden nach, wo es denn ein Cafe gibt und die freundliche Verkäuferin meinte das nächste gibt es in Lochmaddy, super denn da kommen wir ja her.

Wir machten uns auf den Weg und bei den nächsten Häusern, gab es eine Ausstellung( diese Ausstellung findet 3 Wochen im Jahr statt und dort gibt es auch Kaffee – haben wir Glück) wir unterhielten uns mit der Künstlerin und sie erzählte uns, dass ihre Schwiegertochter Deutsche ist und kurz darauf haben wir sie auch kennen gelernt. Wir erfuhren, dass sie in Edinburgh Englisch studiert hat, ihren Doktortitel gemacht hat und einfach hängen geblieben ist, geheiratet und jetzt zwei Kinder hat.

Wir gingen dann einkaufen und fuhren nach Lochmaddy zurück.

Ich wollte mich nochmal bei Jon Mac Donald bedanken, er ist der Chef von der Marina, ist bei der Küstenwache und arbeitet bei der Fährgesellschaft, denn er war so wahnsinnig hilfsbereit und hat sich immer nach meinem Wohlergehen erkundigt und uns geholfen, bei allem was wir brauchten.

So blöd das mit meinem Rücken auch war, aber wir hätten wirklich keinen besseren Platz zur Genesung finden können.

Lochmaddy – North Uist

Lochmaddy is where the ferry comes in on the Isle of North Uist. It has a ferry terminal, two hotels, two shops, a doctor’s surgery, a bank and a scattering of houses. Probably not somewhere that people spend a week of their holidays. But Lochmaddy is where the lifeboat brought us to and it turned out to be a great place for Heidi to recover from her slipped disc.

Information_SignThe spare part we needed was a new fresh water pump. We contacted David Richardson – a Sales Engineer at Ferrier Pumps Ltd. David had the part on our boat 46 hours after we ordered it, and that on a remote Scottish Island. Contact him at 71 Cumbernauld Rd, Glasgow, G31 2SN, 0141 554 3454, david.richardson@ferrierpumps.co.uk www.ferrierpumps.co.uk

One shop sold the groceries we needed to live and the other sold the screws and glue that we needed for a few repairs to the boat. The hotel sold whisky and John MacDonald at the ferry terminal received spare parts from the mainland for us. Every one was friendly and continually asked about the status of Heidi’s back. As the first person to be rescued by the new lifeboat she was something of a celebrity.

Peat cutting on North Uist
Peat cutting on North Uist – seen on one of our many walks

The village has about six roads and, during our walks, we combined them in every way possible. Now that we are leaving, people are going to wonder what happened to the two people who walked past their house three times a day. I am sure we can draw a detailed map of the village from memory.

Once Heidi was able to sit longer than 20 minutes we took the “anticlockwise” bus to the neighbouring hamlet of Sollas which has a stunning white beach backed by huge dunes and washed by waves off the Atlantic, about 30 houses and the biggest supermarket on the island. We walked along the beach, drank coffee in the community center and filled a trolley at the co-op. Luckily the bus driver delivered us to the end of the ramp at the marina with our three full bags of provisions.

Sollas Co-Op (middle of picture)
Sollas Co-Op in the middle of picture

Tomorrow we plan on leaving Lochmaddy to continue south. We will take pleasant memories of the village and people with us.

Sailing plans

After leaving Stornoway we spent the night in the nearby Loch Grimshader. I checked the charts, checked the tidal streams and made a plan. We would sail out of the Loch before breakfast, tack out a few miles and then follow the coast south west.

The part about leaving before breakfast worked but the wind was so variable that nothing else went as planned. The wind came from the wrong direction and the self steering wouldn’t do what I wanted and the tidal stream had turned before we reached the gap. Finally the wind dropped completely and. thoroughly annoyed, I motored to the beautiful Shiant Islands and anchored there.

That evening Heidi reminded me that I was the one who had said “the great thing about sailing is you have to be situative”. So for the next day there was no plan and that made things much better.

We were up early but the house batteries were too empty to pull up the anchor so we ate breakfast while we charged them with the motor. We then did a complete tour of the islands and enjoyed the incompetence of the puffins who seem to have a real problem taking off from water. There was no wind so we set the autopilot and cleaned the boat. About lunch time we agreed that we would just motor on to Loch Maddy, anchor in a bay and walk in to town. Ten minutes later there was 10 knots of wind so we set all sails and tacked out to sea. Another 10 minutes and there was more wind so we pulled in the Genoa and set the Gib. A few tacks later and we were reefing the main sail.

We reached Loch Maddy much later than planned and in a wind gusting 25 knots. No more plans to walk in to town, just get everything straightened away and then cook dinner. Heidi was tidying up the last rope when “something happened” to her back and she was in immediate pain. She hoped it would get better and lay down.

Leverburgh lifeboat
Leverburgh lifeboat took us to the pontoon

The next morning it was clear that Heidi needed a doctor. She couldn’t stand or sit and lieing was difficult. The wind was 20 gusting 25 knots so I could not lift the anchor alone and was pretty sure that trying to dock at a pontoon would be a disaster. I called the coastguard per marine radio and they connected us to a doctor. He asked questions and Heidi answered with long latin words. I didn’t understand what we were talking about. The doctor then talked to the coastguard and they sent the brand new Leverburgh lifeboat to help us. That is an extremely impressive beast with a fantastic crew. They rafted up to us and then used their 640hp to move us round the Loch and on to a pontoon. There is a press release from the lifeboat about their coming to our rescue at https://rnli.org/news-and-media/2018/may/15/leverburghs-new-shannon-attends-first-shout

The doctor confirmed Heidi’s diagnosis and gave her lots of pain killers. Nothing life threatening but a “real pain”.

But the great thing is we didn’t have a plan so it never went wrong.

 

Von Stornoway nach Süden

13.5.18

Nachdem wir Stornoway verlassen haben gehtˋs jetzt ab in den Süden – hey ab in den Süden der Sonne hinterher …… Aber dafür brauchen wir Wind und am besten aus der richtigen Richtung, man nehme so man habe. Der Wind kam aber klar aus der falschen Richtung, dann haben wir einen Tack nach dem anderen gemacht, mit dem Ergebnis, dass wir kaum vorwärts kamen.

Die Shiant Inseln, an denen wir schon in der anderen Richtung vorbeigefahren sind, sind  unbewohnt und gefühlt gibtˋs hier tausend Vögel, dann bleiben wir eben dort vor Anker.

Shiant Isles
Shiant Isles und ihre verrückte Vögel

Wir fahren in die Bucht ein, da seh ich Schafe an einer Klippe hängen und ich habe keine Ahnung wie die da hingekommen sind und Vögel im Wasser, am Himmel auf der Insel einfach überall (Möwen, Puffins, Enten und was auch immer)- echt irre und wir und drei Kajakfahrer, die auf der Insel übernachten, mittendrin.

Shiant Isles
Shiant Isles

14.5.18

Mit dem Motor raus und wieder kein Wind, also dann beschäftigen wir uns mit Boot aufräumen und Hausarbeit und Neill schrubbt das Deck. Mittags – mangels Wind – beschließen wir nach Loch Maddy zu motoren. Doch dann kommt Wind und wir segeln.

Als wir ankern verdreh ich mir irgendwie blöd den Rücken und kann mich nur noch hinlegen. Mit einer Wärmflasche und IBUPROFEN versorgt, denke ich, wird es schon, leider nein.

Nach gefühlt einer endlosen Nacht, nimmt Neill Kontakt mit der Stornoway Coastguard auf, er schildert meine Situation und dass wir aufgrund der starken Wellen und Windverhältnisse nicht unseren Ankerplatz verlassen können. Die Coastguard bespricht sich mit einem Arzt und geben uns Bescheid, dass sie uns ein Boot vorbeischicken.

Tatsächlich kommt ein riesiges Coastguard Boot, legt bei uns an und eskortiert uns nach Lochmaddy, die Sanitäter und alle anderen Besatzungsmitglieder sind super nett und freundlich.

Sie erzählen, dass sie ein neues Boot haben, dass 640 PS (Kosten 2,1 Millionen Pfund) hat und einfach alles kann und es für sie das erste mal ist, dass sie es ausprobieren können – mir wäre es tausendmal lieber gewesen, dass sie es bei jemand anderen hätten testen können aber ich war auch mega froh und dankbar, dass Hilfe da war.

In Lochmaddy wurde ich zu einem Arzt gebracht, der mich wirklich mit sehr guten Schmerzmitteln versorgt hat, so daß ich heute fast den ganzen Tag nur geschlafen habe und es mir jetzt wieder viel besser geht.

Also an alle mir gehtˋs schon wieder ganz gut und kein Grund zur Sorge, doch ich dachte, dass ich auch über die Unannehmlichkeiten schreiben muss. Also bis bald und macht euch keine Sorgen um mich.

Auf nach Stornoway

Jeden Tag, seit wir auf den Weg gemacht haben hören wir die Nachrichten der Küstenwache und der Wettervorhersage von Stornoway und jetzt waren wir auf dem Weg dahin, der Hauptstadt der Outer Hebridies. Wir fuhren wieder durch das Fjord von Loch Seaford und es war diesmal nicht weniger beeindruckend als bei der Einfahrt. Dann Hauptsegel setzen und Stornoway wir kommen. Alles läuft super, alles bestens, wir kommen gut voran der Wind aus der richtigen Richtung, blauer Himmel,  ich geh runter um etwas zum essen zu machen, ein bisschen zu lesen usw.

Neill fragte mich, wieviel  Windstärke wir haben und ich meinte 18 Knoten, ich trödelte so vor mich hin und urplötzlich fing es an zu stürmen, zu schütten und der Wind hatte auf 27 Knoten zugelegt. Ok, jetzt Hauptsegel riefen, jetzt.

Ich der Supersegler hatte alle Hände voll zu tun, um den Anweisungen zu folgen, aber es lief echt super, geschafft.

Und so schnell wie der Sturm aufgezogen war, war er auch wieder vorbei, dann wieder blauer Himmel als wäre nichts geschehen und wir konnten mühelos nach Stornoway segeln.

Stornoway Hafen
Stornoway Hafen

Ganz brav haben wir uns beim Hafen angemeldet und man sagte uns, dass jemand kommen würde, um uns einen Platz anzuweisen. Wir fuhren rein und tatsächlich kam ein junger Mann der uns einen Liegeplatz zuweisen wollte, ja ihr habt richtig gehört wollte, denn unser Boot ein Rastler 36 geht nicht rückwärts zu fahren. Sie (Boote sind weiblich) dreht meistens den Arsch in den Wind, worauf du dich aber nicht verlassen kannst. Wir nahmen einen Platz am Hammerhead und der Hafenarbeiter meinte, nach Rückfrage bei seinem Chef, dass es für eine Nacht kein Problem sei. Puh, wir sind in Stornoway, jetzt waschen, duschen, einkaufen und einen Stadtbummel machen, essen gehen und Menschen anschauen.

Wir haben in Oben einen Mann aus Stornoway getroffen, der wissen wollte, was wir für ein Boot haben und er hat uns erzählt, dass sein Boot in Stornoway liegt und wir haben ihn auch tatsächlich getroffen; ja Zufälle gibt es.

Nach erfolgten Arbeiten gingen wir essen und haben uns Schlau gemacht wie wir nach Callanish (das sind Steine, die dort seit 5000 Jahren stehen, ähnlich wie Stone Henge) kommen.

Callanish
Callanish

Per Bus ging es Freitag morgen dahin, wir Touris haben uns die Steine angeschaut und viel über die Geschichte und die Mythen erfahren.

Wieder einmal hab ich festgestellt, dass ich mit Sicherheit keine Schottin werde, denn es kamen echt viele Radler (ca. 10 Stück) mit kurzen Hosen und Trikos entgegen, hey Leute es hatte vielleicht 9 Grad – die spinnen diese Schotten.

Loch Grimshalder
Loch Grimshalder

Wir fuhren zurück und um drei Uhr nachmittags verließen wir Stornoway um, wegen der starken Wellenwarnung, in der nächsten Bucht Loch Grimshader vor Anker zu gehen.

Tarbert

Weil ich ja ständig friere, meinte Neill, wenn wir nach Harris kommen, bekommst du eine Decke von mir, denn dort gibt es die Original Schafwolle Decken der Marke Harris Tweed. Ja und jetzt waren wir hier, versteckt vor dem Sturm in einer geschützten Bucht. Also dann Dingi aufblasen, an Land rudern und dann einen Weg nach Tarbert, das ist die Hauptstadt von Harris, suchen.

Wir spazierten den Berg hinauf und entdeckten doch wirklich einen Fußweg der nach Tabert führt 8 km ok das ist machbar für uns und über den Rückweg machten wir uns erst einmal keine Gedanken, denn es gibt sicher einen Bus, ein Taxi oder vielleicht jemanden der uns mit nimmt.

Der Wind blies uns entgegen und als wir den Pass erreicht hatten, war der Sturm auch hier sehr gut zu spüren, aber kein Problem es geht ja bergab, vergiss es, wenn dir ein Wind mit – keine Ahnung wieviel Knoten – entgegenbläst. Vorher sagten wir noch:” so viele Mountainbike Abdrücke, schade, dass wir keine Fahrräder dabei haben”, aber jetzt waren wir echt froh, denn wenn du dich schon zum Bergab laufen anstrengen musst, ist das nicht nett und wäre mit dem Fahrrad auch nicht besser.

auf dem Weg nach Tarbert
auf dem Weg nach Tarbert

Wir plagten uns wirklich den Pass runter, am Meer entlang, den Pass zur Hauptstraße rauf und den restlichen Weg nach Tabert bei massivem Gegenwind. Aber das Ziel unserer Mission vor Augen fanden wir den Laden wo es die Original Harris Tweed Schafwolldecken gibt und erstanden eine wunderschöne Decke, damit ich nicht immer frieren muß.

Anschließend gönnten wir uns noch eine heiße Schokolade und einen Brownie, der sowas von lecker schmeckte, dass ich bestimmt noch drei oder vier hätte vernichten können. Frisch gestärkt machten wir uns dann auf den Heimweg, eh Leute, das war echt ein Spaziergang, vom Wind geschoben echt easy sogar den Berg rauf, blies uns der Wind und als wir wieder zurück waren, mussten wir unsere Neugier vom Tag vorher befriedigen.

Denn vom Boot aus, haben wir ein Feld mit vielen Steinen gesehen und Neill meinte, dass ist bestimmt der Friedhof und ich hatte ja, wie meistens keine Ahnung, meinte aber, das schauen wir uns morgen einfach an. Was soll ich sagen, natürlich hat er Recht gehabt und wir haben den aktuellen und einen Friedhof vom 1. Weltkrieg gefunden, dann nach ca. 20 Km Fußmarsch hat es uns dann echt gereicht und ich war heilfroh dass ich nicht mehr zurück rudern musste.

Auf unser Artemis angelangt freuten wir uns rießig über einen erfolgreichen Tag mit vielen Eindrücken von einer Insel, auf der nur 1691 Menschen leben – vor 60 Jahren waren es noch doppelt so viele. In Tabert gibt es auch eine Destillerie, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, Arbeitsplätze zu schaffen, damit nicht noch mehr Leute von hier wegziehen. Hoffentlich gelingt es ihnen, aber ich glaube, man muss schon hier geboren sein, um eine so karge Landschaft auszuhalten. Ich finde es mega beeindruckend und wunderschön das alles hier zu sehen, aber ein Leben hier könnte ich mir beim besten Willen nicht vorstellen.

Motorreperatur

Eigentlich müsste ja chronologisch dieser Beitrag vor der Fahrt nach Harris kommen und ob ihr es glaubt oder nicht, ich hatte ihn schon geschrieben aber mangels Internet konnte ich mein Schreibportal nicht öffnen, da hab ich es in einem anderen Programm gemacht. Ich wollte den Text, wie ich es immer mache kopieren und plötzlich war er weg. Dann eben nochmal.

Am Sonntag hatten wir ja den Auftrag segeln zu gehen und verschiedene Dinge auszuprobieren, Segeln mit Motor und ohne, Kränkung und ohne usw.

Voll motiviert fuhren wir mit dem Motor raus und setzten das Genoa und was war, kein Wind. Macht ja nix, wir haben ja Zeit und keinen Stress, der Wind wird schon kommen, wir trinken erst mal einen Kaffee dann gehtˋs bestimmt. Nach einer Stunde Kaffee trinken und totaler Flaute, überlegten wir, nach Kyle zu fahren und dort unsere Essensvorräte aufzufüllen. Gesagt getan, Motor angemacht und los gings, zum ich weiß nicht wievielten mal unter der Skye Brücke durch und plötzlich kam Wind auf. Egal, jetzt waren wir schon hier und haben auch eingekauft, Gas und was zum Essen.

Skye
Skye

1,5 Stunden später fuhren wir zurück bei richtig gutem Wind, wir segelten und probierten alles aus, was Douglas – so heißt nämlich unser Super Ingeneur – gesagt hatte und unser Boot verhielt sich genauso, wie er es prognostiziert hatte.

Lange Rede super Ergebnis, so wie ich es verstanden hab, waren einfach zwei Schläuche beim zusammenbauen vertauscht worden und somit hatten wir ständig Salzwasser im Motor.

Aber Douglas – Danke nochmal – hat am Montag alles repariert, einen Ölwechsel gemacht und so haben wir jetzt einen intakten Motor mit dem wir auch segeln können.

Callanish Stones

Yesterday we reached Stornoway on the Isle of Lewis. This was the furthest point north that we planned to sail while in Scotland. It is 58°12’N and even though the locals are enjoying summer in short trousers, we still find 7°C and the constant wind too cold. Today we turned round and began sailing south.

But first we took the bus from Stornoway across the island to the village of Callanish. Here there are numerous standing stones erected some 5000 years ago. Visiting Callanish has been on my “todo list” since I was a child so it was an achievement to finally get there.

Callanish standing stones (Isle of Lewis)
Callanish standing stones (Isle of Lewis)

The bus dropped us off at the bottom of the hillock that the main set of stones is set on. Luckily we had caught the first bus so, once we walked up the hill, we were almost alone. I found it amazing to think that these stones have been stood here a hundred times as long as I have been alive. They are certainly impressive set amongst the wild hebridean hillocks and inlets.

The wind and temperature quickly drove us into the heated visitor center which focussed on the fact that we have no idea why the stones were set up or what function they fulfilled. There was a short film which was followed by a set of amazing photos of the Hebrides.

Once we were warm, we walked to the other two sites of standing stones. As we passed the houses of this scattered community we couldn’t help but wonder what the people here do to earn a living. There is little sign of farming and no trace of industry. There are wind turbines but inexplicably none of the larger ones were turning.